Übergewicht und Diabetes sind moderne Epidemien
Stoffwechselerkrankungen wie Übergewicht und Diabetes sind die größte gesundheitliche und gesundheitspolitische Zeitbombe der zivilisierten Welt.
Weltweit sind eine Milliarde Menschen
übergewichtig, 300 Millionen leiden an
krankhafter Fettleibigkeit, Tendenz steigend - auch in Österreich. Ab morgen, Donnerstag, diskutieren 500 Experten zwei Tage lang über dieses Thema ("
Metabolisches Syndrom") beim 24.
Ernährungskongress der
Diaetologen in Wien.
Immer mehr fettleibige Kinder
Mittlerweile ist in der europäischen Region
Adipositas (krankhaftes Übergewicht) bereits die häufigste
gesundheitliche Störung bei Kindern. Hält der Trend an, wird es - so die
Weltgesundheitsorganisation WHO - schon im Jahr 2010 im wahrsten Sinn des Wortes "übersatte" 150 Millionen adipöse Erwachsene und 15 Millionen
übergewichtige Kinder und Jugendliche geben. Experten schätzen, dass sich allein auf Grund dieser Fakten die durchschnittliche
Lebenserwartung bei Männern bis 2050 um fünf Jahre verringern wird.
Dringender Handlungsbedarf
Diese Tatsachen waren ausschlaggebend dafür, dass die Europäische Ministerkonferenz der WHO zur Bekämpfung der
Adipositas eine Resolution unterzeichnet haben, nach der das Thema
Adipositas und
Übergewicht überall "hoch auf der politischen Agenda anzusiedeln ist". Des Weiteren waren sich die Teilnehmer einig, dass die alarmierenden Trends "unmittelbares Handeln rechtfertigen" würden.
Gesundheitskosten enorm
Neben persönlichem Leid sind es auch die damit zusammen hängenden direkten und indirekten
Gesundheitskosten, die zu denken geben: Medikamente, Spitalsaufenthalte, Krankenstände, Arbeitsunfähigkeit. Sechs Prozent der gesamten
Gesundheitsausgaben verwenden die europäischen Länder im Schnitt für die
Therapie von
krankhaftem Übergewicht; in Österreich waren dies auf Basis der Gesundheitsausgaben 2005 laut Statistik Austria rund 1,1 Milliarden Euro.
Diabetiker immer jünger
Bei
Diabetes zeigt sich ein ähnlich Besorgnis erregendes Bild: Weltweit hat sich inzwischen eine
Diabetesepidemie ausgebreitet, wobei die höchste Prävalenz in Nordamerika zu beobachten ist, wie der Österreichische
Diabetesbericht 2004 zeigt. Dem Europäischen Gesundheitsbericht der
WHO zufolge leiden in Europa 22,5 Millionen Erwachsene an
Diabetes mellitus. Die
Patienten werden dabei immer jünger, die
Mortalitätsraten steigen an.
Quelle :
www.oe24.at