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Alt 27.10.2007, 23:00
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Halstenbek/Rellingen -
Heißhunger nach Stresssituationen, Essattacken und anschließendes Erbrechen oder das Leben in Hunger und Askese: Die Erscheinungsformen der Essstörungen sind vielfältig. Betroffen sind nach Worten von Birgit Knuschke, Leiterin der Awo-Suchthilfe, zu 90 Prozent Frauen und junge Mädchen. In einer gemeinsamen Aktion bieten die Gleichstellungsbeauftragten aus Halstenbek und Rellingen und die Awo eine kostenlose Veranstaltungsreihe an, um Frauen Informationen und Hilfe zu bieten. Sie wollen aber auch vorbeugend tätig werden, damit es nicht erst zu den teilweise lebensbedrohlichen Änderungen des Essverhaltens kommt.
"Schon in der Pubertät geht es bei vielen Mädchen los", sagt die Awo-Suchtexpertin. Heranwachsende Mädchen vergleichen ihr Ausssehen mit dem eigenen Wunschbild oder dem Vorbild prominenter Frauen. Dass es sich bei der Vermittlung des vermeintlichen Schönheitsideals und dem daraus resultierenden Schlankheitswahn vorwiegend um ein Problem der westlichen Welt handelt, zeigt nach Knuschkes Worten das Gegenbeispiel Afrika: Dort gebe es wegen eines anderen Frauenbildes so gut wie keine Essstörungen.
Die Veranstaltungen der Gesprächsreihe über Essverhalten und Ernährung beginnen jeweils mittwochs um 19 Uhr in der Halstenbeker Awo-Begegnungsstätte, Bickbargen 126. Den Auftakt gestaltet am 31. Oktober die Wedeler Psychiatriefachärztin Margit Ehmke zum Thema "Wenn die Seele hungert".
Am 7. November geht es unter dem Motto "Spieglein, Spieglein an der Wand" um das Körperbild zwischen Wunsch, Wahn und Wirklichkeit. Am 14. November wird der Film "Hungry Hearts" über die Probleme von essgestörten Mädchen und Frauen gezeigt. Am 21. November stellt sich die Hamburger Selbsthilfegruppe "Overeaters Anonymous" vor. Am 28. November gibt die Ernährungsberaterin Dagmar Wüstenberg den Frauen Tipps über den Umgang mit dem Hunger.
Der letzte Gesprächsabend am 5. Dezember soll dazu dienen, bei Bedarf die Gründung einer Selbsthilfegruppe vorzubereiten.



Quelle: www.abendblatt.de
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