Weniger Salz und Fett in Fertigprodukten
Mehr als die Hälfte der Europäer leidet an
Übergewicht. Die EU-Kommission ruft zu länderübergreifenden Maßnahmen auf.
Mehr als 50 Prozent der erwachsenen Bevölkerung der Europäischen Union ist
übergewichtig oder leidet bereits an
Adipositas (
Fettleibigkeit). Fast 22 Millionen der jungen EU-Bürger sind
übergewichtig – und jährlich kommen rund 400.000 dazu. Die EU–Kommission ruft nun mit dem am Mittwoch veröffentlichten „Weißbuch der
Ernährung“ zu verstärkten länderübergreifenden Maßnahmen auf.
Im Zentrum steht die Vernetzung aller Akteure des
Ernährungssektors, von der Industrie über die Politik bis zum Endverbraucher. Im Weißbuch wird etwa die
Lebensmittelindustrie aufgefordert, den
Zucker- und
Salzgehalt ihrer Produkte zu senken. Am anderen Ende der
Nahrungsmittelkette sollten aber die
Konsumenten gut informiert sein, um die richtigen Kaufentscheidungen treffen zu können.
Bewegung ist die dritte Säule im Kampf gegen
Adipositas. Der durchschnittliche Europäer sitzt täglich fünf Stunden. Aber jeder dritte setzt dem keine
körperlichen Aktivitäten entgegen.
Der
Adipositas-Experte Univ.-Prof. Kurt Widhalm vom Wiener AKH sieht das Weißbuch als „ersten Schritt. Die EU hat das
Übergewicht ganz klar als Problem deklariert. Jetzt sind die Staaten am Zug.“ Kinder sind besonders gefährdet. Um das Problem in den Griff zu bekommen, setzt Widhalm auf multidisziplinäre Maßnahmen. „Alle müssen mittun. Von der Kindergartendirektorin bis zur Industrie.“ Er verweist auf erfolgreiche wissenschaftlich begleitete Präventions-Modelle, „die leicht übernommen werden könnten.“ Etwa die internationale „Helena-Studie“, deren erste Ergebnisse heute beim großen
Ernährungskongress in Innsbruck präsentiert werden. 21 Städte, darunter auch Wien, nehmen an dieser speziellen
Ernährungsschulung teil. Als Modellprojekt bewertete die WHO das heimische Projekt „Presto“. Nach einem Jahr hatten sich die
Ernährungsgewohnheiten der teilnehmenden Schüler verbessert.
Quelle :
www.kurier.at