XXL-Männer bringen sich seltener um
Fettleibigkeit steigert das Depressionsrisiko, das war bekannt. Doch dass sich besonders Dicke deswegen auch häufiger das Leben nehmen, war bislang nur eine Vermutung - offenbar eine falsche. Denn US-Forscher fanden heraus: Mit dem Körpergewicht sinkt die Suizidgefahr sogar.
New York - Die Annahme war grob, aber sie galt als Faustregel:
Fettleibigkeit könne das
Selbstmordrisiko erhöhren, hatten Mediziner bislang vermutet. Die traurige Hypothese schien folgerichtig zu sein, schließlich hatten mehrere Studien einen Zusammenhang zwischen
krankhaftem Übergewicht und
Depressionsanfälligkeit gezeigt.
Tatsächlich scheint aber das Gegenteil der Fall zu sein. Kenneth J. Mukamal, from Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston hat Daten von fast 47.000 Männern aus einer Langzeitstudie ausgewertet. Vom Jahr 1986 wurden diese immerhin bis 2002 (beziehungsweise bis zu ihrem
Tod) befragt: Wie groß und wie schwer sind Sie? Wie steht es um Ihre
körperliche Fitness?
Starb einer der Probanden, wurden
Todesart und -zeitpunkt festgehalten.
Mukamal und seine Kollegen fanden bei der Auswertung heraus: Jene
Patienten, deren
Körpermasseindex (Body Mass Index, BMI) auf
Fettleibigkeit hindeutete, hatten sogar ein deutlich niedrigeres Risiko, durch
Selbstmord aus dem
Leben zu scheiden. Insgesamt starben während der Beobachtungszeit 131 Menschen durch
Selbstmord.
Das Risiko für ein solches
Ableben nahm mit jedem zusätzlichen BMI-Punkt um elf Prozent ab, berichten die
Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Archives of Internal Medicine". Die Autoren wollen nun genauer erforschen, warum
Fettleibige sich seltener
umbringen als andere Menschen - damit könne man die
Suizid-Prävention für alle Bevölkerungsgruppen verbessern.
Quelle :
www.spiegel.de