Übergewichtige werden leichter krank
Chronisch entzündetes Fettgewebe kann die Ursache für verschiedene Krankheiten sein.
07.08.07 - Das
Fettgewebe ist nicht nur eine passive Masse, das überschüssige Energie speichert. Es produziert viele Substanzen, die als
Adipokine bezeichnet werden. Chronisch entzündetes
Fettgewebe ist eine Hauptursache für die gesundheitlichen Probleme
übergewichtiger und
fettsüchtiger Menschen. "Bei
Adipositas verändert sich deren Synthese- und Sekretionsmuster, was wahrscheinlich mitverantwortlich für die Komplikationen ist", erklärt Prof. Hans Hauner,
Ernährungsmediziner an der TU München, auf einer Veranstaltung des Instituts Danone
Ernährung für Gesundheit in Basel.
Von den Konsequenzen der
Adipositas bleibt letztendlich kein
Organ verschont.
Fettstoffwechselstörungen,
Insulinresistenz oder
Glucoseintoleranz enden in Krankheiten wie
Typ-2-Diabetes,
Herzinfarkt und
Schlaganfall. Auch
Dickdarmkrebs kommt bei
Übergewichtigen häufig vor. Geschädigt wird außerdem die
Leber.
Überernährung führt zur verstärkten Produktion von
Adipokinen
Inzwischen sind über 100 der so genannten
Adipokine bekannt, von denen die meisten im
Fettgewebe bleiben. In die
Blutbahn gelangen vor allem die entzündungsfördernden Vertreter, wie TNF-alpha oder das C-reaktive Protein. Chronische
Überernährung kurbelt die Produktion dieser Substanzen in den
Fettzellen an und löst damit eine
Entzündungskaskade aus.
Wichtige entzündungsauslösende Faktoren im
Fettgewebe sind vor allem
gesättigte Fettsäuren,
Glucose, reaktive Sauerstoffspezies oder AGE-Proteine, die zum Beispiel in Colagetränken vorkommen. Zu den Schutzfaktoren zählen
Omega-3-Fettsäuren und einzelne sekundäre Pflanzenstoffe, die zumindest in
Zellkultur entzündungshemmende Effekte gezeigt haben. Die stärkste entzündungshemmende Wirkung hat jedoch eine
Gewichtsabnahme, selbst wenn sie nur moderat ist. Die
Immunzellen wandern aus dem
Fettgewebe ab, die Zahl der
Entzündungsmarker sinkt.
Quelle:
www.aerztlichepraxis.de