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Homosexuelle haben häufiger Essstörungen
Dienstag, 17. April 2007 New York - Anorexie, Bulimie und Binge Eating (in Fressanfällen ausgleitende Heißhungerattacken) gelten als typische Erkrankung von heranwachsenden Mädchen und jungen Frauen. Doch nach einer bevölkerungsbasierten Studie im International Journal of Eating Disorders (2007; 40: 218-226) findet man die höchste Prävalenz bei homo- und bisexuellen Männern. Nicht weniger als 15 Prozent der homo- und bisexuellen Männer, die Ilan Meyer von der Mailman School of Public Health an der Columbia University in New York interviewte, hatten schon einmal an einer Störung gelitten, welche einzelne DSM-IV-Kriterien von Anorexie, Bulimie und Binge Eating erfüllt. Die Prävalenz war damit höher als bei den homo- und bisexuellen Frauen, wo jede zehnte schon einmal eine Essstörung hatte, wenn auch nicht immer in der vollen behandlungsbedürftigen Ausprägung. Bei den heterosexuellen Frauen waren es dagegen 8 Prozent. Essstörungen sind der Versuch der Heranwachsenden, sich einem falsch verstandenen körperlichen Ideal zu nähern, das durch körperbetonte Werte und Normen in der Gesellschaft vorgegeben wird. Nirgends aber wird nach Auskunft von Meyer der Körperkult so intensiv ausgelebt wie unter homo- oder sexuellen Männern. Sie sind deshalb häufige Gäste von Fitnesszentren, in denen sie versuchen, sich ihrem Ideal eines makellosen und begehrenswerten Körper anzunähern. Weil dies nicht immer gelingen kann, bleibt für viele nur der Weg über die Essstörung. Meyer fand heraus, dass sich unter den Besuchern der Studios besonders viele homo- und bisexuelle Männer mit Essstörungen befinden. Generell könne man aber nicht sagen, dass homo- und bisexuelle Männern, die in der “Gay Community” aktiv sind, überdurchschnittlich häufig befallen sind. Letzte Zweifel an dem Zusammenhang zwischen Körperkult und Essstörungen bleiben deshalb für Meyer noch bestehen. Überraschend ist für Meyer die hohe Prävalenz von Essstörungen bei homo- und bisexuellen Frauen. Sie galten bisher als immun gegen Anorexie, Bulimie und Binge Eating, wovon nach den jetzigen Ergebnisse nicht mehr die Rede sein kann. Insgesamt sollte den Essstörungen von Homo- und Bisexuellen mehr Beachtung als bisher geschenkt werden, betont der Forscher. Quelle : www.aertzeblatt.de
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