Boston –
Übergewichtige Männer mit
Prostatakarzinom haben nach der
Behandlung eine höhere
Mortalität als
normalgewichtige. Die ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern des Massachusetts General Hospital in Boston. Das Fachblatt Cancer veröffentlicht diese jetzt online (DOI: 10.1002/cncr. 23093). Die gedruckte Ausgabe wird am 15. Dezember erhältlich sein.
Ende 2007 werden Ärzte in den USA rund 218.000 Fällen die Diagnose
„Prostatakarzinom“ gestellt haben. Für denselben Zeitraum erwarten Experten 27.000 durch diese
Erkrankung bedingte
Todesfälle. Bisherige Studien berichteten, dass Fettleibigkeit mit aggressiveren Formen des
Prostatakarzinoms (PCA) assoziiert ist. Über die Korrelation zur Prognose nach
Behandlung lagen nach Angaben der Arbeitsgruppe bisher jedoch noch zu wenige Daten vor.
Daher hat die Arbeitsgruppe 788
Patienten mit fortgeschrittenem
Prostatakarzinom in einer prospektiven Langzeitstudie über acht Jahre untersucht. Efstathiou und Kollegen stellten fest, dass
Fettleibigkeit und
Übergewicht unabhängige Risikofaktoren für einen frühzeitigen Tod nach PCA darstellten.
Verglichen mit PCA-
Patienten mit normalem
Body-Mass-Index (normaler
BMI für erwachsene Männer: <25) verstarben solche mit
BMI zwischen 25 und 30 1,5-mal häufiger.
BMI-Werte über 30 waren mit einem 1,6-mal höherem Risiko assoziiert. Die Fünf-Jahres-
Überlebensrate für PCA lag bei Männern mit normalem
BMI demnach bei über 93 Prozent, während sie bei einem
BMI von über 25 etwa 87 Prozent betrug.
Die Autoren sehen hierin eine Stützung bisheriger Beobachtungen zum Verhältnis von Übergewicht und krankheitsassoziierter
Mortalität. „Es müssen nun weitere Studien erfolgen. Zum einen, um die genauen Hintergründe gesteigerter
Karzinommortalität bei
Übergewicht zu erforsche, zum anderen um herauszufinden, ob eine
Gewichtsabnahme nach der Erstdiagnose eine positive Auswirkung auf die
Sterblichkeit für
Patienten mit
Übergewicht hat“, erklärten die Wissenschaftler.
Quelle:
http://www.aerzteblatt.de