
18.11.2007, 22:55
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Fett stört innere Uhr
Mäuse verändern Tagesrhythmus und fressen mehr
Eine fettreiche Ernährung macht nicht nur dick, sie stört offenbar auch die innere Uhr des Körpers. In einer Untersuchung von US-Forschern stellten Mäuse, deren Futter viel Fett enthielt, ihren Tag-Nacht-Rhythmus um.
Die auf rund 24-stündigem Tagesablauf basierende innere Uhr reguliert beim Menschen wie auch bei Tieren diverse Körperfunktionen, von den Schlaf- und Wachphasen über Hormonproduktion und Körpertemperatur bis hin zu Flüssigkeitshaushalt und Stoffwechsel. Ein Wissenschaftlerteam um den Endokrinologen Joseph Bass von der Northwestern University in Evanston hatte schon vor zwei Jahren gezeigt, dass eine gestörte innere Uhr Stoffwechselvorgänge des Organismus beeinflusst und die Tendenz zu Fettleibigkeit und Diabetes verstärkt.
Nun untersuchten die Wissenschaftler, ob und wie sich Umweltfaktoren auf die innere Uhr auswirken. »Unsere Studie sollte klären, ob auch Nahrung die Uhr verändern kann«, sagt Bass. Dazu fütterte er zwei Gruppen von Mäusen mit unterschiedlicher Kost: Eine Hälfte erhielt normales Futter, die anderen Tiere bezogen 45 Prozent ihrer Kalorien aus Fett.
Die Tiere wurden in dieser Zeit in konstanter Dunkelheit gehalten, um den Einfluss des Lichts auf die innere Uhr auszuschalten. Während die konventionell ernährten Mäuse ihre Wach- und Ruhephasen beibehielten, dehnten diejenigen mit fettreichem Futter ihren Tag-Nacht-Rhythmus aus – für die Forscher ein eindeutiger Hinweis darauf, dass die Ernährung jenen Teil des Gehirns beeinflusst, der die Zeiten von Ruhe und Aktivität steuert.
Außerdem begannen die Mäuse, während untypischer Zeiten zu fressen – ebenfalls im Gegensatz zu den konventionell ernährten Tieren. Auf genetischer Ebene registrierten die Forscher bei ihnen eine geringere Aktivität derjenigen Gene, die die Körperuhr steuern. Die Veränderungen traten laut einem Bericht der Zeitschrift »Cell Metabolism« (Bd. 6, S. 414) schon nach zwei Wochen auf, noch bevor die Tiere an Gewicht zunahmen.
Aber auch wenn den Mäusen ein jeweils zwölfstündiger Tag- und Nacht-Rhythmus vorgegeben war, verlagerte hoher Fettkonsum die Aktivitätsphase: Die gewöhnlich nachtaktiven Nager begannen schon in der ersten Woche, auch bei Helligkeit zu fressen. »Übertragen auf den Menschen wäre das, als ob man mitten in der Nacht den Kühlschrank plündert«, erläutert Untersuchungsleiter Joe Bass.
Die Summe der gefundenen Veränderungen halten die Forscher für verhängnisvoll: Eine schlechte Ernährung verändert die innere Uhr, und der gestörte Tag-Nacht-Rhythmus verschlechtert seinerseits wiederum die Ernährungsgewohnheiten. Ein Teufelskreis, der das Risiko etwa für Fettleibigkeit und Diabetes erhöht. »Die Uhr und der Stoffwechsel haben sich zusammen entwickelt und sind miteinander verbunden«, sagt Bass. »Wenn wir das delikate Gleichgewicht zwischen beiden stören, sehen wir schädliche Effekte.«
Quelle: www.neues-deutschland.de
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