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Alt 22.04.2008, 01:18   #2 (Permalink)
leoleale
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Registriert seit: 22.04.2008
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Standard meine geschichte und mein rat

3 jahre.

seit drei jahren leide ich jetzt schon an bulimie und du kannst dir nicht vorstellen, was ich schon alles gemacht habe.
doch in den letzten zwei monaten gab es plötzlich lichtblicke. erst eine woche kotzfrei, dann wieder voller zusammenbruch. und jetzt habe ich seit einer woche nicht mehr erbrochen.

was habe ich getan, um hier zu landen?
alles begann bei meinem vater und seiner frau (nicht meine mutter). ich fühlte mich schlecht, mir war unwohl..
ich habe es vor all meinen freunden verheimlicht. nur meine mutter wusste bescheid und hat mir immer sehr geholfen, wofür ich sie anfangs gehasst habe.

ich habe aus dieser zeit bisher gelernt, dass die verheimlichung deiner krankheit das schlimmste ist, was du tun kannst.
wenn du wirklich aus der ganzen scheiße raus willst, musst du es deinen engsten vertrauten anvertrauen.

ich habe seit letzter woche einen vertrag mit mir selbst geschlossen, den meine mutter ebenfalls unterschrieben hat.
klar, sie kontrolliert es nicht, ob ich mich daran halt und würde es auch nicht erfahren. es liegt an mir, wie viel mir mein körper wert ist. aber das ist er mir wert! nein, das ziel abzunehmen habe ich nicht vergessen. es ist noch da und eigentlich höre ich nur mit dem kotzen auf, weil ich hoffe, dass dann die fressattacken endlich aufhören. und das ist auch so ziemlich eingetroffen.

ich habe langsam wieder freude am leben gefunden. meine methode: ich versuche, etwas für mich und meinen körper zu tun. ich habe mich beim qi gong angemeldet, gehe zu einer ohrakupunktur, die extra für süchtige ist und lasse mich beraten (was allerdings nicht so hilfreich ist, trotzdem ganz gut tut).
jeden tag von neuem sage ich "nein" zum erbrechen und versuche, rückfällen zu entgehen. man kann nicht sagen, ich esse wieder normal oder mein leben würde sich weniger ums essen drehen. das tut es noch immer mehr als bei anderen, und ich esse keine kohlenhydrate, was den umgang mit anderen ein wenig erschwert. aber ich sage ihnen, dass ich nicht anders essen kann und die meisten verstehen es sogar, ohne groß nachzufragen. im notfall erzähle ich was von ner allergie oder so.. man findet seine tricks. dennoch solltest du dir immer bewusst sein, dass du krank bist.
ich habe schon so oft gedacht und zu oft gesagt, dass ich geheilt sei. alles großer mist und selbsterarschung.
und jetzt? nein, ich bin nicht geheilt. aber ich bin auf dem richtigen weg. und irgendwann finde ich eine lösung, mit dem essen normal umzugehen und einen neuen lebensinhalt zu finden.


erzähl es deinem freund, denn nur dann kannst du deine beziehung retten. es ist nur fair ihm gegenüber, die wahrheit zu sagen.
lass dir helfen, denn alleine schaffst du es nicht. ich spreche aus erfahrung und ich bin wirklich ein mensch, der sowohl selbstbewusstsein als auch ehrgeiz und mut besitzt. doch an dieser aufgabe bin ich gescheitert, so schwer es mir auch fällt, das zuzugeben. alles kann ich, in allem bin ich gut. aber diese krankheit besiege ich nicht alleine.
ich brauchte viele unterstützende hände, um jetzt halbwegs alleine aus der sache raus zu kommen.
es verlängert deinen leidensweg nur um etliche jahre.. wenn du das willst, kann dir niemand helfen. DU musst dich zur heilung entschließen, das kann dir keine abnehmen. solange du einen sinn im erbrechen und abnehmen siehst, können noch so viele therapeuten auf dich einreden. sie werden kein gehör fnden.

ich wünsche dir viel glück und beistand auf deinem weg!
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