AM SCHAUPLATZ: "Die Schönsten im Land" beleuchtet die boomenden Casting-Shows
Traum vom Model ist eine Seifenblase
Seit TV-Castingshows wie Heidi Klums "
Germany's Next Topmodel" nette Mädchen zu
Laufsteg-Beauties formen wollen, ist auch bei uns ein
Modelboom ausgebrochen. Tausende junge Frauen und Männer träumen davon, ein
Supermodel zu werden. Für "Am Schauplatz" gingen Heidi Lackner und Julia Kovarik der Frage nach, warum so viele danach
streben, "Die Schönsten im Land" zu sein (ORF 2, 21.20 Uhr).
Ausgewählt wurden drei typische Kandidaten: die 20-jährige Bankkauffrau Sabrina, der blonde türkische Baumarkt-Angestellte Serkan und die beinahe 40-jährige Postbedienstete Susanne L. aus Steyr. Neben Beruf, Haushalt, Ehemann und zwei Kindern hat Susanne sich einer
Model-Academy anvertraut. Interessant ist, dass "Normalos" bei
Werbeagenturen relativ gesucht sind - man braucht Leute von nebenan. Für Susanne sieht's demnach ganz gut aus mit Jobs.
Die Motive der
Möchtegern-Models liegen, meint Lackner, in einer Mischung aus Sehnsucht nach einem besseren Leben und der Hoffnung, einmal irgendwo einen großen Auftritt zu haben.
Hintergründe für das bestehende
Hunger-Schönheitsideal ortet Heidi Lackner darin: "In Mangelgesellschaften ist üppiges Aussehen ein Statussymbol, in Überflussgesellschaften ist es umgekehrt." Unbestreitbar ist, dass viele deshalb in schwere
Essstörungen schlittern.
Die Botschaft der Sendung: "Der Traum vom
Model ist eine große Seifenblase. Manche Agenturen machen auch unseriöse Geschäfte."
Quelle :
www.nachrichten.at