Essstörungen bei Jugendlichen ernst nehmen
Esstörungen bei Jugendlichen sind nicht selten. „Etwa vier bis fünf Prozent der 15- bis 25-Jährigen leiden unter Magersucht oder Bulimie. Fünf Prozent davon sind Männer, so Frank Meiners, Diplom-Psychologe bei der DAK.
Die
Sterberate unter den
Betroffen ist hoch: 10 bis 15 Prozent finden keinen Weg zurück in die Normalität, nur ein Drittel wird ganz geheilt.
Eine
Essstörung ist kein pubertärer
Schlankheitswahn, der wieder verschwindet. Er ist meist durch tiefere psychische Probleme und
Entwicklungsstörungen ausgelöst und sind definitiv ernst zu nehmen. Eltern, Freunde und Lehrer sollten unbedingt helfen.
Um von der
Krankheit geheilt zu werden, müssen
Betroffene die
Krankheit anerkennen. „Nur wer sich helfen lassen will, kann wieder gesund werden“, erklärt Meiners. „Darum nützt es auch nichts,
Magersüchtige und
Bulimie-Kranke unter Druck zu setzen, ihnen Vorwürfe zu machen oder sie sogar zum
Essen zu zwingen. Auch auf ihren
Körper sollte man sie nicht direkt ansprechen.“
Die
Therapie zielt zuerst auf
Gewichtszunahme ab, um
körperliche Schäden der
Mangelernährung einzugrenzen – nicht wenige
Magersüchtige schweben in Lebensgefahr und müssen zunächst im
Krankenhaus behandelt werden. Danach gilt es zusammen mit Hausärzten und
Psychotherapeuten die
Ursachen der
Krankheit zu erkennen.
Die DAK hilft bei der Wahl des passenden
Therapeuten und übernimmt die Kosten für die ambulante oder stationäre
Behandlung. „Damit es aber erst gar nicht so weit kommt, setzen wir auf die Prävention und klären beispielweise über richtige
Ernährung oder die
körperlichen Veränderungen des
Körpers während der Pubertät auf“, so Meiners. „Jugendliche, die sich in ihrer
Haut wohl fühlen und wissen, was ihnen gut tut, sind vor psychosomatisch bedingten
Essstörungen geschützt.“
Quelle:
www.krankenkassenratgeber.de