Meist verbergen sich Probleme
Suchtberaterinnen erklären Essstörungen
Isabell Steinbach
"Zu
dick, zu
dünn, zu
krank?" lautete das Motto der WZ-Telefonaktion, die wir gestern mit der Fachstelle für frauenspezifische
Suchtarbeit des Caritasverbandes veranstalteten. Über die vielfältigen
Essstörungen wie
Magersucht,
Ess-Brechsucht (Bulimie) oder
Ess-Sucht (Adipositas) konnten sich die Leser bei den beiden Suchtberaterinnen Heike Sohl und Jutta Allgeier informieren. Sie gaben Betroffenen und Angehörigen Rat.
Telefonaktion
"Wie schaffe ich es, drei geregelte
Mahlzeiten am Tag zu
essen?" So lautete zum Beispiel die Frage einer an
Magersucht und
Bulimie erkrankten Anruferin. Ein Patentrezept hatten die
Suchtberaterinnen dafür freilich nicht parat, doch sie konnten die Frau ermutigen, "mehr für sich selbst Sorge zu tragen" und dieses Problem bei einem
Therapeuten anzusprechen.
Denn meist verbergen sich tiefere Probleme hinter den
Essstörungen - die den
Betroffenen nicht immer bewusst sind. Eine
Therapie beginnt daher damit, die individuellen Ursachen herauszufinden. Dann kann die richtige Methodik ausgewählt werden, die meist aus einer Kombination von Gesprächs-, Gestalt- und
Verhaltenstherapie besteht, wie die beiden
Suchtberaterinnen erläuterten.
Den Kontakt für eine renommierte
Therapiestelle erbat auch ein Anrufer für seine 13-jährige Tochter, die bei einer Größe von 1,56
Metern lediglich 33
Kilogramm wiege. Die Fachstelle für frauenspezifische
Suchtarbeit hat eine Gruppe für Mädchen und junge Frauen zwischen 15 und 25 Jahren, die an
Magersucht oder
Bulimie erkrankt sind, die sich montags von 18 bis 20.30 Uhr in der
Beratungsstelle trifft.
"Doch auch die
Ess-Sucht ist eine ernste
Krankheit", verdeutlichte Heike Sohl. "Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden an
Übergewicht", fügte Jutta Allgeier hinzu. Dabei werde das
Essen oft
missbraucht, um unterdrückten Gefühlen ein Ventil zu schaffen. "Aber nicht jeder
Dicke ist gleich
ess-süchtig", warnten beide Suchtberaterinnen vor zu schnellen Urteilen. Für
übergewichtige Jugendliche bietet die
Beratungsstelle ebenfalls ein spezielles Angebot mit dem Titel "Starke Mädchen stark machen".
Die Fachstelle für frauenspezifische
Suchtarbeit des Caritasverbandes, Gießenstraße 2, ist unter (0 62 41) 20 61 70 oder per E-Mail:
ffs@caritas-worms.de zu erreichen.
Quelle :
www.wormser-zeitung.de