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Alt 14.01.2007, 04:18   #1 (Permalink)
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Standard Soziale Faktoren wichtiger als angenommen

Überbewichtsprävention: Soziale Faktoren wichtiger als angenommen

Nach Erkenntnissen der Universität Kiel hat das soziale Umfeld größeren Einfluss auf Gewicht und Gesundheit als bisher angenommen. Dies stellt Professor Manfred J. Müller in der Kieler Adipositas Präventionsstudie (Kiel Obesity Prevention Study KOPS), eine Langzeitstudie, fest. "In der sozial schwächsten Gruppe sind im Vergleich zur sozial stärksten Gruppe doppelt so viele Kinder übergewichtig. Und oft stellt der soziale Status auch eine Barriere für Interventionsmaßnahmen dar. Was bei Kindern aus sozial gut gestellten Familien erfolgreich ist, führt in sozial schwachen Familie eher zum Gegenteil", fasst Müller die Zwischenergebnisse zusammen. Seit 1996 untersucht er die Einflussfaktoren auf die Entstehung von Übergewicht an über 11.500 Kieler Kindern.

Experten sehen sieben Bereiche, in denen sie Maßnahmen und Programme zur Übergewichtsprävention und -behandlung ansetzen. Diese Bereiche sind: soziales Umfeld, Bildung, Bewegung, Lebensstil während der Schwangerschaft, Ernährung, genetische Veranlagung, Geschlecht. Sozialen Faktoren wie der Bildung und auch dem Geschlecht kommt dabei eine wichtigere Rolle zu als bisher angenommen. Das zeigen sowohl die ersten Ergebnisse der Kieler Studie als auch die des aktuellen Kinder- und Jugendgesundheitssurveys KIGGS.

Professor Müller fordert daher einen gemeinsamen Kraftakt aller gesellschaftlichen Gruppen. Ziel der Politik müsse es sein, soziale Unterschiede in der Gesellschaft anzugehen. Dass das ein richtiger Weg ist, zeigt auch der Blick über die Grenzen: In Ländern mit geringeren Unterschieden zwischen den sozialen Gruppen (z. B. in Schweden) gibt es weniger Übergewichtige als in Ländern mit größerem sozialen Gefälle. Darüber hinaus sei gesellschaftliches Engagement und Teilnahme jedes Einzelnen gefragt, um Kinder in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Selbstachtung zu stärken und ihnen soziale Kompetenzen zu vermitteln. Aus diesem Ansatz ging bereits 2004 die Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb) hervor, eine Initiative aus Wirtschaft, Politik, Verbänden und Wissenschaft mit dem Ziel, einen gesunden Lebensstil zu fördern.

Quelle : http://www.suessefacts.de
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