Fast Food Nation Europa - Übergewicht und Fettleibigkeit sind die größten Problemzonen des modernen Europa. Mehr als die Hälfte der erwachsenen Europäer sind übergewichtig. Ungefähr 30 Prozent leiden an Fettleibigkeit.
Europa platzt aus allen Nähten! Die Gründe dafür sind hauptsächlich falsche
Ernährungsgewohnheiten und fehlende
Bewegung. Die Zahl der
Todesfälle, die auf
Übergewicht und
Fettleibigkeit zurückgeführt werden können, ist höher als die
Todesfälle durch Tabakkonsum. Die
Behandlungskosten von
Folgekrankheiten der
Fettleibigkeit betragen mehrere Milliarden Euro jährlich. Auch die sozialen Kosten der
Fettleibigkeit machen sich zunehmend bemerkbar.
Übergewichtige Kinder werden oft von Schulkameraden gehänselt: niedriges
Selbstwertgefühl, Gereiztheit und aggressives Verhalten sind die Konsequenzen.
Die Europäische Union ist dem Problem auf der Spur. Erst kürzlich hat die EU eine Kampagne gestartet, die über korrekte
Essensgewohnheiten aufklären und zu höherer sportlicher Betätigung motivieren soll. Auf Europaebene hat man das Grünbuch "Förderung gesunder Ernährung und
körperlicher Bewegung" und die "Europäische Plattform für
Ernährung,
körperliche Bewegung und
Gesundheit" ins Leben gerufen. Mitglieder sind Vertreter aus
Lebensmittelindustrie, Handel, Werbung und Nichtregierungsorganisationen.
French Fries, Salt & Vinegar
Großbritannien weist den größten Prozentsatz (mehr als 60 Prozent der Volljährigen) an Einwohnern mit
Gewichtsproblemen und
Fettleibigkeit auf. Die Regierung hat den Kampf gegen die
Kalorien bereits vor einigen Jahren aufgenommen: Lange vor der Initiative des Europäischen Parlaments haben die Briten ein Etikettierungssystem für
Lebensmittel eingeführt. Die Produkte sind mit farbigen Symbolen gekennzeichnet, die an das Ampelsystem erinnern: rot (nicht
essen - Übermaß an Salz,
Fett oder Kohlenhydraten), gelb (mäßiges Risiko) und grün (sehr
gesund).
In britischen Schulen wird außerdem eine weit angelegte Kampagne zur
gesunden Ernährung durchgeführt. Die Schüler erhalten an mehreren Tagen wöchentlich frisches Obst, das aus der Haushaltskasse der Regierung finanziert wird. In den Schulkantinen verzichtet man auf Hamburger und Pommes zugunsten von Gemüse, Salat und
fettarmem Fleisch.
Deftiges aus Polen
In Polen hat die
Übergewichts- und Fettleibigkeitsepidemie - im Vergleich zu den anderen europäischen Mitgliedstaaten - bereits verheerende Ausmaße angenommen (ungefähr 47 Prozent der erwachsenen Bürger sind übergewichtig). Der deutliche Aufwärtstrend macht Präventivmaßnahmen für die Zukunft dringend notwendig.
Im Rahmen des 2005 ins Leben gerufenen Programms "
Diät, physische Aktivität und Gesundheit" ging eine Aufklärungskampagne in die Startlöcher, die sich hauptsächlich an Grundschulen wendet. Sie will die Jugend über die Bedeutung sportlicher Betätigung für die
Gesundheit und die Regeln rationaler
Ernährung aufklären.
Nichtregierungsorganisationen fordern mehr Sportstunden und
körperliche Betätigung in Schulen. Sie setzen sich außerdem für die radikale Änderung der sportpädagogischen Inhalte ein. Statt traditionellem Sportunterricht - Ausdauer, Weitsprung, Kletterstange - soll den Bedürfnissen von modernen Jugendlichen durch Tanz, Rollerblades und Aerobic entsprochen werden.
Schweden: Heiße Schokolade
In Schweden haben Forscher herausgefunden, dass neben dem allgegenwärtigen Fast Food und der fehlenden Bewegung auch die morgendliche 'Heiße Schokolade' den Zuwachs an Gewicht bei Schulkindern begründet. Zudem predigt die Regierung neben dem Verzicht auf Pommes, Hamburger und Süßigkeiten auch
kalorienhaltige Getränke durch
Mineralwasser zu ersetzten.
Seit einigen Jahren existiert auch in Schweden ein Etikettierungssystem für Lebensmittel. Eine Initiative des schwedischen
Ernährungsministeriums macht auf
Fast Food-Werbungen aufmerksam, deren Zielgruppe hauptsächlich Kinder und Jugendliche sind. Der Minister hat Vertreter der Lebensmittel- und Werbeindustrie zur Zusammenarbeit aufgefordert.
Gänseleberpastete in Frankreich
Auch Frankreich, dessen Küche allgemein als
gesund gilt, muss den Gürtel zunehmend enger schnallen. Für die ältere Generation ist die Situation noch nicht alarmierend. Der wachsende Anteil an jungen Menschen, denen im Alter
Übergewicht droht, ist allerdings Besorgnis erregend.
Aus Sorge um die
Gesundheit der französischen Jugend hat man bereits im Jahr 2000 begonnen, Snackautomaten in Schulen und an öffentlichen Plätzen zu entfernen. Im laufenden Jahr hat die Regierung eine breit angelegte Werbeaktion zum Thema "
Gesunder Lebensstil" gestartet, in der versucht wird, die Franzosen zu sportlichen Aktivitäten und zum Verzehr von mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag zu bewegen.
Quelle:
www.cafebabel.com