
27.10.2007, 23:19
|
 |
Administrator
AdministratorIn
|
|
Registriert seit: 18.11.2006
Ort: Wien
Beiträge: 870
|
|
Virusinfektion kann dick machen
In den USA, in Deutschland und vielen anderen Ländern nimmt die Zahl fettleibiger Menschen epidemieartig zu. Das lässt sich nicht allein mit übermäßiger Kalorienzufuhr und mangelnder Bewegung erklären, behauptet ein amerikanischer Forscher.
In einem Überblick zu den bisher dazu durchgeführten Studien kommt er zu dem Schluss, dass Virusinfektionen für diese Entwicklung mitverantwortlich sind. Insbesondere für das menschliche Adenovirus-36 (Ad-36) gäbe es dafür inzwischen genügend Hinweise. Die Zeit sei nun reif, einen Impfstoff gegen die Fettsuchtviren zu entwickeln, schreibt Richard Atkinson im Fachblatt "Mayo Clinic Proceedings".
"Wenn man mehr Kalorien konsumiert als man durch tägliche Aktivitäten verbrennt, dann nimmt das Körpergewicht zu. Aber es gibt noch andere Faktoren, die dabei eine Rolle spielen, und Viren, die Fettleibigkeit verursachen, könnten einer dieser Faktoren sein", sagt Atkinson, Direktor des Obetech Obesity Research Center in Richmond. Bisher seien fünf tierische und drei menschliche Viren gefunden worden, die aufgrund von Laboruntersuchungen und Tierexperimenten als mögliche Ursache von Fettleibigkeit in Frage kommen.
Das einzige tierische Virus, für das ein direkter Zusammenhang mit einer Gewichtszunahme beim Menschen gefunden wurde, ist das Vogel-Adenovirus SMAM-1. Wie auch die drei ausgiebiger überprüften menschlichen Adenoviren Ad-36, Ad-37 und Ad-5 verändert es den Stoffwechsel von Fettzellen. Besonders überzeugend, so Atkinson, seien Zwillingsstudien, in denen die Probanden auf Antikörper gegen Ad-36 getestet wurden. Ein positiver Test weist auf eine zurückliegende Infektion mit dem Virus hin. War der eine Zwilling positiv und der andere negativ, dann hatte der Antikörper-positive Zwilling ein höheres Körpergewicht mit einem größeren Fettanteil als der andere. In einer älteren, selbst durchgeführten Studie konnte Atkinson zeigen, dass bei 30 Prozent der fettleibigen, aber nur bei 11 Prozent der normalgewichtigen Probanden Ad-36-Antikörper vorhanden waren. Versuche mit Laborkulturen von Fettzellen unterstützten diese Befunde: Eine Infektion mit Ad-36 verstärkte die Fettproduktion und stimulierte die Bildung neuer Fettzellen.
Für Atkinson gibt es nun ausreichende Belege dafür, dass Infektionen mit Adenoviren zumindest für einen Teil der Fettsuchterkrankungen verantwortlich sind. Daher sollte mit der Entwicklung eines Impfstoffs begonnen werden, um eine weitere Ausbreitung zu begrenzen. Es dürfte allerdings noch mehrere Jahre dauern, so Atkinson, bis eine solche Impfung zur Verfügung steht.
Quelle: www.morgenwelt.de
|