Schlankheitsmittel im Vergleich: Update 2007
Fünfzig Millionen Menschen in Deutschland sind
übergewichtig und haben damit ein
dickes Problem, das allein mit
Schlankheitsmitteln nicht zu lösen ist, macht
Diätexperte Sven-David Müller-Nothmann vom Zentrum für
Ernährungskommunikation und Gesundheitspublizistik (ZEK) heute aus Anlass der Präsentation des
Schlankheitsmittelvergleichs 2007 deutlich. Die meisten
Schlankheitsmittel versprechen mehr, als sie halten können, fasst der Vorsitzende des Deutschen Kompetenzzentrum
Gesundheitsförderung und
Diätetik die Auswertung zusammen. Nur selten sind
Schlankheitsmittel oder Produkte, die der Verbraucher dafür hält,
Arzneimittel, die ihre Wirkung durch Studien nachgewiesen haben. Als
Antiadipositas-Substanzen allgemein anerkannt sind
Orlistat und
Sibutramin. Die daraus hergestellten
Arzneimittel sind verschreibungspflichtig und weisen ein gewisses
Nebenwirkungspotential auf, betont Müller-Nothmann. Die gesetzlichen
Krankenkassen übernehmen die Kosten für die
Antiadipositas-Arzneimittel Xenical und Reduktil nicht. Außerdem sind diese Medikamente insbesondere im Rahmen eines ganzheitlichen
Gewichtsreduktionsprogramms, das
Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenskomponenten einschließt, effektiv.
Adipöse Menschen müssen akzeptieren, dass es keine Möglichkeit gibt, allein durch
Medikamente abzunehmen, zerstört Müller-Nothmann die Hoffnung vieler Betroffener. Jährlich geben
Übergewichtige in Deutschland allein in Apotheken rund 150 Millionen Euro für die „medikamentöse“
Abmagerung aus. Damit setzen
Übergewichtige immer seltener auf
Schlankheitsmittel, denn vor fünf Jahren war der Umsatz dieser Produkte doppelt so hoch, informiert Sven-David Müller-Nothmann. Völlig ungeeignet sind
entwässernde- oder
abführende Mittel und
Medikamente, da sich
Körperfett weder durch den
Urin, noch durch den
Stuhlgang beseitigen lässt. Außerdem ist es gefährlich, ohne ärztliche
Indikation Diuretika oder
Laxantien einzunehmen, warnt Müller-Nothmann. Auch ist Vorsicht vor „chinesischen“ Kräutern und undefinierbaren Pflanzenextrakten, die vornehmlich im Internet angeboten werden, geboten. Die Werbung für „unseriöse“
Schlankheitsmittel verspricht eine hohe
Gewichtsabnahme in kurzer Zeit. Den Verbrauchern ist nicht bekannt, dass es verboten ist, damit werben, wie viele
Kilogramm in welchem Zeitraum verschwinden, erläutert Sven-David Müller-Nothmann. Unternehmen, die so werben, handeln illegal.
Die Deutsche
Adipositas Gesellschaft hat sich in ihrer
Adipositasleitlinie 2006 mit
Schlankheitsmitteln und
Antiadipositas-Arzneimitteln auseinandergesetzt. Insbesondere die Substanzen
Orlistat und
Sibutramin erfüllen die Anforderungen einer evidenzbasierten
Adipositastherapie. Aber auch Produkte zum
Mahlzeiten-Ersatz mit so genannten Formuladiäten erfüllen die Maßgaben der Experten. Damit sind Produkte wie
Optifast,
Modifast, 14a Vital und die Produkte zum modifizierten Fasten der ärztlichen Adipositasprogramme von Formmed,
Precon,
Bodymed,
Eusana oder
Insulean zur
Körpergewichtsreduktion gut geeignet.
Übergewichtigen Menschen kann dazu geraten werden, auf proteinmodifiziertes Fasten zu setzen, sofern es in ein ganzheitliches
Gewichtsreduktionskonzept eingebunden ist, ärztlich überwacht wird und dauerhaft in eine
Ernährungsumstellung mündet, macht Sven-David Müller-Nothmann deutlich. Solche Produkte sollten der
Diätverordnung (§ 14a) entsprechen und den Hinweis „Zum Ersatz einer oder mehrerer
Mahlzeiten“ oder „
Mahlzeit für eine
gewichtskontrollierende Ernährung“ tragen. Vorsicht ist geboten, wenn Produkte den Hinweis tragen, dass sie mit weiteren Zutaten (wie Honig, Sirup, Zucker, diversen Pflanzenölen oder Milch) zu versetzen sind. Seriöse Schlankheitsmittel machen grundsätzlich deutlich, dass sie im Rahmen eines ganzheitlichen Konzepts angewandt werden sollten. Wie die Deutsche Adipositas Gesellschaft lehnt auch das Deutsche Kompetenzzentrum
Gesundheitsförderung und Diätetik extrem einseitige
Diäten wie
Nulldiät,
totales Fasten, „
Heilfasten“,
Schrothkur oder [B
]Mayr-Kur[/b] wegen medizinischer Risiken und fehlender wissenschaftlicher Untermauerung sowie mangels Langzeiterfolge ab, macht Sven-David Müller-Nothmann deutlich. Kostenlose fachärztliche Beratung bei
Gewichtsproblemen bietet die Qualimedic.com AG unter
http://www.qualimedic.de an. Buch- und Linktipps:
1) Die Müller-Diät, Sven-David Müller-Nothmann, Schlütersche Verlagsanstalt, ISBN 3-89993-504-7, 12,90 Euro.
2) Das Kalorien-Nährwert-Lexikon, Sven-David Müller-Nothmann, Schlütersche Verlagsanstalt, ISBN 3-899-93509-8, 12,90 Euro
http://www.muellerdiaet.de und
http://www.dkgd.de
Quelle :
www.openbroadcast.de