Washington (AFP) — Mit dem Problem der Fettleibigkeit wollen sich in den USA fünf Tage lang rund 1800 Experten aus aller Welt befassen. Bei dem Kongress in New Orleans im US-Bundesstaat Louisiana soll das vor allem in den USA verbreitete Phänomen sowohl von medizinischer Seite als auch von soziologischer und psychologischer Seite aus betrachtet werden. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind eine Milliarde Menschen weltweit übergewichtig, davon gelten 300 Millionen als fettleibig.
Besonders betroffen sind die USA, wo etwa jeder fünfte Erwachsene fettleibig ist - Tendenz steigend. Auch viele Kinder in den USA sind zu dick. Bei dem Kongress sollen mehr als 300 Studien vorgestellt werden, unter anderem neue Erkenntnisse aus der Genforschung. Offenbar begünstigen bestimmte Erbanlagen oder Genveränderungen die Gewichtszunahme, das Ansetzen von Fett oder beeinflussen den Appetit.
Einen großen Stellenwert sollen auch Erkenntnisse aus der Soziologie und Verhaltensforschung auf der Konferenz einnehmen. Denn vor allem der Lebensstil mit wenig Bewegung und ungesunder Ernährung ist für Übergewicht verantwortlich. Der bis Mittwoch dauernde Kongress wird von der US-Organisation Obesity Society organisiert, die sich seit 25 Jahren gegen Fettleibigkeit einsetzt.
Als fettleibig gilt ein Mensch, wenn der sogenannte Body-Mass-Index - das Verhältnis von Gewicht zu Körperoberfläche - über der Zahl 30 liegt. Ab der Zahl 25 gilt ein Mensch als übergewichtig. Übergewicht erhöht die Gefahr von Diabetes, Nierenkrebs und bei Frauen nach den Wechseljahren auch die Gefahr von Brustkrebs. In den USA sind schlechte Ernährung und ein Mangel an Bewegung für mehr als 16 Prozent der Todesfälle verantwortlich. In Europa ist nach Angaben der OECD Großbritannien mit einem Anteil von 23 Prozent der Bevölkerung am stärksten von Fettleibigkeit betroffen, gefolgt von Deutschland mit zwölf Prozent und Italien mit acht.
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