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Alt 14.02.2007, 02:53
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Standard Bulimie - Jenaer Forscher legen eine erschreckende Studie vo

Bulimie - Jenaer Forscher legen eine erschreckende Studie vor

Jede dritte Schülerin, aber auch junge Männer, leiden unter Essstörungen.

Bulimie (Fresssucht) ist ein psychisch und physisch bedingtes krankhaft gesteigertes Essbedürfnis mit und/oder ohne Hungergefühl. Der Begriff "Bulimie" wird häufig und nicht ganz korrekt als Synonym für die "Ess-Brech-Sucht" (Bulimia nervosa) gebraucht.

Es werden folgende psychogene Essstörungen unterschieden: Pubertätsmagersucht (Anorexia nervosa), Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa), Heisshungeressen (Binge eating), Anorexia bulimia (zwanghafter Wechsel zwischen Heißhunger und zwanghaftem Fasten) und der Fettsucht (Adipositas).

In der Studie der Jenaer Forscher wird die gesamte Bandbreite der Anorexie und Bulimie aufgezeigt. In den Ausführungen der Studie heißt es, dass jede dritte Schülerin an Frühformen von Essstörungen und Magersucht oder Ess-Brechsucht - leidet. Ursache sei die Sorge um das Gewicht und die Figur, die die meisten jungen Menschen sowohl Mädchen als auch Jungen zu diesen Essstörungen gelangen lässt.

Von den 736 Testpersonen im Alter zwischen 12 bis 32 Jahren neigten 29 Prozent der Frauen und immerhin 13 Prozent der Männer zu diesem "Essverhalten" aus Schlankheitswahn. Vorformen der Essstörungen seien chronisches Diätverhalten, unnötiges Einlegen von Hungertagen, künstlich herbeigeführtes Erbrechen, Fressanfälle, exzessives Sporttreiben, Einnahme von Appetitzüglern, Abführ- und Entwässerungsmitteln. Bodo Strauß, Wissenschaftler aus dem Jenaer Forschungsteam meint: "Diese subklinischen Essstörungen waren bisher nur wenig erforscht". Jedoch zeugten sie von einer ausgeprägten Konzentration auf die Idealfigur. Außerdem bestehe die deutliche Tendenz, das Gewicht kleinlich zu regulieren.

Neben den 369 Probanden der neunten bis elften Jahrgangsstufe aus Jena und Göttingen wurden des weiteren 367 studierende Probanden verschiedener Fakultäten der Universität Jena und der Fachhochschule Zwickau mit einem Fragebogen konfrontiert.
Allein 35 Prozent der befragten Schülerinnen (vorwiegend Gymnasiastinnen) und 23 Prozent der Studentinnen waren betroffen von dem gestörten Essverhalten. Auch regional gab es hier Unterschiede:
56 Prozent der westdeutschen Schülerinnen sind gefährdet, im östlichen Teil der Republik hingegen "nur" 30 Prozent der Gymnasiastinnen.

Störungen der eigenen Körperwahrnehmung und psychologische Auffälligkeiten sind Ursachen eines solche Essstörungs-Verhaltens. Allein 42 Prozent der Schülerinnen finden sich zu dick, wobei nur 8 Prozent wirklich übergewichtig waren.
Auf der anderen Seiten waren 33 Prozent der Befragten realiter untergewichtig, nur 6 Prozent schätzten sich selbst so ein. Florian Aschbrenner, Mitarbeiter beim Jena Forschungsteam: "Mit zunehmendem Risiko für die Entwicklung einer Essstörung gelang es den Versuchspersonen immer seltener, ihr Gewicht realistisch einzuschätzen." Ð dies sei ein wesentlicher Hinweis auf den Schweregrad der Essstörung.

"Wir können feststellen, dass subklinische Essstörungen ein sehr häufiges und ernstzunehmendes Phänomen bei jungen Menschen darstellen. Die Störungen können im weiteren Verlauf in schwere Erkrankungen wie die Anorexie oder Bulimie münden. [...] Dringend wirksame Konzepte zur Prävention und geeignete Screening-Methoden zur Früherkennung von Personen mit subklinischen Essstörungen müssen entwickelt werden. Schulen stellen als zentraler Aufenthaltsort der Jugendlichen einen geeigneten Ort dar, um Maßnahmen der Aufklärung, Prävention, Früherkennung und erste Hilfestellung durchzuführen", so der Psychologe Botho Strauß.
Er fordert weiterhin, dass Entwässerungsmittel, Appetitzügler und Abführmittel rezeptpflichtig und nicht frei verkäuflich für junge Menschen werden sollen.

Das Team verlangt mehr Aufklärung über die Medien: "Die Schädlichkeit der Anwendung gewichtsregulierender Maßnahmen wie Diäten, Fastentage, exzessives Sporttreiben und die Einnahme von Medikamenten zum Abnehmen muss vermittelt werden."
Leider würden die Risiken in den Medien noch immer verharmlost oder würrden sogar als Normalität demonstriert, auch der vorgegebene und von den Medien verfolgte Schlankheitswahn trage eine Mitschuld, so die Kritik der Wissenschaftler.

"Viele Frauen haben die realistische Wahrnehmung ihres eigenen Körpers und die Zufriedenheit mit ihrer Figur verlernt. Besonders für weibliche Jugendliche besteht in der sensiblem Phase der Pubertät die Gefahr, dass von der Diskrepanz zwischen realem Körperbild und dem idealen Körperbild eine krisenauslösende Funktion ausgehen kann", resümiert Strauß.

Zusammenfassend beschreibt die Studie, dass seit 20 Jahren die Essstörungen in erheblichem Maß zunehmen. Nach Schätzungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung litten im Jahr 2000 in Deutschland mehr als 100.000 Frauen im Alter zwischen 15 bis 35 an Magersucht, rund 600.000 an Ess-Brechsucht.
Auch Männer sind zunehmend an diesen Ð meist nur als Frauenerkrankungen definierten Störungen Ð erkrankt.
Leitsprüche wir "durch Dick und Dünn" oder "es ist keine Schande gesund zu sein", können nicht wirklich den Betroffenen helfen, sondern mit Verständnis und einem Umdenken in der Gesellschaft, endlich Menschen so anzunehmen wie sie "geschaffen" wurden. Das ist es, was wir verfolgen müssen und nicht künstlich hochgezogene Puppen á la "Barbie" oder "Ken" als Vorbilder zu sehen und einem Gummi- oder Silikonbody hinterher zu jagen.

Quelle : www.medizin-aspekte.de
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  #2 (Permalink)  
Alt 14.02.2007, 09:55
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Registriert seit: 29.12.2006
Beiträge: 98
Standard

Zitat:
künstlich hochgezogene Puppen á la "Barbie" oder "Ken" als Vorbilder zu sehen und einem Gummi- oder Silikonbody hinterher zu jagen.
Naja, ich habe Barbie immer als hässlich empfunden, sie wird wohl kaum eine bedeutende Rolle in der Entwicklung meiner Ess-Brechsucht-um es mal korrekt auszudrücken- gespielt haben.
__________________
Was habe ich noch außer meinem Körper,
der den anderen wirklich zeigt,
was ich fühle.
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  #3 (Permalink)  
Alt 06.03.2007, 16:04
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Registriert seit: 06.03.2007
Beiträge: 5
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ich habe immer gerne Barbie gespielt
doch es ist einfach schlimm wenn man in den depressiven MOmenten die Stimmen hört und Situationen wieder erlebt in denen man an den Kopf geworfen bekommen hat das man eine fette ... ist oder so.
Das tut weh und prägte sich in meinem Gehirn ein.
Aber auch einfach die Probleme in meiner Familie verkrafte ich nicht und glaubte sie wegkotzen und hungern zu können
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  #4 (Permalink)  
Alt 07.03.2007, 09:57
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 29.12.2006
Beiträge: 98
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Ich verstehe dich so gut. Ich kotze zwar nicht mehr so oft wie früher, aber wenns hart kommt, versuche ich dadurch zu vergessen.
Ich bin die typische Verdrängerin. Vor einiger Zeit dachte ich, dass ich alles außer das sei. Auch das Verdrängen verselbstständigt sich gewissermaßen.
__________________
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