Wenn Essen zur Qual wird
Beratungszentrum im Murtal bietet Hilfe für Menschen mit Ess-Störungen an. Rund zwei Drittel der Betroffenen sind Frauen, Männer holen auf.
BIANCA KOGLER
Der
Tod eines 18-jährigen
Models heizte zuletzt die Debatte rund um die
gertenschlanken Mädchen in der
Modebranche erneut an. Immer noch quälen sich viele Leute mit einer
Hungerdiät.
"Die meisten jungen Menschen wollen dem gängigen
Schönheitsideal entsprechen", weiß Elisabeth Kattnig-Pflegpeter, Fachärztin für
Psychiatrie vom Beratungszentrum Knittelfeld. Für eine junge Frau aus dem Murtal endete der Drang zum
Schlanksein in einer Sucht.
"
Essen ohne Hintergedanken und ein normales
Essverhalten", nichts sehnlicher wünscht sich jene Frau, die vor sieben Jahre an
Bulimie erkrankte. "Begonnen hat alles mit einer
Diät. Ich wollte nur ein paar
Kilo abnehmen. Plötzlich war ich einer Schiene drinnen, aus der ich nicht mehr heraus kam", erinnert sich die
Betroffene.
Für sie gibt es selten Tage, an denen sie normal isst. "Man verlernt das
Essen. Ich wollte es nicht wahrhaben, dass ich Hilfe brauche", gesteht sie.
Scham
Kattnig-Pflegpeter betreut mittlerweile die dritte
Ess-Störungsgruppe im
Beratungszentrum Knittelfeld und ist mit der Problematik dieser Krankheit bestens vertraut. "Die
Betroffenen legen einen Scham- und Verheimlichungscharakter an den Tag. Das Umfeld bekommt über Jahre nichts mit", erklärt die
Therapeutin.
Wie viele Menschen im Murtal von dieser
Krankheit betroffen sind, kann die
Psychotherapeutin nicht abschätzen, weil die meisten nicht in Behandlung sind.
"Zwei Drittel der Betroffenen sind Frauen, jedoch Männer holen stark auf. Wobei die häufigsten Erscheinungsformen die
Bulimie und die
Magersucht sind", erläutert die
Fachärztin. "Das Schwierige an dieser Sucht ist, dass man das Suchtmittel nicht ganz weglassen kann", so die
Ärztin.
Das Beratungszentrum Knittelfeld bietet jedem Betroffenen unter Tel. (03512) 44 988 Hilfe an.
Quelle :
www.kleinezeitung.at