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Alt 14.01.2007, 19:55   #8 (Permalink)
aida
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@amapoola
ja du hast recht, ich kenne deine eltern nicht. ich weis nicht, wie sie reagieren würden. mir persönlich hat es einfach geholfen, nicht mehr etwas vorspielen zu müssen. das heisst nicht, dass sie gut reagiert haben. erst meinten sie ich würde doch nur theater machen; ich sollte schauspielerin werden; ich solle nicht so rumspinnen. ich würde es doch nur dem nachbarsmädchen nachmachen (ein nachbarsmädchen hatte auch magersucht). dann meinten sie, ich hätte gar keinen grund, so doof zu tun. ich hätte ja alles was ich brauche. es wäre einfache eine schande für alle, die eine schlimme kindheit hatten (also ob meine gut gewesen wäre). und andere würde verhungern auf dieser welt und ich mache einfach so einen solchen scheiss.
wenn ich dann mal was ass, meinten sie "pass aber auf, nicht dass du noch fett wirst". manchmal musste ich vor ihnen auf die waage stehen und wenn ich etwas zugenommen hatte (was ja eigentlich gut wäre) meinten sie: "aufpassen, nicht dass du noch übergewichtig wirst. wo hat sich denn schon was angesetzt?!!".
dazu kam, dass ich erst recht für alle probleme in der familie verantwortlich gemacht wurde. ich war einfach an allem schuld. ich war die, die die familie in den dreck ziehen wollte. ich würde schande über die familie bringen,...
mit 16 wurde ich aus der familie rausgeholt, ich selbst wollte auch gehen. so sah ich sie nur noch alle 2wochen mal. das half mir viel, ich war nicht mehr dem ganzen scheiss ausgesetzt und konnte lernen, mein eigenes leben zu lernen. mit der zeit begriffen meine eltern dann mehr oder weniger, dass das ganze nicht nur "theater" war sondern bitterer ernst. erst da fingen sie an, über das ganze nachzudenken. inzwischen haben sie vieles begriffen, aber leider nicht alles. erst vor wenigen monaten fing meine mutter an, meiner schwester (17jahre) zu sagen, sie solle nicht soviel essen, sie werde viel zu fett (sie ist normalgewichtig). also hat sie es wohl immer noch nicht ganz begriffen. und wenn meine schwester jetzt wirklich essgestört wird, würde es sofort heissen ich sei schuld, ich sei ein schlechter einfluss für sie, hätte sie dazu animiert rumzuspinnen,...
trotz all dem bin ich froh, dass sie bescheid wissen. ich konnte einfach mich selbst sein. obwohl es mich jeweils sehr verletzt hat und nicht gerade zur heilung beigetragen hat. aber irgendwo gab es mir auch energie dagegen anzukämpfen, es ihnen zu zeigen. und ich hatte die bestätigung für mein gefühl, dass meine eltern nicht ganz dicht sind.
mein vorteil war sicher auch, dass ich bald, nachdem sie davon erfahren hatten, von zu hause wegzog. ich hatte also mehr oder weniger wieder ruhe. ich weis nicht, ob bei dir diese möglichkeit auch bestände.

@s.c
ich finde es sehr schön, dass dich deine mutter so unterstützt.
wegen dem freund aus dem studium: eigentlich kannst du froh sein, dass du es ihm gesagt hast und er dich dann ignoriert hat. sonst hättest du vielleicht immer noch einen freund, der gar keiner ist. wer einfach vor solchen problemen davonläuft, hat keine einzige sekunde mit dir zusammen verdient. in schlechten zeiten sieht man, wer die wahren freunde sind.
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