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Alt 28.03.2010, 11:38   1 Link(s) verweist von irgendwo auf diesen Beitrag. Klicken Sie hier, um es zu sehen. #1 (Permalink)
Moderator
 
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Registriert seit: 19.01.2010
Ort: Hartenstein
Beiträge: 302
Standard Wunsch zurück in die Krankheit

Hallo,

ich wollte dieses wichtige Thema mal ansprechen, weil auch ich immer wieder damit zu kämpfen habe und es einfach mal zur Diskussion stellen will:

Wünscht Ihr Euch manchmal auch in die Magersucht zurück um diese gewohnte Sicherheit, das gewohnte TErrain und den gewohnten Schutz der Krankheit wieder zu haben? Wie geht Ihr mit solchen Gedanken um??

LG

Flöckchen
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Nataly Schurrat
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Flöckchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2010, 15:05   #2 (Permalink)
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 13.03.2009
Ort: Hamburg
Alter: 27
Beiträge: 7
Standard

Liebes Flöckchen!

Das ist ein schwieriges Thema und ich bin froh,
dass jemand den Mut aufbringt, darüber einen Gedankenaustausch anzuregen. Denn mir
geht es durchaus so, dass ich mich nach den mageren Zeiten sehne. Dabei ist es nicht einmal so, dass ich die Ess-Störung bewältigt hätte.
Ich stecke noch mitten drin, nur leider in einem Bereich, der zumindest vom Körpergewicht her
zu urteilen mehr in Richtung gesund und normal-gewichtig geht. Sicherlich möchte ich gesund sein, aber so, wie sich mein Körper gerade anfühlt und so, wie ich mich gerade in ihm fühle, fühlt es sich nicht gut an.

Gestern war ich einkaufen. Ich habe Sommer-kleidung gekauft, die mir nicht nicht passt. Erst dadurch fiel mir auf, dass ich wieder unbewusst das Vorhaben verfolge, abzunehmen. Ich greife nur nach den kleinen Größen, weil ich ja demnächst wieder dünn sein werde. Denn in mir ist immer noch das Schönheitsideal präsent, dass sich nahe der Untergewichtsgrenze befindet. Und das ist auch mein Schönheitsideal. Da will ich wieder hin. Auch wenn ich eigentlich längst begriffen habe, dass es mich krank macht und bleiben lässt. Und auch wenn ich eigentlich schon verstanden habe, dass es mit einem Gewicht verbunden ist, dass ich sowieso nicht lange halten kann, weil mich nach einer anorek- tischen Phase eine bulimische Phase überkommt.

Demnach ist es also eher die schmale Gestalt mit ihrem niedrigen Gewicht, nach der ich mich sehne und weniger die anderen positiven Nebenwirkung-
en der Erkrankung.

Wie ich mit solchen Gedanken umgehe... nun, wir wissen, dass unser gestörtes Essverhalten im Leben von jedem von uns eine bestimmte Funktion übernommen hat. Und wenn wir uns wieder nach ihrem Schutz sehnen, haben wir wohl noch nicht die nötige Stärke erlangt, um ohne sie leben zu können oder haben noch nicht die geeigneten Lösungsstrategien für Probleme entwickeln können. Ich denke, man sollte sich dies auch immer wieder bewusst machen, um zu verstehen, was einen wirklich immer wieder in das gestörte Verhalten zieht.

Süße Grüße von der bittersüßen
(Schokoladen)Seite des Lebens
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komm' mit auf die bittersüße
(Schokoladen)Seite
. . . des Lebens . . .

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Geändert von Schokoladenseite (30.03.2010 um 15:21 Uhr)
Schokoladenseite ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.04.2010, 14:05   #3 (Permalink)
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Registriert seit: 19.01.2010
Ort: Hartenstein
Beiträge: 302
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Hallo Schokoladenseite,

Dein Beitrag hat mir gut gefallen, weil er das widerspiegelt was auch ich empfinde.

Wenn ich mal zurückdenke wie lange es bei mir schon darum geht mit Essen zu belohnen oder zu bestrafen, das es sich durch mein ganzes Leben zieht. Ich bin damit großgeworden und ich denke nicht das ich jemals aus diesem Muster ausbrechen kann/will?? das von Kontrolle und Verzicht geprägt wurde.

Auch wenn ich jetzt Normalgewicht habe, sehne ich mich nach schlappernden Klamotten, sie sind mein Schutz, meine Gewißheit ICH zu sein. Das Gefühl der neuen "Normalität" gewichtstechnisch, damit kann ich nichts anfangen... Es ist etwas wo ich keinen Platz einräumen will. Es ist zuviel von mir, meinem Körper, zuviel Existenz, Präsenz.

Ich wäre lieber wieder unsichtbarer, und damit ungreifbarer, das ist es was ich kenne, was mir vertraut ist.

Schon seltsam das ich grade so offen darüber schreiben kann.. Aber das bin ich. Und es ist gut so!..

LG

Flöckchen
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Nataly Schurrat
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Flöckchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.04.2010, 23:15   #4 (Permalink)
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Frischling
 
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Ort: hannover
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Hallo, Flöckchen,
das macht mich sehr nachdenklich, denn auch für mich hatte die ganze Sache mit dem Essen immer was mit Schuld und Sühne und Kontrolle und Verzichtzu tun, ich meine, als die ES anfing.
Ich schämte mich (für meinen Körper, für meine Gedanken und Gefühle) und die Kontrolle über das Esssen oder Nichtessen oder sogar das wieder erbrechen waren das einzige Ventil, das ich hatte.
ich konnte nicht schreien, nicht weinen, nicht Angst zeigen oder sonst irgendetwas, ich war so gefangen in mir.
Ich war wie erstarrt.
Irgendwie wurde die ES etwas zu meiner Persönlichkeit, das ich sonst nicht zeigen durfte oder konnte.
Kannst du oder möchtest du denn sagen, wie Bestrafen oder Belohnen bei dir mit der ES zusammenhängt?
Lucy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.04.2010, 17:33   #5 (Permalink)
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Registriert seit: 19.01.2010
Ort: Hartenstein
Beiträge: 302
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Hallo Lucy,

nu das ist ein ziemlich altes Muster was ich immer wieder aufwärme. Nataly war nicht brav also kriegt sie nichts zu essen. In selteneren Fällen ist es auch mal das vorhaben nichts zu essen weil ich "zu dick" bin und nicht mehr in meine Hosen passe, aber die Grundmauernd des ES- Denkens liegen wirklich in meiner Kindheit, wo mir das Essen aufgezwungen oder verboten wurde.

LG

Flöckchen
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Nataly Schurrat
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Flöckchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.04.2011, 23:13   #6 (Permalink)
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Alter: 28
Beiträge: 2
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Hallo Flöckchen,

ich habe seit 14 Jahren eine ES mit guten und schlechten Phasen. Zur Zeit befinde ich mich wieder in einer sehr schlechten Phase. Ich kenne den Wunsch zurück in die Krankheit zu wollen aus guten Phasen auch sehr gut. Aber nun bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich diesen Wunsch zutiefst bereue!!!
Ich kann dir (und jedem anderen hier) nur raten, solange Du noch in Ansätzen Kontrolle über die Esssymptomatik hast, behalte sie so gut du kannst. Gib nicht dem Verlangen zu sehr nach und konzentriere dich auf die Nachteile der Krankheit. Denn wenn man zu tief drin steckt ist das Leid unerträglich und die Lebensqualität gleich Null (das kennst da vielleicht aus eigener Erfahrung, dann möchte ich nur daran erinnern).

Liebe Grüße, Eileen
Eileen ist offline   Mit Zitat antworten
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