anorexisch... komisches wort. anorektisch heißt das
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hallo zusammen...
mein name ist lisa, ich bin 23 jahre alt und komme aus stuttgart.
ich war schon früher immer ein psychisch-labiles kind. hatte immer die angst nicht wahrgenommen zu werden, fühlte mich missverstanden und zu wenig geliebt. ich habe mich oft nicht liebenswert gefühlt, weil auch immer ich die jenige war die für alles verantwortlich gemacht wurde.
das alles kam hauptsächlich dadurch, dass meine jüngere schwester ( heute 19 ) immer ein problem-kind war.
sie war immer klein, zierlich, wurde öfter krank weil ihr immunsystem nicht stark genug war. keine schlimmen krankheiten- häufiger erkältung und ein aufenthalt im krankenhaus, weil sie so bläßchen im ganzen mund hatte und nichts essen konnte.
selbstverständlich, dass die aufmerksamkeit meiner eltern die ersten 3 jahre meiner schwester gegolten hatte.
weil meine schwester körperlich nie so weit war wie die anderen- immer klein, dünn- musste sie in regelmäßigen abständen zum arzt. kontrolle ob sie sich so entwickelt wie es sein muss. heute geht´s ihr blenden. sie ist 19, gesund, kann essen was sie möchte ohne dick zu werden. alles ist gut bei ihr. jetzt entwickelt sich alles so wie es sein muss. das ist auch schön und freut mich sehr.
sie hat die veranlagung meines papas essen zu können was sie möchte. ich habe die veranlagung von meiner mama und musste schon immer aufpassen, dass ich nicht zum moppelchen werde. ich war nie dick. aber ich konnte nicht wahllos alles in unmengen in mich stopfen.
ich bin vielleicht jetzt etwas vom thema weg... aber genau die vorgeschichte ist dafür verantwortlich, dass es mir heute so geht.
das erste mal in psychologischer behandlung war ich mit 11. obwohl es wahrscheinlich schon viel früher hätte sein müssen. ich habe schon damals gemerkt, dass mein kleiner körper das alles nicht aushält. dieses minderwertigkeitsgefühl das ich hatte, die verlustängste. ich konnte die geschehenen dinge wie einen streit usw. nicht verarbeiten und somit legte sich jedes weitere "problem" immer auf den bestehenden haufen. wurde größer und größer.
mit der essstörung fing es an als ich 13/14 war. bis ich 18 war hatte ich es noch so unter kontrolle, dass es gesundheitlich nicht gefährlich für mich war.
richtig tief in der magersucht bin ich seit ca 5 jahren. ich habe nur noch suppe, joghurt und käse gegessen. getrunken habe ich damals schon wenig.
nach einer weile habe ich die wirkung der abführmittel für mich entdeckt.
am anfang habe ich abführtee getrunken. das bestimmt ein jahr lang. auf täglicher basis.
erst einen beutel und eine tasse pro tag. nach einer weile habe ich mir immer eine ganze kanne mit 4-5 beuteln gemacht und das getrunken.
teebeutel im mülleimer und die verpackungen waren aber irgendwann zu lästig. dann bin ich umgestiegen und habe dragees genommen.
sommer 2004 habe ich fast gar nichts mehr gegessen. manchmal etwas obst oder eine scheibe vollkornbrot. meine angst vor dem essen war jetzt schon so groß, dass ich einfach nichts mehr essen konnte. ich hatte so panik. getrunken habe ich auch kaum mehr, weil ich das völlegefühl nicht ertragen habe. ich habe weniger als 0,5l am tag getrunken. lieber kaugummi gekaut oder an ganz heißen tagen ein wassereis gelutscht. so konnte ich vermeiden, dass mein mund austrocknet.
damals wog ich dann noch 40kg bei einer körpergröße von 1,58m.
meine blutwerte waren so dermaßen schlecht. und durch das wenige trinken hatte mein blut zu wenig sauerstoff.
damals hatte ich dann zumindest aufgehört die abführmittel zu nehmen. da ich schon total immun dagegen war und ich so erhöhte dosen gebraucht habe, dass überhaupt was passiert.
nach diesem sommer habe ich dann eine ambulante therapie begonnen. und diese nach 2 monaten wieder abgebrochen. ich war nicht bereit.
bis heute kämpfe ich mit der krankheit. es gibt phasen- ein zwei monate- in denen ich es einigermaßen im griff habe und die angst vor dem essen etwas unterdrücken kann. nur dann kommt wieder der punkt an dem ich falle.
seit 2 montaen ist es wieder ganz schlimm. ich esse kaum. manchmal fällt mir auf, dass ich 2 tage nichts getrunken habe. aber ich versuche zumindest jeden tag ca. 0,5 l zu trinken.
ich weiß das alles ist gefährlich und nicht gut für mich. ich beführworte essstörungen nicht und steh auch nicht auf diese pro ana-bewegung.
magersucht ist eine schlimme krankheit. sie verändert das ganze leben, die gesundheit wird so geschädig, lebensqualität hält sich am minimum.
trotzdem habe ich es nach so vielen jahren nicht geschafft den schritt zu gehen und eine therapie zu machen.
ich würde mich sehr freuen, wenn ich hier menschen finde mit denen ich mich austauschen kann.