Halstenbek/Rellingen -
Heißhunger nach Stresssituationen,
Essattacken und anschließendes
Erbrechen oder das Leben in
Hunger und Askese: Die Erscheinungsformen der
Essstörungen sind vielfältig.
Betroffen sind nach Worten von Birgit Knuschke, Leiterin der
Awo-Suchthilfe, zu 90 Prozent Frauen und junge Mädchen. In einer gemeinsamen Aktion bieten die Gleichstellungsbeauftragten aus Halstenbek und Rellingen und die Awo eine kostenlose Veranstaltungsreihe an, um Frauen Informationen und Hilfe zu bieten. Sie wollen aber auch vorbeugend tätig werden, damit es nicht erst zu den teilweise lebensbedrohlichen Änderungen des
Essverhaltens kommt.

"Schon in der Pubertät geht es bei vielen Mädchen los", sagt die Awo-Suchtexpertin. Heranwachsende Mädchen vergleichen ihr Ausssehen mit dem eigenen Wunschbild oder dem Vorbild prominenter Frauen. Dass es sich bei der Vermittlung des vermeintlichen
Schönheitsideals und dem daraus resultierenden
Schlankheitswahn vorwiegend um ein Problem der westlichen Welt handelt, zeigt nach Knuschkes Worten das Gegenbeispiel Afrika: Dort gebe es wegen eines anderen Frauenbildes so gut wie keine
Essstörungen.
Die Veranstaltungen der Gesprächsreihe über
Essverhalten und
Ernährung beginnen jeweils mittwochs um 19 Uhr in der Halstenbeker Awo-Begegnungsstätte, Bickbargen 126. Den Auftakt gestaltet am 31. Oktober die Wedeler Psychiatriefachärztin Margit Ehmke zum Thema "Wenn die Seele
hungert".
Am 7. November geht es unter dem Motto "Spieglein, Spieglein an der Wand" um das
Körperbild zwischen Wunsch, Wahn und Wirklichkeit. Am 14. November wird der Film "Hungry Hearts" über die Probleme von essgestörten Mädchen und Frauen gezeigt. Am 21. November stellt sich die Hamburger
Selbsthilfegruppe "Overeaters Anonymous" vor. Am 28. November gibt die
Ernährungsberaterin Dagmar Wüstenberg den Frauen Tipps über den Umgang mit dem
Hunger.
Der letzte Gesprächsabend am 5. Dezember soll dazu dienen, bei Bedarf die Gründung einer
Selbsthilfegruppe vorzubereiten.
Quelle:
www.abendblatt.de