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Alt 27.05.2007, 03:22
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Standard Gute Rezepte für eine bessere Gesundheit

Gute Rezepte für eine bessere Gesundheit
Doping, Übergewicht und Alkohol – Internisten widmen ihren 75. Jahreskongress dem richtigen Mass.


Von Isabelle Fleury und Martina Frei, Basel

Nur ein kleiner Apfel täglich zu viel – und binnen 5 Jahren hat man 10 Kilogramm mehr Speck um die Hüften. Ein Apfel entspricht 50 Kilokalorien, genug, um das Gewicht im Lauf der Jahre in die Höhe zu treiben. Mit solchen Beispielen veranschaulicht der Adipositas-Spezialist Fritz Horber am Jahreskongress der Internisten in Basel, wie wenig es braucht, um dick zu werden. Auch wohl geheizte Räume würden zur Fettleibigkeit beitragen: Wo mehr geheizt werde, müsse der Körper weniger Energie zur Wärmeproduktion aufwenden.
2,3 Tonnen Fett und acht Tonnen Kohlenhydrate isst ein Mensch im Lauf seines Lebens, hat der Spezialist für Fettleibigkeit errechnet. Bewohner westlicher Länder nehmen von ihrem 25. bis zum 55. Lebensjahr durchschnittlich 1,5 Gramm Gewicht pro Tag zu, insgesamt 13,6 Kilogramm. Das sei kein unabwendbares Schicksal, ist Horber überzeugt. Mineralwasser statt Orangensaft und Cola, und vor allem: doppelt so viel Bewegung im Alltag wie bisher, empfiehlt er allen, die abnehmen wollen.

Das Thema «Fettleibigkeit» ist nur eines von zahlreichen Themen am Schweizer Ärztekongress, der in diesem Jahr unter dem Motto «Mass» steht. Um eine masslose Entwicklung geht es nicht nur bei der «Übergewicht-Epidemie», sondern auch beim Doping. Viele wollen mit «Zaubertränken» ihre Leistung steigern und Muskeln aufbauen.

Was bei den ersten Olympischen Spielen 776 vor Christus noch als sportlich clever galt, ist heute aber verboten. Am meisten würde dort gedopt, wo viel Geld im Spiel sei. Für die beteiligten Ärzte ist «die Gewinnmarge im Dopingbusiness genauso hoch wie im Drogenhandel», sagte der Sportarzt Beat Villiger. Der frühere «Menüplan» des Radprofis Tyler Hamilton, den der Arzt auszugsweise präsentierte, war gespickt mit Blutabnahmen, Insulin- und Epo-Spritzen, Gaben von Geschlechtshormonen sowie Schilddrüsenhormonen. «Jemand, der das einer Ratte gibt, würde ins Gefängnis gesteckt», scherzte Villiger.

Doping ist aber schon lange nicht mehr nur ein Problem des Spitzensports, wie Villiger an der gestrigen Pressekonferenz darlegte. Längst haben die verschiedenen Mittelchen im Alltag Einzug gehalten. Ein Chef müsse heute ein athletisches Arbeitstier sein, selbstsicher, immer gut drauf und immer erholt, sagte Villiger, der früher auch Leiter des Swiss Olympic Medical Centers in Bad Ragaz war. Bis zu 50 Prozent der Manager in den USA können ihren Alltag nur mit Dopingsubstanzen bewältigen: Beruhigungsmittel zum Einschlafen. Aufputschmittel zum Wachbleiben. Stimmungsaufheller, um gut drauf zu sein. Beta-Blocker, um Stress in den Griff zu bekommen.

Auch unter den Hobbysportlern sei Doping gang und gäbe. «Sie können sich nicht vorstellen, was Leute von mir wollten, um ihre Kollegen am Engadiner zu schlagen», erzählte Beat Villiger. Jeder Fünfte nähme am Engadin-Skimarathon Ventolin – ein Asthmamittel, das die Atemwege weitet und aufputscht.

Den mässigen Konsum von Alkohol hingegen würden die Fachärzte ihren Patienten fast nahe legen – wenn nicht die Suchtgefahr bestünde. Sowohl Wein als auch Bier und Spirituosen hätten in der richtigen Menge das Sterberisiko gesenkt, so Roger Darioli, Professor für Innere Medizin an der Universität Lausanne. «25 Gramm Alkohol pro Tag ist am besten für den Herzschutz.» Offen sei allerdings, welcher Alkohol am besten wirke. «Wein scheint am besten zu sein», vermutet der Internist, und betont, dass das Sterberisiko nur sinke, wenn neben dem täglichen Glas Wein auch das Gewicht unter Kontrolle sei, nicht geraucht würde und körperliche Aktivität auf der Tagesordnung stünden.

Das Fazit der Tagung war, dass sich auch mit wenig Kostenaufwand viel bewirken lässt. Zum Beispiel jeden Tag zehn Gramm Speck weniger essen – das entspricht 50 Kilokalorien. Und das erspart in zehn Jahren 20 Kilogramm Speck um die Hüften.

Quelle : www.tagesanzeiger.ch
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