6,8 Millionen US-Bürger haben einen BMI über 40
Zahl der Amerikaner mit morbider Adipositas ist rasant gestiegen / Immer mehr Magenverkleinerungen
WASHINGTON (cp). Die US-Amerikaner werden immer
dicker. Das hat eine Studie der RAND Corporation ergeben. Alarmierendes Teilergebnis: Am schnellsten ist der Anteil der Menschen gewachsen, deren
Body-Mass-Index (BMI) 30 oder mehr beträgt.
Fast ein Viertel der US-Bürger (24,6 Prozent) fiel im Jahr 2005 in diese Kategorie. Im Jahr 2000 hatte ihr Anteil noch bei 20 Prozent gelegen. Drei Prozent der Amerikaner - 6,8 Millionen Menschen - waren in 2005
morbide adipös (mit einem BMI von 40 und mehr), verglichen mit 4,2 Millionen im Jahr 2000. Das entspricht einem Anstieg von 50 Prozent - eine Zahl, die der Autor der Studie, Roland Sturm, als "unglaublich" bezeichnet.
Sturm sieht in dem starken Zuwachs unter den extrem
Übergewichtigen einen Beleg dafür, dass
morbide Adipositas keine rare, von
genetischer Disposition abhängige Erscheinung ist, sondern "integraler Bestandteil" des US-amerikanischen
Übergewichtsproblems.
Selbst aggressive Maßnahmen, wie
magenverkleinernde Operationen, deren Zahlen in den USA in die Höhe geschossen sind, hätten den Trend nicht spürbar beeinflusst, meinte Sturm.
Zwischen 1998 und 2003 wuchs die Zahl der operativen
Magenverkleinerungen von 13 000 auf 100 000. Im vergangenen Jahr wurden schätzungsweise 200 000 dieser Operationen gemacht, so die Studie.
Da
adipöse Menschen ein signifikant höheres Risiko für Hypertonie,
Diabetes und andere
chronische Krankheiten haben, ist der Anstieg der stark
Übergewichtigen mehr als ein persönliches Problem.
Verglichen mit
Normalgewichtigen beanspruchen
Adipöse der Untersuchung zufolge 36 Prozent mehr medizinische Dienstleistungen und nehmen 77 Prozent mehr
Arzneimittel. Für Menschen mit
morbider Adipositas sind die
Gesundheitskosten um 69 Prozent (Männer) oder 60 Prozent (Frauen) höher als für diejenigen mit
Normalgewicht.
Falls sich die von Sturm beobachteten Trends bis ins Jahr 2020 fortsetzen, würden bis zu ein Fünftel der dann anfallenden
Gesundheitskosten dazu verwendet, Folgen der
Adipositas entgegenzuwirken, schätzt RAND. Das würde nicht nur private, sondern auch öffentliche Haushalte erheblich unter Druck setzen.
Der "Research Brief" zum Thema
Übergewicht und
Behinderung ("Obesity and Disability") kann kostenfrei unter
www.rand.org/pubs/research_briefs eingesehen werden. Dort gibt es ebenfalls einen Verweis zum vollen Inhalt der Studie.
Quelle :
www.aerztezeitung.de