EssProbleme | Meine Essstörung und ich...    
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Alt 12.01.2007, 17:32   1 Link(s) verweist von irgendwo auf diesen Beitrag. Klicken Sie hier, um es zu sehen. #1 (Permalink)
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Standard Weis euer Umfeld von der Bulimie

Wissen eure Familien, eure Freunde und Bekannte über Eure Bulimie bescheid?

Wenn ja, wie haben sie reagiert? Hilft es euch, dass das Umfeld informiert ist?

Wenn nein, weshalb habt ihr es bis jetzt nicht gesagt; was hindert euch daran, was sind eure Ängste
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aida ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.01.2007, 20:10   #2 (Permalink)
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Einige Freunde wissen von meiner Bulimie. Aber ein paar von ihnen sehe ich leider nicht mehr, weil sie an anderen Orten studieren/ arbeiten.

Eine Freundin, die ist mir besonders wichtig, sie weiß davon, und wir sehen uns auch noch regelmäßig. In der Zeit, die wir gemeinsam das Gymnasium besucht haben, sind wir gewissermaßen zusammengewachsen. Sie hatte nämlich auch mit Essstörungen zu kämpfen, hat es aber fast ganz alleine wieder herausgeschafft.
Sie spricht mich öfter darauf an, lobt mich, wenn ich mich nicht mehr so oft übergebe, ja, sie ist einfach für mich da, ihr Freund weiß auch davon, mit dem habe ich mal ein längeres Gespräch darüber geführt, denn er kannte ein Mädchen, das an den Auswüchsen ihrer Bulimie gestorben ist.
Ich bin sehr froh, dass sie es wissen. Und ich schätze ihre Anwesenheit!
Amapoola ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.01.2007, 22:51   #3 (Permalink)
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schön, dass deine freundin dich unterstützt. das kann einem viel helfen. wissen deine eltern auch bescheid?
ich bin sehr froh, dass bei mir eigentlich fast alle bescheid wissen, ich muss meine probleme nicht mehr so verstecken. fühle mich viel freier, seit mein umfeld es weis.
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Alt 12.01.2007, 23:10   #4 (Permalink)
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Nein, meine Eltern wissen es nicht. Und sie werden auch die einzigen bleiben, die es niemals erfahren dürfen. Ich habe zu große Angst, es ihnen zu sagen. Außerdem ist es etwas, an dem sie nicht "teilhaben". Ich meine, sie rauchen zwar auch nicht mit mir, aber sie wissen davon.
Meine Bulimie bleibt DAS Geheimnis ihnen gegenüber.

Wie haben deine Eltern reagiert, als sie davon erfahren haben? Hast du es ihnen selbst gesagt?
Amapoola ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.01.2007, 23:35   #5 (Permalink)
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meine eltern haben mich mal erwischt, das heisst es ist ihnen aufgefallen, dass ich immer nach dem essen gleich aufs wc ging, also gingen sie mir mal nach und hörten was ich mache. es war so grauenhaft peinlich. und ich hatte das gefühl, sie mega enttäuscht zu haben (was ich natürlich auch habe). trotzdem bin ich inzwischen froh darum, dass sie es wissen. wir reden zwar kaum darüber, trotzdem weis ich, dass ich ihnen nicht was vorlügen muss.

auch wenn deine eltern es wüssten, könnten sie dir die bulimie nicht "wegnehmen". eigentlich wäre es doch viel schöner, wenn du ein angenehmeres geheimnis hüten könntest und nicht eines, dass dein leben in gefahr bringt. meinst du nicht, du würdest dich erleichtert fühlen, wenn sie es wüssten. vielleicht nicht sofort, aber ein paar wochen, monate später. ich glaube, der erste schritt aus der essstörung ist, kein geheimnis mehr daraus zu machen.
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Alt 13.01.2007, 12:43   #6 (Permalink)
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Es ist ja nur ein Geheimnis gegüber meinen Eltern, und das will ich bis zu meinem Tode wahren. Selbst wenn ich geheilt bin, niemals werde ich es ihnen freiwillig sagen. Niemals!!!
Du kennst meine Eltern nicht, sie würden mich für verrückt erklären, sie sind anders als die meisten Eltern, sie verstehen so wenig, man muss ihnen alles zweimal sagen, weil sie es sonst nicht verstehen, traurig....

Und doch: sie könnten mir die Bulimie "wegnehmen". Sie könnten sie lächerlich machen, es ist angenehm, dieses Geheimnis zu hüten, es geht sie nichts an usw...
Du verstehst das nicht ganz, bitte sei nicht böse, aber ich habe immer schon versucht, meine Eltern, so weit es geht, von meinem wahren Leben, als ich noch gar keine ES hatte, fernzuhalten.
Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie angenehm das ist, wenn sie nicht wissen, was wirklich los ist.

Es würde ALLES zerstören, wenn sie es wüssten. Ich müsste dann wirklich ausziehen, ich würde das nie, nie, nie aushalten, wenn sie mich für verrückt halten und ich mit ihnen weiterhin unter einem Dach leben müsste.
Du kennst meine Familie nicht; sie beherrscht.

Mein Vater hat einmal sogar über Bulimiker gespottet, er hat sich total lustig über sie gemacht, sie als verrückt, eitel, total "depat" abgestempelt.

Weißt du, ich war anders, immer anders als der Rest der Familie: alles was spannend war, glücklich machte, eine Aufregung und Freude bedeutete, hatte nicht im Geringsten mit meinen Eltern zu tun.
Es ist ziemlich schwer zu erklären, aber ich kanns versuchen: ich will keine nähere Verbindung zu meinen Eltern. Auch, wenn ich bei ihnen wohne- ich bin sehr weit weg, jedem anderen Menschen bin ich näher als ihnen, und das ist gut so.
Amapoola ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.01.2007, 14:06   #7 (Permalink)
S.C
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hallöchen
Es tut mir sehr leid für dich, daß deine Familie leider wohl überhaupt nicht mit dir als Mensch übereinzustimmen scheint. Das ist wirklich sehr traurig..!!
Denn wenn ich so darüber nachdenke ginge es mir heute bei weitem schlechter, wenn mich meine Mutter damals nicht erwischt hätte, denn ich hab ihr dann alles gebeichtet und ich bin so froh, daß sie es weiß, denn sie hat mir geholfen indem sie mir einfach nur zuhört wenn ich Probleme habe. Ich wäre ohne sie "aufgeschmissen". Das hört sich jetzt vielleicht schon ganz schön abhängig an, aber ich das ist nicht so, meine Mutter ist für mich eine meiner besten Freundinnen und Zuhörerinnen geworden.

Aber ich habe auch schon schlechte Erfahrungen damit gemacht, es Leuten zu erzählen:
Ich habe im Studium einen guten Freund gehabt, wir haben dasselbe angefangen zu studieren und uns super verstanden und er ist ein stattlicher Typ, fand sich immer zu dick. Und hat mich eines Tages eben gefragt wie ich es schaffe soviel zu essen und trotzdem so dünn zu sein.. Als er es dann wußte hat er mich jeden Tag in der Uni ignoriert, ich bin aber auch nie zu ihm hin und hab ihn gefragt warum er so zu mir ist. Man kann sich ja denken warum.
Es können/wollen sich eben doch viel zuwenig Leute da hinein versetzen und die Gefühle und die Scham die man empfindet nachvollziehen.

Seitdem sage ich niemandem mehr daß ich das habe.. vorallem nicht Leuten die mir sehr viel bedeuten.

lg
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Alt 14.01.2007, 18:55   #8 (Permalink)
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@amapoola
ja du hast recht, ich kenne deine eltern nicht. ich weis nicht, wie sie reagieren würden. mir persönlich hat es einfach geholfen, nicht mehr etwas vorspielen zu müssen. das heisst nicht, dass sie gut reagiert haben. erst meinten sie ich würde doch nur theater machen; ich sollte schauspielerin werden; ich solle nicht so rumspinnen. ich würde es doch nur dem nachbarsmädchen nachmachen (ein nachbarsmädchen hatte auch magersucht). dann meinten sie, ich hätte gar keinen grund, so doof zu tun. ich hätte ja alles was ich brauche. es wäre einfache eine schande für alle, die eine schlimme kindheit hatten (also ob meine gut gewesen wäre). und andere würde verhungern auf dieser welt und ich mache einfach so einen solchen scheiss.
wenn ich dann mal was ass, meinten sie "pass aber auf, nicht dass du noch fett wirst". manchmal musste ich vor ihnen auf die waage stehen und wenn ich etwas zugenommen hatte (was ja eigentlich gut wäre) meinten sie: "aufpassen, nicht dass du noch übergewichtig wirst. wo hat sich denn schon was angesetzt?!!".
dazu kam, dass ich erst recht für alle probleme in der familie verantwortlich gemacht wurde. ich war einfach an allem schuld. ich war die, die die familie in den dreck ziehen wollte. ich würde schande über die familie bringen,...
mit 16 wurde ich aus der familie rausgeholt, ich selbst wollte auch gehen. so sah ich sie nur noch alle 2wochen mal. das half mir viel, ich war nicht mehr dem ganzen scheiss ausgesetzt und konnte lernen, mein eigenes leben zu lernen. mit der zeit begriffen meine eltern dann mehr oder weniger, dass das ganze nicht nur "theater" war sondern bitterer ernst. erst da fingen sie an, über das ganze nachzudenken. inzwischen haben sie vieles begriffen, aber leider nicht alles. erst vor wenigen monaten fing meine mutter an, meiner schwester (17jahre) zu sagen, sie solle nicht soviel essen, sie werde viel zu fett (sie ist normalgewichtig). also hat sie es wohl immer noch nicht ganz begriffen. und wenn meine schwester jetzt wirklich essgestört wird, würde es sofort heissen ich sei schuld, ich sei ein schlechter einfluss für sie, hätte sie dazu animiert rumzuspinnen,...
trotz all dem bin ich froh, dass sie bescheid wissen. ich konnte einfach mich selbst sein. obwohl es mich jeweils sehr verletzt hat und nicht gerade zur heilung beigetragen hat. aber irgendwo gab es mir auch energie dagegen anzukämpfen, es ihnen zu zeigen. und ich hatte die bestätigung für mein gefühl, dass meine eltern nicht ganz dicht sind.
mein vorteil war sicher auch, dass ich bald, nachdem sie davon erfahren hatten, von zu hause wegzog. ich hatte also mehr oder weniger wieder ruhe. ich weis nicht, ob bei dir diese möglichkeit auch bestände.

@s.c
ich finde es sehr schön, dass dich deine mutter so unterstützt.
wegen dem freund aus dem studium: eigentlich kannst du froh sein, dass du es ihm gesagt hast und er dich dann ignoriert hat. sonst hättest du vielleicht immer noch einen freund, der gar keiner ist. wer einfach vor solchen problemen davonläuft, hat keine einzige sekunde mit dir zusammen verdient. in schlechten zeiten sieht man, wer die wahren freunde sind.
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aida ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.01.2007, 19:17   #9 (Permalink)
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@ Aida: das ist traurig. Ich weiß nicht, ob ich da in deinem Fall noch Kontakt zu den Eltern haben wollte. Aber es ist ja gut, dass du nicht mehr bei ihnen lebst. Ich finde es stark von dir, dass du gelernt hast, das Gerede größtenteils zu ignorieren oder dagegen anzukämpfen.

Meine Eltern sind sonst recht nett, weil sie ja nichts wissen. Es macht mir nicht gar so viel aus, dass ich noch bei ihnen lebe, ich weiß, ich hätte jederzeit die Möglichkeit wegzugehen.

@S.C: da kannst du wirklich froh sein, so eine liebe Mama zu haben. Wenn man sich so gut mit ihr versteht, insg. mit seinen Eltern, heißt das für mich auch, dass man erwachsen geworden ist, es bedeutet nicht unbedingt, abhängig, aber zufriedener zu sein.

lg
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Alt 14.01.2007, 19:22   #10 (Permalink)
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eltern bleiben eltern. und es war ja nicht alles schlecht an ihnen. ich habe einfach gelernt mir selbst zu sagen: "sie können es einfach nicht besser". ich hab angefangen, sie irgendwie zu bemittleiden für ihre manchmal doch ziemlich lächerliche art.
es ist wichtig zu wissen, dass man jederzeit gehen kann. so ist der druck nicht so gross. schön wäre es, wenn du sagen könntest, dass deine eltern nett sind auch wenn sie von der essstörung wissen. aber manchmal wünscht man sich einfach zuviel, gel?
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