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Alt 29.06.2007, 03:03
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Standard Luisa, 17 Jahre

Luisa, 17 Jahre
Warum??

Es kam einfach so, ich wollte dünn sein, so dünn wie meine Lieblingsschauspielerin, einfach nur bewundert werden... dafür setze ich alles aufs Spiel!
Ich hungerte mir in 14 Tagen in einer Ferienfreizeit 8 Kilos ab(damals war ich 13) - alle machten sich Sorgen um mich und schon bald stand ich im Mittelpunkt. Ich fühlte mich so unendlich wohl. Habe ich denn dieses Gefühl zu Hause nicht erfahren???

Ich war richtig dünn, doch warum konnte ich plötzlich gar nichts mehr essen?...Warum habe ich mich so sehr davor geekelt?
Warum brauchte ich eine Stunde um ein halbes Brötchen runter zu würgen?
Ich wurde gezwungen zu essen, aber ich konnte es einfach nicht - mir war so unendlich übel. In der Ferienfreizeit verbrachte ich die schrecklichste Nacht meines Lebens. Mein ausgehungerter Körper fing an sich zu wehren - ich bekam Schüttelfrost, zitterte am ganzen Leib, mein Herz raste, ich bekam Fieber. Meine Freundin sah mir in meine ängstlichen nach hilfeschreienden Augen. Ich war ihr so dankbar, dass sie bei mir war.. sie hielt meine nass geschwitzte aber dennoch kalte zitternde Hand. Mir wurde schwindelig, alles drehte sich - war es das was ich wollte?
Ich kippte um und für Minuten war ich nicht ansprechbar. Als ich erwachte lag ich im Bett, die Betreuerin neben mir, sie hatte einen kalten Waschlappen auf meine Stirn gelegt. Meine Freundin stand daneben und hatte Tränen in den Augen, denn sie wusste den Grund meines Kollaps. Zwei Tage noch dann war die Ferienfreizeit vorbei, mir kam es vor wie Wochen. Mir ging es so schlecht, am Telefon log ich meinen Eltern vor, es ginge mir gut... doch meine Seele schrie!

Nun hatte ich das was ich wollte, oder? Die Angst schien mir ins Gesicht geschrieben - die anderen Kinder nannten mich magersüchtiges Hühnchen(war nicht böse gemeint und wie banal es auch klingen mag, ich habe mich über solche Bemerkungen gefreut!!. Ich machte mir Gedanken, kann das denn sein, dass ich magersüchtig bin?? Ich wollte es nicht wahrhaben. Warum denn dann fiel es mir so schwer einen Bissen zu essen?? Abfahrtstag, endlich wieder würde ich nach Hause fahren und alles wird gut... die Fahrt war schrecklich, überall roch es nach Süßigkeiten, nach Broten mit Wurst und Käse - mir wurde übel und ich versuchte mit Mühe und Not mich nicht zu übergeben. Ich war froh, endlich wieder daheim zu sein - meine Freundin und ich stiegen aus dem Bus, meine Eltern waren noch nicht da. Ich verabschiedete mich von den anderen Kindern und hoffte sie nie wieder zu sehen, denn für mich war dies der schlimmste Urlaub, in meinem Leben und ich wollte nie wieder daran erinnert werden. Die Betreuer habe ich gehasst, sie sahen tatenlos zu wie ich körperlich immer weiter abbaute und keiner von ihnen benachrichtigte meine Eltern. Ich war damals zu jung um zu wissen, dass ich die Schuld selbst trug..?!

Die Mutter meiner Freundin begrüßte mich sah mir ins Gesicht und meinte: "Du siehst aber gar nicht gut aus - was ist los bist du krank?" Ich fand keine Worte - kurz darauf kamen meine Eltern. Sie haben mir zur Rückkehr eine Sonnenblume mitgebracht, meine absolute Lieblingsblume. Das war das erste mal, seit langem wo mir ein Lachen über mein Gesicht huschte. Doch dieser Augenblick hielt nicht lange an. Meiner Mama rollten Tränen übers Gesicht, als sie mich sah. Sie nahm mein Gesicht in ihre Hände und sagt: "Mein Schatz, wie siehst du denn aus? Hast du nichts gegessen? Du bist so fürchterlich dünn geworden!" Mein Papa dagegen schaute mich nur an, aber ich wusste genau, dass er sich genauso große Sorgen machte wie sie. Aber er blieb stumm- wie immer!!

Ich war erschöpft von der langen Fahrt und wollte so schnell wie möglich nach Hause. Mama steckte mich in die heiße Badewanne und brachte mir eine Brühe... der Geruch stieg mir in die Nase, mir wurde übel, doch um meine Mama zu beruhigen nahm ich 1-2 Löffel... aber plötzlich hielt ich es nicht mehr aus, ich rannte zum Klo und übergab mich... Meine Mama ließ mich bald allein, ich wollten ur noch schlafen... auf dem Weg zum Bett ging ich am Spiegel vorbei... ich sah 2 große traurige Augen, ein eingefallenes Gesicht und tiefe, dunkele Augenränder - erst jetzt war mir bewusst, was ich meinem Körper angetan habe... aber ich dachte nicht weiter darüber nach. In den nächsten Tagen konnte ich meine Eltern davon überzeugen, dass ich eine Mandelentzündung hatte und deshalb nichts essen konnte - bis heute weiß ich nicht, ob sie mir das abgekauft haben. Mit meine Papa bin ich dann zum Arzt, den habe ich auch belogen, aber ich hoffte für mich, dass er mich durchschaute! ER GLAUBTE MIR:-((

Einige Wochen vergingen, meine Eltern haben mich wieder ein wenig aufgepäppelt, fasste ich erneut den Entschluss abzunehmen - ich trieb unendlich viel Sport. Ich lief jeden Tag 20 Minuten in meinem Zimmer auf einer Stelle, fuhr häufig mit dem Hometrainer, benutze ständig mein Fahrrad, wollte nirgends wo mehr mit dem Auto hingebracht werden... ich verzichtete ein Jahr lang!! auf Süßigkeiten aller Art. Ich war sehr ehrgeizig (was ich heute auch noch bin) meine Mutter kaufte mir häufig Chips, Schokolade etc - aber ich blieb hart und schenkte alles meinem Bruder! Ich habe meinen Körper mit einem Maßband vermessen und die Daten täglich kontrolliert und notiert... ich machte Luftsprünge wenn sich mein Bauchumfang um 1 cm verringert hat. Eines Tages erwischte mich meine Mutter dabei, fragte mich ob ich magersüchtig sei! Ich lachte sie aus und sagte: "Mama ich bin doch nicht magersüchtig - ich esse doch!!" Sie hakte nicht weiter nach... und ich machte weiter. Ich wog 46kg bei einer Größe von 1.73m und fühlte mich zu dick zumindest der Bauch! Ich betrachtete mich häufig im Spiegel und sah ein Mädchen mit einem kugelrunden dickem Bauch, und mit einem dickem Po... ich weinte oft...

Mein Bruder nannte mich immer fette Sau oder so. Später sagte er mir dann, dass er mich ja nur ärgern wollte, denn ich war alles andere als dick... und auch noch nie dick gewesen, ich war immer sehr schlank.. aber damals nahm ich mir das zu herzen. Ich glaubte ihm, machte weiter um ihm zu gefallen.. Mein Gewicht hielt ich dann aber doch (Gott sei dank!!). Aus Angst jemand würde erfahren wie dick mein Po ist, trug ich immer Oberteile, die lang genug waren.
In der schule sprachen mich einige Mitschüler auf meinen Gewichtsverlust an: boah bist du dürr geworden usw. Es klingt verrückt, aber darüber habe ich mich sehr gefreut!
Zeit verging und mit mir wieder Berg auf... mit Ende 13 ging ich zum Leichtathletik und machte auch so viel Sport (ich habe mir immer gesagt ich mache Sport nur weil's Spaß macht - Aber ich habe mich selbst belogen, natürlich auch damit ich dünn bleibe.

Ich wurde 16 und da fing's dann wieder an, ich wollte so dünn sein wie ein Model, ich hungerte wieder sehr und aß nicht wie früher nach 18 Uhr nichts mehr - nein schon ab 14 Uhr war finito! Ich habe versucht nach meinen Fressanfällen zu erbrechen, um wieder "frei" zu sein, aber ich bin sehr froh, dass es nie passiert ist!!!
Ich trieb viel Sport und wollte in allem was ich tue die beste sein, schlechte Noten gab es bei mir nie! Auch in der Leichtathletik war ich sehr erfolgreich!

Nun bin ich 17 Jahre alt bin 1.76m groß, wiege 52 kg, bin im Laufsport aktiv und fahre Trimmrad. Vor einigen Monaten war ich bei 2 verschieden Therapeuten, doch ich habe die Therapie schon nach kurzer Zeit abgebrochen (leider!!) Mittlerweile ist mir aber klar, dass man ohne Hilfe aus diesem Teufelskrieis nicht mehr herauskommt!! Zur Zeit geht es mir nicht sehr gut, ich esse sehr wenig und mein Leben besteht aus Fressattacken und Hungertagen - und jedes Mal hungert ein Stück Seele mit - Das schlechte Gewissen nach dem Essen plagt mich sehr und auch dass meine beste Freundin mich bewundert und den gleichen Scheiß jetzt auch anfängt, ist keine große Hilfe für mich! Wir spornen uns regelrecht an, weiter abzunehmen - wir reden nur übers essen bzw. nicht essen - das tut echt weh!! Ich hoffe dass es bei ihr nie soweit kommen wird, ich hab sie doch so lieb! Aber bald habe ich einen Termin und werde mir helfen lassen. Ich möchte wieder ein ganz normales Leben führen und das essen worauf ich Hunger habe!! Das Leben ist viel zu kurz um es so zu zerstören!! Ich freue mich schon - bald sind die leckeren riesigen Eisbecher mit Schokosoße und einer extra Portion Sahne nicht mehr sicher vor mir))

So,es tat gut alles dass mal zu Papier zu bringen... bin jetzt fast am Ende angekommen,aber bevor ich aufhöre möchte ich noch einem ganz besonderen Menschen in meinem Leben DANKE sagen. Und zwar meiner aller liebsten Maus "Lisa". Sie hat mir die ganze Zeit über geholfen, mir zugehört und mir das Gefühl gegeben, dass ich nicht allein bin!! Ohne sie hätte ich all das wahrscheinlich nicht so gut überstanden...Danke Schatz!!! "Ich hab dich sooooo unendlich lieb,ich hoff du weißt das!!! -Will dich nie wieder hergeben müssen!!!"" So,damit das jetzt jeder weiß!!!*g* Euch allen wünsche ich ganz viel Kraft, ihr dürft den Glauben an euch niemals verlieren!!!
*ganzfestdrückli*..eure Luisa

luisa.b@gmx.de

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Alt 29.06.2007, 16:42
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oh mein gott ich weiß garnicht wa sich dazu sagen soll... das zeigt mir das ich umbedingt was dagegen machen muss das es nicht so weiter gehen kann ...es tut mir wirklich leid was bei dir alles passiert is...das is echt schlimm oh man ich kann nix sagen das hat mir gerade gezeigt das is kein spaß is und das mann nicht mehr so schnell gesund wird wen man das ein mall hat denn bei mir geht es schon los das ich nix mehr runter bekomme und das mir wen ich esse schlecht davon is .....

leibe grüße katja
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hallo ich heiße katja
ich hab seit lägeren zeit eine essstörung...und ich weiß nicht wie ich damit klar kommen soll und wie ich davon weg komme ich hoffe mir wirt hier bischen geholfen...!
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  #3 (Permalink)  
Alt 29.06.2007, 22:46
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Beiträge: 166
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liebe katja

in einer essstörung ist man sehr schnell drin, rauskommen jedoch tut man nur schwer. je eher du dir helfen lässt, desto grösser ist die warscheinlichkeit, dass man dir wirklich helfen kann. such dir hilfe und nimm sie auch an.
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Alt 21.04.2008, 23:53
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Standard Hast du es geschafft?

Hallo Luisa!
Ich weiß, dein Bericht ist schon sehr lange her und vielleicht schaust du auch schon lange nicht mehr in dieses Forum. Trotzdem möchte ich hier und jetzt eine Frage stellen:

Hast du es geschafft? Hast du es wirklich nach diesem Artikel aus de Krankheit geschafft?
Es tut mir leid, aber bei einem Satz, wie "jetzt sind die Eisbeicher nicht mehr vor mir sicher" glaube ich nicht an Heilung.
Ich habe so viel durchgemacht. Unter anderem genau das. Und ich habe noch viel mehr über mein Leben geschrieben und reflektiert und bin trotzdem immer wieder gescheitert.
Es würde mich so für dich freuen, wenn du mit "Ja" antworten könntest. Doch es ist auch nicht schlimm, wenn du es danach nicht geschafft hast.

Nun ja, es ist seitdem viel Zeit vergangen und ich hoffe für dich, dass du wieder halbwegs normal leben kannst.

Ich wünsche dir viel Glück und Erfolg in deinem Leben.
Liebe dich selbst und gib dich niemals auf.

Liebe Güße
LeaLe
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