TV-Star Sasha isst anders
Sasha Walleczek hilft Menschen mit Gewichtsproblemen. Jetzt verrät sie, dass sie selbst an einer Essstörung litt.
Das hatte sich ATV-Ernährungsexpertin Sasha Walleczek nicht in ihren kühnsten Träumen ausgemalt: Mit dem Anfang März erschienenen Buch Die Walleczek-Methode. Ohne Diät zum Wunschgewicht kletterte sie in den Sachbuch-Charts sofort auf Platz eins. Mittlerweile ist die 7. Auflage gedruckt, 30.000 Ratgeber wurden bereits verkauft!
Ernährung
Bekannt wurde die Betriebswirtin und Ernährungsberaterin durch eine Coaching-Sendung auf ATV. In „Du bist, was du isst“ unterstützt sie Menschen beim Kampf gegen Kilos und wird dabei von der Kamera begleitet. Ab 23. April werden alte Staffeln wiederholt, während bereits die Dreharbeiten für die Folgesendung laufen. Sasha Walleczek isst anders wird ab Herbst ausgestrahlt. KandidatInnen können sich unter
casting@atv.at bewerben.
Im Interview mit Life&Style spricht die erfolgreiche Ernährungsexpertin über Übergewicht, richtige Ernährung – und erstmals über ihre geheilte Bulimie.
ÖSTERREICH: Welche Kandidaten sind Ihnen am liebsten?
Walleczek: Der ideale Kandidat hat eine Geschichte zu erzählen. Es hat noch keiner seine Ernährung umgestellt, weil er in 30 Jahren nicht herzkrank werden will. Auch die Bikinifigur ist keine gute Motivation. Wenn man für andere schön sein will, ist das keine dauerhafte Motivation. Besser ist zum Beispiel, wenn eine Mutter wieder so beweglich sein will, dass sie mit ihren Kindern richtig spielen kann.
ÖSTERREICH: Trotz vieler Ernährungstipps gab es noch nie so viele Übergewichtige. Warum?
Walleczek: Wir haben in den letzten 30 Jahren in der Ernährung mehr verändert, als in den letzten 10.000 Jahren. Viele sagen: Mein Opa hat geraucht und Wein getrunken und wurde 80. Aber der Opa hatte niemals Fast Food, literweise gezuckerte Getränke oder künstliche Aromen zu sich genommen! Er hat gesünder gegessen und sich viel mehr bewegt.
ÖSTERREICH: Früher gab es den Beruf Ernährungsberaterin gar nicht.
Walleczek: Ja, die Menschen hatten noch einen gesunden Instinkt, wann sie satt sind und was für sie gut ist. Es geht beim Essen nicht um Kalorientabellen, sondern um ein natürliches Gefühl dafür, was gute saisonale Bio-Qualität und was ein Fertiggericht oder Standardfraß ist. Wer sich gesund ernährt, hat eine schöne Haut, ist fit und leidet nicht unter Migräne.
ÖSTERREICH: Warum haben immer mehr Menschen Essstörungen?
Walleczek: Viele Mädchen – und immer mehr Burschen – stehen unter einem enormen Druck. Ich hatte ein Mädchen, das als dick gehänselt wurde, weil sie 7 Kilo zu viel hatte. Das Selbstwertgefühl wird zerstört, es entsteht schnell eine psychologische Krankheit. Ich weiß, wovon ich rede. Ich war mit 20 Jahren pummelig, hatte 10 bis 12 Kilo mehr. Ich habe alle Diäten ausprobiert und schließlich unter einer Binge Eating Disorder gelitten. Das ist eine Form der Bulimie, bei der man unter unkontrollierten Fressanfällen leidet. Im Gegensatz zur bekannten Ess-Brech-Sucht kotzt man dabei nachher nicht und nimmt stark zu.
ÖSTERREICH: Hat es wer bemerkt?
Walleczek: Nein, ich habe das jahrelang vor meiner Familie verheimlicht. Erst, als ich das Problem überwunden hatte, erzählte ich es – alle waren total überrascht.
ÖSTERREICH: Wieso sprechen Sie jetzt darüber?
Walleczek: Weil ich anderen Betroffenen zeigen will: Du bist nicht alleine und schau her – sie hat es auch geschafft, wieder gesund zu werden. Ich kenne diesen Selbsthass, aber ich habe ihn in den Griff bekommen. Heute bin ich schlank, obwohl ich esse, soviel ich will. Ich habe meinem Körper beigebracht, was er braucht und er versteht das Signal, wenn er genug hat. Und das ganz ohne Kalorien- oder Nährwert*tabellen.
Quelle:
www.oe24.at