Berlin - Das Arbeitslosengeld II reicht für eine ausgewogene Ernährung von Kindern und Jugendlichen bei weitem nicht aus. Dies ergab eine Studie des Dortmunder Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE).
Demnach stehen Eltern von Kindern bis zu 14 Jahren gerade mal 2,57 Euro pro Tag für die
Ernährung zur Verfügung. Jugendliche bis zu einem Alter von 18 Jahren müssen mit 3,42 Euro pro Tag zurecht kommen.
"Für Empfänger von Arbeitslosengeld II ist es kaum möglich, ihre Kinder ausgewogen und
gesund zu
ernähren", so die stellvertretende Leiterin des Instituts, Mathilde Kersting, zum Untersuchungsergebnis. Die
Ernährungswissenschaftler ermittelten, dass mindestens 4,68 Euro pro Tag nötig wären, um einen Jugendlichen gesund und ausreichend zu
ernähren.
Selbst wenn Hartz-IV-Empfänger nur beim Discounter einkaufen würden, wäre eine
gesunde Ernährung der Kinder nicht möglich. Testkäufe wurden in den Supermärkten Rewe und Edeka, sowie bei den Discountern Aldi und Lidl und in einem Bioladen getätigt. Danach berechneten die Wissenschaftler die Kosten für eine
gesunde Ernährung.
Das Ergebnis: "Für vier- bis sechsjährige Kinder reichen die veranschlagten 2,57 Euro gerade aus. Allerdings auch nur, wenn die
Lebensmittel beim Discounter gekauft werden", so Kersting. Somit sind vor allem die jugendlichen Kinder von Hartz-IV-Empfängern von einer
mangelnden Ernährung betroffen. Gemäß der Studie verzehrt ein 15-Jähriger für eine
ausgewogene Ernährung im Schnitt
Lebensmittel im Wert von 4,68 Euro (bei Discounter) pro Tag.
Die
schlechte Ernährung von Hartz-IV-Kindern drückt sich allerdings nicht in einer
Unterernährung aus. Vor allem
Fettleibigkeit ist die Folge von mangelnden finanziellen Mitteln. So sind etwa zwölf Prozent aller Kinder und Jugendlichen aus niedrigen sozialen Schichten stark
übergewichtig, rund doppelt so viel wie im Bundesdurchschnitt. Deswegen muss laut Kersting Aufklärungsarbeit geleistet werden.
Quelle:
www.europpolitan.de