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Alt 21.01.2007, 14:06
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Standard Bulimie - ein Problem mit vielen Gesichtern

08.01.2006: Atypische Verlaufsformen von Bulimie erschweren Betroffenen und Ärzten oftmals das Erkennen der Erkrankung. Australische Forscher plädieren für mehr Bewusstsein für die zahlreichen Ausprägungen der Essstörung.


Das allgemeine Verständnis von Bulimie greift in mancher Hinsicht zu kurz: Denn wie australische Forscher erneut festhalten, muss die Essstörung nicht mit selbst eingeleitetem Erbrechen einhergehen. Ebenso versuchen Betroffene, mittels exzessiver Sportausübung oder strikter Diät die für die Krankheit typischen Essattacken "auszugleichen", stellen die Wissenschafter von der James Cook University in Townsville klar.


Wenn nicht das willkürliche Erbrechen oder der Missbrauch von Abführmitteln als Ausgleichs-Handlungen fungieren, falle es erkrankten Personen indes schwerer, ihre Essstörung zu erkennen, so die Forscher im "International Journal of Eating Disorders". Diesen Schluss ziehen Leitautor Jonathan Mond und Kollegen aus einer kleinen Studie mit 158 Frauen, die nach Ansicht der Experten bulimieähnliche Essstörungen aufwiesen.


Krankheit bleibt oft unerkannt


Die Forscher legten den Teilnehmerinnen die Beschreibung einer Frau mit Bulimie vor und stellten ihnen sodann die Frage, ob sie glaubten, ein vergleichbares Problem zu haben. Insgesamt meinten darauf 52 Prozent der Probandinnen, dies könne der Fall sein, während 48 Prozent die Frage verneinten. Dabei zeigte sich folgender Zusammenhang: Jene Frauen, die Erfahrungen mit absichtlichem Erbrechen hatten, erkannten mit knapp sechsmal so hoher Wahrscheinlichkeit eine Essstörung an sich selbst wie jene, die sich nicht regelmäßig übergaben.


Als eine Ursache für diesen Umstand sieht Studienleiter Jonathan Mond die stark auf Ess-Brech-Sucht und Magersucht konzentrierte Darstellung von Essstörungen in den Medien. Zudem würden Verhaltensweisen wie übertriebenes Sporteln oder eine strenge Einschränkung der Kalorienaufnahme allgemein als akzeptabel oder gar wünschenswert wahrgenommen, so Mond. Es brauche ein größeres Bewusstsein über Formen der Bulimie, die nicht durch Erbrechen gekennzeichnet sind - und zwar sowohl medial, wie auch unter Medizinern und anderem Gesundheitspersonal, fordert der Wissenschafter.

Quelle : www.novartis.at
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