Viele Bulimiepatientinnen können die Essstörung mit Hilfe der Antibabypille überwinden, da ihr Problem auf einem Hormonungleichgewicht beruht.
Frauen, die gegen ihre
Bulimie aktiv werden wollen, wird meist zu einer
psychologischen Behandlung geraten, etwa in Form einer Verhaltenstherapie. Doch die
Ess-Brech-Sucht hat nicht nur
psychische Hintergründe. Bei vielen Betroffenen ist schlicht der
Hormonhaushalt durcheinander, wie eine schwedische Medizinerin jetzt in einer Studie nachwies:
Bulimiekranke Frauen haben oft deutlich erhöhte
Testosteronwerte und zu niedrige
Östrogenwerte. In diesen Fällen kann schon die Einnahme einer handelsüblichen
Antibabypille die unkontrollierten
Heißhungerattacken unter Kontrolle bringen.
„Ein Drittel aller
Bulimikerinnen hat eine
Stoffwechselstörung, die auf dem
hormonellen Ungleichgeweicht basiert“, sagt Studienautorin Sabine Naessén vom Karolinska-Institut in Stockholm. Die Wissenschaftlerin untersuchte 77
Bulimie-Patientinnen und 59 gesunde Frauen in einer Kontrollgruppe. Dabei stellte sie die verschobenen
Testosteron- und Östrogenwerte der Frauen mit
Bulimie fest. Beide
Hormone spielen eine wichtige Rolle für die
Appetitregulierung, hohe
Testosteronwerte können starke Hungergefühle auslösen.
21 der
Patientinnen bekamen anschließend drei Monate lang eine
Hormontherapie. Mit einer Standard-Antibabypille konnte die Medizinerin die hohen
Testosteronwerte der
Bulimie-Patientinnen senken. Damit ging das übermäßige Verlangen nach
Fett und
Zucker ebenso zurück wie das allgemeine
Hungergefühl. Drei
Patientinnen überwanden mithilfe der
Hormontherapie ihre
Essstörung vollständig.
Quelle :
www.focus.de