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  #1 (Permalink)  
Alt 03.05.2008, 09:41
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anorexisch... komisches wort. anorektisch heißt das

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

hallo zusammen...

mein name ist lisa, ich bin 23 jahre alt und komme aus stuttgart.

ich war schon früher immer ein psychisch-labiles kind. hatte immer die angst nicht wahrgenommen zu werden, fühlte mich missverstanden und zu wenig geliebt. ich habe mich oft nicht liebenswert gefühlt, weil auch immer ich die jenige war die für alles verantwortlich gemacht wurde.
das alles kam hauptsächlich dadurch, dass meine jüngere schwester ( heute 19 ) immer ein problem-kind war.
sie war immer klein, zierlich, wurde öfter krank weil ihr immunsystem nicht stark genug war. keine schlimmen krankheiten- häufiger erkältung und ein aufenthalt im krankenhaus, weil sie so bläßchen im ganzen mund hatte und nichts essen konnte.
selbstverständlich, dass die aufmerksamkeit meiner eltern die ersten 3 jahre meiner schwester gegolten hatte.
weil meine schwester körperlich nie so weit war wie die anderen- immer klein, dünn- musste sie in regelmäßigen abständen zum arzt. kontrolle ob sie sich so entwickelt wie es sein muss. heute geht´s ihr blenden. sie ist 19, gesund, kann essen was sie möchte ohne dick zu werden. alles ist gut bei ihr. jetzt entwickelt sich alles so wie es sein muss. das ist auch schön und freut mich sehr.
sie hat die veranlagung meines papas essen zu können was sie möchte. ich habe die veranlagung von meiner mama und musste schon immer aufpassen, dass ich nicht zum moppelchen werde. ich war nie dick. aber ich konnte nicht wahllos alles in unmengen in mich stopfen.

ich bin vielleicht jetzt etwas vom thema weg... aber genau die vorgeschichte ist dafür verantwortlich, dass es mir heute so geht.

das erste mal in psychologischer behandlung war ich mit 11. obwohl es wahrscheinlich schon viel früher hätte sein müssen. ich habe schon damals gemerkt, dass mein kleiner körper das alles nicht aushält. dieses minderwertigkeitsgefühl das ich hatte, die verlustängste. ich konnte die geschehenen dinge wie einen streit usw. nicht verarbeiten und somit legte sich jedes weitere "problem" immer auf den bestehenden haufen. wurde größer und größer.

mit der essstörung fing es an als ich 13/14 war. bis ich 18 war hatte ich es noch so unter kontrolle, dass es gesundheitlich nicht gefährlich für mich war.
richtig tief in der magersucht bin ich seit ca 5 jahren. ich habe nur noch suppe, joghurt und käse gegessen. getrunken habe ich damals schon wenig.
nach einer weile habe ich die wirkung der abführmittel für mich entdeckt.
am anfang habe ich abführtee getrunken. das bestimmt ein jahr lang. auf täglicher basis.
erst einen beutel und eine tasse pro tag. nach einer weile habe ich mir immer eine ganze kanne mit 4-5 beuteln gemacht und das getrunken.
teebeutel im mülleimer und die verpackungen waren aber irgendwann zu lästig. dann bin ich umgestiegen und habe dragees genommen.

sommer 2004 habe ich fast gar nichts mehr gegessen. manchmal etwas obst oder eine scheibe vollkornbrot. meine angst vor dem essen war jetzt schon so groß, dass ich einfach nichts mehr essen konnte. ich hatte so panik. getrunken habe ich auch kaum mehr, weil ich das völlegefühl nicht ertragen habe. ich habe weniger als 0,5l am tag getrunken. lieber kaugummi gekaut oder an ganz heißen tagen ein wassereis gelutscht. so konnte ich vermeiden, dass mein mund austrocknet.
damals wog ich dann noch 40kg bei einer körpergröße von 1,58m.
meine blutwerte waren so dermaßen schlecht. und durch das wenige trinken hatte mein blut zu wenig sauerstoff.

damals hatte ich dann zumindest aufgehört die abführmittel zu nehmen. da ich schon total immun dagegen war und ich so erhöhte dosen gebraucht habe, dass überhaupt was passiert.

nach diesem sommer habe ich dann eine ambulante therapie begonnen. und diese nach 2 monaten wieder abgebrochen. ich war nicht bereit.

bis heute kämpfe ich mit der krankheit. es gibt phasen- ein zwei monate- in denen ich es einigermaßen im griff habe und die angst vor dem essen etwas unterdrücken kann. nur dann kommt wieder der punkt an dem ich falle.

seit 2 montaen ist es wieder ganz schlimm. ich esse kaum. manchmal fällt mir auf, dass ich 2 tage nichts getrunken habe. aber ich versuche zumindest jeden tag ca. 0,5 l zu trinken.

ich weiß das alles ist gefährlich und nicht gut für mich. ich beführworte essstörungen nicht und steh auch nicht auf diese pro ana-bewegung.
magersucht ist eine schlimme krankheit. sie verändert das ganze leben, die gesundheit wird so geschädig, lebensqualität hält sich am minimum.

trotzdem habe ich es nach so vielen jahren nicht geschafft den schritt zu gehen und eine therapie zu machen.

ich würde mich sehr freuen, wenn ich hier menschen finde mit denen ich mich austauschen kann.

Geändert von LittleLissi (03.05.2008 um 10:17 Uhr).
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  #2 (Permalink)  
Alt 03.05.2008, 12:01
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Deine Geschichte hört sich sehr mühsam an, und ich kann mir sehr gut vorstellen, wie du dich fühlst. Es erinnert mich an eine Bekannte von mir, die ebenfalls magersüchtig ist, leider aber auch noch nicht geheilt.
Ich bin sehr gut mit ihrer kleinen Schwester befreundet, die ebenfalls sehr unter der Krankheit ihrer Schwester leidet und sich große Sorgen macht. Die Mutter ist eher sehr füllig, war aber immer auf der Seite der großen Schwester. Die kleine Schwester war Papas Liebling und bekam wohl mehr Aufmerksamkeit von ihm als ihre Schwester. Dafür hat dann die ältere Schwester immer ein Bündnis mit der Mutter geschlossen, worunter wieder die kleine litt..

Was hast du für ein Verhältnis zu deinem Vater?
Ich selbst habe Bulimie. Alles begann aber auch mit einer Phase der Magersucht. Erst als ich die Beziehung zu meinem Vater langsam aufklären konnte, ging es mir von mal zu mal besser. Ich hatte immer das Gefühl, er wäre nie für mich da und meine großen Halbschwestern würden viel mehr Aufmerksamkeit von ihm bekommen.
Ich habe gelernt, mehr und mehr meine Bedürfnisse gleich auszusprechen und dass ich ihn nicht verändern kann.

Ich habe mich sehr stark mit den psychologischen Hintergründen von Essstörungen auseinandergesetzt und auch ein Buch dazu geschrieben, das ein Verlag drucken möchte.
Dort habe ich festgestellt, dass viele magersüchtige Menschen eigentlich eine große Angst um einen anderen Menschen aus der eigenen Familie haben, der wirklich Grund hätte, sich umzubringen. Das muss nicht am furchtbaren Leben liegen. Vielleicht hatte die Person vor vielen, vielen Jahren ein Erlebnis oder der Tod der Eltern hat die Person in ein so tiefes Loch gestürzt..
Da kannst du ja mal forschen.. Gibt es einen Menschen in deiner Familie, mit dem du dich sehr verbunden fühlst?

Ich werde im Juli in eine Klinik in Baden-Württemberg gehen. Auch ambulant. Ich erhoffe mir davon, wieder ein normales Verhältnis zum Essen zu bekommen. Danach will ich studieren und brauche meine volle Kraft.

Ich hoffe, meine Worte konnten dir ein klein wenig helfen..

Liebe Grüße
Leoleale
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  #3 (Permalink)  
Alt 03.05.2008, 15:03
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hallo leoleale,

erst einmal danke für eine antwort.

seit ich nicht mehr daheim wohne- seit 4 jahren- hab ich ein gutes verhältnis zu meiner mutter, zu meinem vater und zu meiner schwester. meine schwester wohnt in der zwischenzeit auch nicht mehr daheim.
mein freund und ich besuchen meine eltern fast jedes wochenende.

ich kann dir sagen, dass es bei mir nicht so ist, dass ich angst um einen gewissen menschen habe und ich evtl. dadurch die probleme habe.
bei mir ist es einfach durch all das viele was geschehen ist.

meine eltern haben selbst nie gelernt entschuldigung zu sagen. anderen zu sagen, dass sie einem etwas bedeutet usw. das haben meine eltern in ihrer kindheit nie kennengelernt.
wenn sie uns mal unrecht getan haben, kam nie ein entschuldigung wie das bei vielen familien ist.
meine eltern haben uns nie gesagt "wir lieben dich/euch". klar haben sie uns auch in den arm genommen, aber solche worte sind nicht gefallen.

ich habe mit der zeit ein "verhärtetes" verhältnis zu meinen eltern bekommen. erst als es mir richtig schlecht ging und ich ganz dünn war kamen sie in dieser art auf mich zu wie sie es hätten immer tun sollen.

ich werfe ihnen das nicht vor. es ist nur leider so, dass ich als kleines kind schon sehr unter allen umständen gelitten habe und ich das nie verarbeiten konnte.
ich würde mich als sehr sehr labil bezeichnen. ich ertrage es nicht zurückgewiesen zu werden, allein gelassen zu werden. habe so außerordentiche verlustängste. weil ich das gefühl damals immer verspürt habe.

es hängt so viel daran. es ist meine allgemeine psychische verfassung, die essstörung, schlafstörungen/schlechte träume.

in welche klinik wirst du gehen? und wie sieht deine ambulante therapie aus?

woher kommst du denn genau?

hmmm... es würde mich freuen, wenn wir in kontakt bleiben.

es ist ein großer schritt sich für eine therapie zu entschließen. seit dem einen mal hab ich es nicht mehr geschafft.


lg
lisa
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  #4 (Permalink)  
Alt 03.05.2008, 17:16
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Ich wohne in Hamburg und seit September in einer 2er-WG.
Im Juli möchte ich in diese Klinik gehen:
Karlsruher-Sanatorium-AG - Rehabilitationskliniken

Meine Mutter hat einen Bericht einer Erkrankten gelesen, die in der Partner-Klinik war und total begeistert ist bzw sogar sagt, sie sei auf einmal völlig geheilt gewesen.

Auf dieser kannst du mal nachlesen..
Essstörung, Bulimie, Anorexie (Magersucht), Binge Eating, Essproblem, Selbsthilfe

Ansonsten habe ich bisher nichts von einem Klinikaufenthalt gehalten.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es förderlich ist, mit noch mehr gestörten Mädchen zusammengesteckt zu werden. Da steigert man sich nur noch mehr rein und vergleicht sich auch noch mit den absoluten Härtefällen..

Für mich war es wichtig, festzustellen, dass ich mit meinem Verhalten nur MIR schade. Die Heilung tue ich also für mich und für niemand anderes.
Ich sehe mich nicht mehr als Opfer. Das bringt nichts. Ich bin selbst für alles verantwortlich und habe es in der Hand, wie ich mit meiner schwierigen Familiensituation umgehe. Und ich habe mich jetzt zur Genesung entschlossen.
Immerhin zwei Wochen durchgehend habe ich es mit de Ernährung geschafft. Dann kam wieder ein Rückfall, aber die Abstände bzw "schlechten Zeiten" werden immer weniger.. das macht mir doch große Hoffnung.

Ich hatte wirklich schon allen Mut verloren, weil, egal was ich tat, alles ging wieder schief und endete im Essanfall.. Ich konnte einfach nicht mehr.. Aber langsam sehe ich Licht am Horizont.
Das wünsche ich dir auch so sehr..

Es ist schwer, deine Situation einzuschätzen, da ich natürlich wenig darüber weiß.
Es ist halt immer die Frage, warum wird die eine magersüchtig, wenn ihre Eltern ihr nie sagen konnten, dass sie sie lieben und die andere wieder nicht..
Respektiere deine Eltern so wie sie sind, denn du kannst sie nicht verändern, egal was du tust.
Und noch eins: Hol dir Hilfe!
Ich habe so lange gedacht, dass ich das alleine schaffe, dass ich nur den richtigen Gedanken und genügend Disziplin bräuchte. Aber das traf leider nie ein. Ich musste mir eingestehen, dass ich wirklich schon in einer Sucht bin, die ich alleine nicht besiegen kann.
Ich habe einige meiner Freunde darüber aufgekärt, damit sie mir nicht ständig was zu essen anbieten. Meine Eltern und viele meiner Familie wissen bescheid. Das war sehr wichtig, um mir Rückhalt und Verstärkung zu holen.

Keiner kann dir helfen, wenn du es nicht selbst willst. Wenn du alles ablehnst, das dich von der Krankheit befreien könnte, wirst du noch 10 weitere Jahre damit zu kämpfen haben.
Bei mir sind es erst drei Jahre. Die haben mir jetzt aber auch gereicht. Die Krankheit hat mir drei meiner kostbarsten Lebensjahre in der Jugend genommen. Ich hatte Zeiten, da bin ich nicht mehr rausgegangen, weil ich lieber für mich war und mich der Sucht hingegeben habe.
NIE WIEDER! Jetzt versuche ich, sooft wie möglich rauszugehen, mich mit Freunden zu treffen, viel mit ihnen zu reden und mich zu bewegen.


Ich finde es schön, hier mal ein wenig schreiben zu können..
Lass uns bitte in Kontakt bleiben!

Alles Liebe
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  #5 (Permalink)  
Alt 03.05.2008, 21:09
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ja, es ist schwer einzuschätzen wie es einem anderen geht!
ich sage nicht, dass ich magersüchtig geworden bin, weil meine eltern mir nicht genügend liebe entgegen gebracht haben.
ich bin krank geworden, weil ich mit allem, mit mir nicht mehr klar gekommen bin. alles andere was mit meiner famielie zu tun hat ist einfach nur die vorgeschichte, die mich schon zu einem "nicht normalen kind" gemacht haben.
was ich mit einem nicht normalen kind meine ist einfach nur... kein kind sollte mit 10 oder 11 schon in therapeutischer behandlung sein, weil es seelisch so sehr zu kämpfen hat. verstehste was ich meine?

ich weiß auch für mich, dass ich nur mir helfe kann und ich eine therapie nur für mich mache. nicht für jemand anderen. das weiß ich.
und ich weiß, dass ich für das alles verantwortlich bin und alles allein in der hand habe. kein anderer. das weiß ich.

bei mir wissen es auch meine familie und auch einige meiner freunde. es geht gar nicht anders, wenn das über so viele jahre hinweg geht.

trotzdem bin ich im moment immer noch nicht bereit wieder eine neue therapie anzufangen. vielleicht bald. wer weiß das schon.
ich wünsche es mir natürlich auch.


naja, ist echt gut, dass du dich dafür entschieden hast! ich wünsch dir auch viel erfolg.


ja, wie gesagt... ich fänd es auch schön, wenn man in kontakt bleibt!



lg
lisa
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  #6 (Permalink)  
Alt 04.05.2008, 02:35
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Was spircht denn in dir momentan gegen eine Klinik?
Oder anders gefragt: Welcher Teil in dir will weiterhin mit der Krankheit leben und welche Gründe hat er?
Hast du dich mal gefragt, welche Vorteile die Krankheit für dich hat? Warum ist dein Kopf noch nicht so weit, sich JETZT Hilfe holen zu lassen? Warum muss er erst sehen, dass dein Körper völlig am Ende ist, um zu begreifen, dass es nicht einen Tag länger so weiter gehen kann?
Können deine Eltern irgendetwas tun? Sprechen sie das Thema an oder umgehen es die meisten mittlerweile?
Die Erfahrung habe ich bei vielen Freunden gemacht. Ich konnte ihnen schnell wieder klarmachen, dass alles mit mir in Ordnung sei und sie eh nichts für mich tun könnten..
Meine Mutter hat nicht so schnell aufgegeben, aber mein Vater hatte wirklich wenig Verständnis für die Situation. Er fühlte sich sehr hilflos und wusste einfach nicht, wie er mich beraten sollte, auch wenn er es gerne getan hätte.
Viele Eltern sind wohl eher überfordert mit so einer Krankheit. Da hatte ich einfah Glück, weil meine Mutter Therapeutin ist und schon so einiges erlebt hat..

Gibt es Situationen, in denen du mal Spaß am Essen hast?
Ich habe mir geholfen, indem ich seit neustem öfter mal Freunde zu mir einlade, mit denen ich koche. Das macht riesen Spaß, es ist nicht so teuer wie ein Restaurantbesuch, es verbindet und ich kann mitentscheiden, was eingekauft wird.
Um aus der schlimmsten Phase der Krankheit zu kommen, habe ich mir viele Hilfsmittel gesucht, auf einiges bewusst verzichtet und mir neue Tätigkeiten gesucht.
ZB. habe ich auf einen Fernseher verzichtet. Ok, den hole ich ständig wieder raus, aber ich gebe doch mein Bestes, immer weniger zu gucken, weil ich oft vor dem Fernseher gegessen und gegessen habe..
Ich habe früher Leistungssport Volleyball gemacht, aber ganz damit aufgehört, was meine Lage nicht verbessert hat.. Jetzt gehe ich ab und zu ins Fitness-Center, mach Qi Gong und will mit Yoga anfangen.
Ich versuche so viel we möglich, mich aus dem Haus zu locken, mir einen festen Tagesablauf zu schaffen, viel Kontakt mit anderen Menschen zu haben und immer bewusst im Hier und Jetzt zu leben (was mir noch nicht ganz gelingt).

Ich wünsche dir eine schöne Nacht und freue mich auf eine baldige Antwort mit deinen Gedanken..
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  #7 (Permalink)  
Alt 04.05.2008, 09:19
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was gegen eine klinik spricht? gegen eine klinik spricht, dass ich nicht bereit bin. und dann würde ein klinikaufenthalt nichts bringen.
die "vernünftige" seite des kopfes sagt mir, dass ich mir endlich wieder hilfe suchen muss. 10 jahre ist eine lange zeit. man verliert sein altes leben und hat überhaupt keine lebensqualität mehr.
die dunkle seite meines kopfes sagt mir, dass sie das nicht möchte. sie hat angst vor dem was kommt. vor dem leben das ich davor hatte. essen ohne angst zu haben.
sie glaubt nicht, dass es für einen magersüchtigen menschen jemals wieder möglich ist ein normales verhältnis zum essen zu bekommen.

weißt du, ich glaube, dass manche ihre essstörung in der hinsicht bekämpfen, dass sie gestärkt werden und ein einigermaßen normales verhältnis zum essen aufbauen.
aaaaaaber, es wird immer wieder kommen!!!!!!
in einer schwierigen situation, wenn es tiefpunkte gibt.

ich denke, dass ich persönlich nie wieder ein normales verhältnis haben kann. ich kann nicht ohne mir gedanken zu machen essen. das kenne ich nur, wenn ich mich an meine kindheit erinnere. bis ich 10/11 war ging das. ab da hat es angefangen.

ich habe in den jahren nie freude beim essen gehabt.

ich habe "gute phasen" und "schlechte phasen".
gute phase: du isst mehr als nur NIX oder 600 kalorien am tag- ich sag mal bis 1000 kalorien. z. b. salat, suppe, pizzarand, joghurt, wenn ich mir mühe gebe ca. wasser 1 l
angst vor dem essen ist da, gedanken über kalorien bei vor und während einer mahlzeit, wiegen, häufiges im spiegel anschauen, bewegungsdrang.
diese phase dauert wenn es gut läuft 1-2 monate und die habe ich ein bis zweimal im jahr

schlechte phase: entweder esse ich an manchen tagen gar nichts oder zumindest bis 500/600 kalorien am tag. wenn ich etwas esse nur z.b. salat, joghurt, apfel, babybrei.
wasser nehme ich wenn ich mich anstrenge 0,5 l zu mir. es kann sein, dass ich auch mal 1 oder 1,5 tage nichts trinke. ich habe wahnsinnige panik vor dem völlegefühl. ob durch nahrung oder wasser.
die angst vor dem essen ist so unbeschreiblich groß. schuldgefüle selbst nur bei einem apfel, ich denke immer über kalorien oder essen nach, schaue mich sehr häufig im spiegel an um zu sehen wie sich meine knochen zeigen. bewegungsdrang ist sehr sehr hoch. wiegen- immer.
diese phase geht das ganze jahr über mit außnahme der guten phase. sagen wir... 6 monate

jeder normale mensch würde jetzt sagen " wieso nennst du die eine phase die GUTE PHASE??? sie ist genauso wenig gut wie die andere. "
ich kann es so einigermaßen unterteilen, denn ich habe halt ein bis zweimal im jahr eine gute phase in der ich etwas mehr esse. wie oben beschrieben. z.b. esse ich einen salat. und dazu esse ich etwas pizzarand. das gibt mir das gefühl, dass ich was gut gemacht habe. einfach etwas pizzarand zu einem salat auf dem ich bissl rum kauen kann.

ich fühle mich im moment nicht bereit, da ich angst habe vor dem was kommt. ich weiß ich werde es schaffen eine therapie zu machen und diese nicht abzubrechen.

weder meine eltern noch mein freund noch wer anderes kann etwas tun. es liegt allein in meiner hand ob ich in therapie gehe oder nicht. sie reden natürlich immer mal darüber, dass ich hilfe holen soll.
aber es bringt nichts in eine klinik zu gehen, wenn ich nachher da raus gehe und nichts davon angenommen habe, weil ich einfach nicht bereit dafür bin.
verstehst was ich sagen möchte?

wie sieht das mit deiner therapie aus? ambulant heißt ja, dass du dort nicht schläfst.

hoffe ich höre heute wieder von dir...

lg
lisa
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  #8 (Permalink)  
Alt 04.05.2008, 18:55
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Ich werde bei meiner Tante in der Zeit wohnen und vielleicht sogar ein wenig den Sommer dadurch genießen können.
Lange habe ich nicht an eine Klinik geglaubt, die mir helfen könnte.. Auch bei dieser bin ich mir nicht sicher. Aber ich WILL etwas TUN. Ich kann nicht mehr. Noch ein Jahr länger und ich gehe zugrunde!!!
Ich will LEBEN, ich will SPAß haben, ich will meine alte FREUDE am Leben, die ich mit 14 Jahren noch hatte.
Bei mir fing es erst mit ca. 16 Jahren an. Vorher hatte ich mal eine Diät begonnen und meine Ernährung umgestellt, obwohl ich nie dick war und vorher NIE Probleme mit dem Essen hatte.
Ich habe sehr stark mit der Krankheit auseinandergesetzt. Vor allem wichtig war es, die Auslöser zu entdecken: WANN fange ich an, zu essen. WARUM habe ich Angst vor dem Essen? WARUM habe ich Schuldgefühle. All das habe ich schon herausgefunden.

Was ich bei dir höre, ist immer nur "Ich habe Angst", "Ich fühle mich schlecht, schuldig"..
Nachdem ich so stark abgenommen hatte, war jeder Gang über die Treppe Horror für mich. Meiner Mutter sagte ich dann immer, ich fühle mich so schwer. Dass ich zu diesem Zeitpunkt total magersüchtig war, sah ich im Spiegel nicht. Da sah ich nur die Fettpolster an meinem Bauch..
Das spielt dir dein Kopf vor! Da ist nichts!!!
Du schiebst deine Passivität auf die "Angst", aber du könntest eigentlich jeder Zeit mit einer Therapie anfangen. Mach es doch einfach!! Warum willst du noch länger warten?? "weil du meinst, dass du in diesem Zustand keine Therapie annehmen würdest.." Na und?? Besser als gar nichts zu tun!
Du musst ja nicht in eine Klinik. Wie wärs denn, wenn du dich mal an eine Selbshilfegruppe oder eine Beraterin wendest? Du wirst feststellen, dass du nicht die einzige bist, der es so geht.
Ich habe vor kurzem ein Mädchen kennengelernt, die magersüchtig war/ist. Ich konnte es nicht glaube, aber wir haben wir Zwillinge gedacht. Es war so wunderbar, mich mit einem Menschen auszutauschen, die genauso dachte wie ich und die genau dieselben Erfahrungen in Bezug auf Essen und mit anderen Menschen gemacht hat. Klar wusste ich auch vorher, dass es genug Mädchen gibt, die auch essgestört sind, aber das jemand wirklich genau wie ich denkt, dass hätte ich mir nie erträumen lassen.

Tu etwas! Komm aus deinem Alltagstrott raus und nimm endlich dein Leben in die Hand!
Es tut mir leid, wenn ich so barsch spreche, ich will dich nicht angreifen. Aber ich möchte dir mit Nachdruck die Augen öffnen und werde es nicht mitansehen, dass du es noch länger vor dir herschiebst.
Du scheinst zu glauben, dass du halt noch ne Weile so weiter leben kannst. Aber wie lange willst du denn warten? Warum sollte sich deine Einstellung zu einer Therapie plötzlich ändern? Wieso solltest du PLÖTZLICH "bereit" sein?? Entweder jetzt oder gar nicht. Es ist DEIN Leben und du machst es nicht nur dir zu Hölle, sondern auch allen Menschen, die dich täglich sehen müssen. Glaub doch nicht, dass es an ihnen vorbei gehen würde. Die leiden auch mit dir und würden so gern etwas für dich tun, können aber nicht, was sie irgendwann zur Verzweiflung bringt..

Ganz liebe Grüße
Lionel
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  #9 (Permalink)  
Alt 04.05.2008, 20:20
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ja... du hast ja recht!
es ist alles ein "vor-sich-her-geschiebe", wie damals auch.
ich muss mir gedanken machen und mir eine gute klinik suchen. ich muss mich einfach mal informieren.

es freut mich, dass du jemanden hast der dich versteht und mit dem du reden kannst. das brauch man.

mein freund und ich sind eben von meinen eltern gekommen. waren grillen. ich hab salat gegessen. hab sehr viel salat gegessen, dass meine eltern ja nichts sagen.
auch extra ´ne schlabbrige hose und einen pulli angezogen.

der tag war anstrengend für mich. alleine nur die gedanken im kopf sind so anstregend.

bei uns ist heute der letzte tag vom frühlingsfest in stuttgart. um 21.45h ist feuerwerk. da gehen mein freund und ich noch geschwind hin.

sollten wir uns heute nicht mehr hören- bis morgen.

ganz lieben gruß
lisa
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  #10 (Permalink)  
Alt 04.05.2008, 20:35
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Meinst du wirklich, du wirst jetzt was in der Richtung machen?
Oder sagst du das nur, weil dein Gewissen sagt, dass es ja EIGENTLICH richtig ist?

Mein größter Wunsch ist es, dass Essen wieder zur Nebensache wird. Ich habe keine Lust mehr, ständig an die nächste Mahlzeit denken zu müssen. Es geht mir auf die Nerven und es gibt so viel schöneres auf der Welt...
DAS sollte dein Wunsch sein.
Wieso dieses Idealbild von deinem Köper im Kopf? Wieso für etwas leiden, das niemanden interessiert, wenn er eine strahlende Person vor sich sieht??

Körperform hin oder her.. Ich kenne das Gefühl. Meine größte Angst war/ist es immer, wenn ich Leute treffe, die ich lange nicht mehr gesehen habe und die eventuell einen Gewichtsunterschied zu damals feststellen könnten. Es macht mich panisch und lässt mich so manche Verabredung mit solchen Leute absagen oder lange vor mir herschieben.. Aber kann das eine Lösung sein?? Ich kann mir doch nicht Kontakte wegen einer Rolle am Bauch verbauen!!?? Das ist doch Wahnsinn.. WIe kriegen andere Menschen das hin?! :'(

Lass dich nicht von solchen Gedanken und Ängsten unterkriegen. DU bist Herr deines Ichs. Wir können uns doch nicht solchen Stimmen unterwerfen? Ich bin eigentlich eine selbstbewusste Person. Wieso füge ich mich dann diesen Gedanken, die mein Leben zerstören?!!

Meinst du, das können wir schaffen?
Ich habe die Hoffnung bald aufgegeben, vor allem wenn ich noch eine Niederlage erlebe.. Ich schaff es einfach nicht mehr lange..

Hab einen schönen Abend!
Jeder Tag ist ein neuer Anfang und bringt neue Erkenntnisse
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