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2300 magersüchtige Mädchen im Kreis Herford
Wenn das Essen zum Feind wird Herford. Lange Beine, schmale Hüften, flacher Bauch gehören zum heutigen Schönheitsideal. Um das zu erreichen, hungern sich viele Menschen bis auf die Knochen ab. Mittlerweile leidet jeder dritte weibliche Teenager in Deutschland unter Ess-Störungen. Im Kreis Herford sind demnach über 2300 Mädchen im Alter zwischen zehn und 15 Jahren betroffen. Hinzukommt, dass sich jede Zweite in dieser Altersgruppe für zu dick hält, obwohl sie normal- bzw. untergewichtig ist. Auch Jungen lassen sich zunehmend von diesem fraglichen Trend anstecken. Meike Buchwald, Sprecherin der Techniker Krankenkasse (TK): “Eine Diät ist häufig die “Einstiegsdroge”. Dabei vergessen viele: Wer ständig hungert, spielt mit seinem Leben. Eine chronische Unterernährung kann zu Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen führen. Oft folgen tiefe Depressionen und Angststörungen. Die Behandlung von Magersucht gehört deshalb unbedingt in professionelle Hände. In Deutschland gibt es etwa 200.000 Magersüchtige. Über die Wirksamkeit verschiedener therapeutischer Verfahren bei Anorexia nervosa gibt es bisher zu wenige wissenschaftliche Studien. Ergebnisse deuten darauf hin, dass kognitiv-verhaltenstherapeutische Methoden und Problemlösetrainings sehr vielversprechend sind. Etwa 30 Prozent der Patienten können vollständig geheilt werden. Bei 35 Prozent wird eine Gewichtszunahme erzielt, wobei das Normalgewicht aber nicht erreicht wird. Etwa zehn Prozent der Betroffenen sterben an den Folgen der Erkrankung. Die Wahrscheinlichkeit für eine Besserung der Problematik ist höher, wenn die Essstörung schon in jungem Alter begonnen hat und rechtzeitig behandelt wurde. Ungünstig ist, wenn die Krankheit lange bestand, wenn die Erkrankten sich erbrechen oder Abführmittel benutzen und die Beziehungen in der Familie sehr problematisch sind. Auch bei einer starken Besserung der Symptome und langfristig normalem Gewicht sind viele der Betroffenen für lange Zeit in ihrem Umgang und in ihren Einstellungen zum Essen auffällig. Die meisten Betroffenen erkennen auf Grund einer gestörten Wahrnehmung ihres Körpers nicht, dass sie viel zu wenig wiegen. Sie selbst empfinden ihr Essverhalten als völlig normal. Obwohl sie stark abgemagert sind, fühlen sie sich zu dick und wollen weiter abnehmen. Freunde und Familienangehörige sollten schon bei den ersten Anzeichen das Gespräch suchen und Hilfe anbieten. Die Tatsache, dass im Kreis Herford über 2300 Mädchen im Alter zwischen zehn und 15 Jahren magersüchtig sind und sich jede Zweite in dieser Altersgruppe für zu dick hält, obwohl sie normal- bzw. untergewichtig ist, spricht Bände wenn man sich ins Gedächtnis ruft, welches Ideal den Mädchen von sämtlichen Plakatwänden und Zeitschriftencovern hohlwangig zulächelt. Quelle: www.wochenanzeiger-herford.de
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