Unterernährung trotz Übergewicht
Britische Fachleute beklagen verbreiteten Mangel an Nährstoffen
London – Millionen Briten haben
Übergewicht – und viele von ihnen sind nach Angaben von Experten dennoch
unterernährt. Sie drohen zwar nicht zu
verhungern, doch steigt das durch die
Fettleibigkeit ohnehin erhöhte
Gesundheitsrisiko weiter. Auf den ersten Blick sei oft nicht festzustellen, ob ein Mensch
unterernährt sei, sagt Marinos Elia, Professor für klinische
Ernährung und
Metabolismus an der Universität in Southampton. „Die Leute
essen vielleicht zu viel, aber nicht genügend Obst und Gemüse.“
Nach Angaben der
Gesundheitsbehörde sind vermutlich mindestens zwei Millionen Briten
unternährt, Experten gehen sogar von bis zu vier Millionen aus, rund sechs Prozent der britischen Bevölkerung. Wie viele davon
Übergewicht haben, ist nicht genau bekannt. Nach offiziellen Statistiken sind 75 Prozent der Briten
übergewichtig, 22 Prozent sogar
fettleibig. In den vergangenen fünf Jahren stieg die Zahl der Krankenhauspatienten, bei denen
Mangelernährung festgestellt wurde, um mehr als 40 Prozent. Zum Teil wird dies aber auch darauf zurückgeführt, dass dem Thema höhere Beachtung geschenkt wird.
Fachleute glauben, dass die Versorgung mit
nahrhaftem Essen selbst zur Zeit der
Lebensmittelrationierung während des Zweiten Weltkriegs besser war als heute. Dafür sei vor allem das Aufkommen von
Fertiggerichten und Fast Food verantwortlich, in denen häufig nicht ausreichend
Vitamine und
Spurenelemente enthalten seien. „Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass man nicht
unterernährt sein kann, wenn man dick ist“, sagt Alastair McKinlay,
Gastroenterologe und Vorsitzender der britischen Aktionsgruppe für
Mangelernährung.
Quelle :
www.dieneueepoche.com