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Alt 17.01.2007, 13:59   #1 (Permalink)
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Registriert seit: 11.01.2007
Ort: emmendingen
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Standard gedichte und anderes von der kokosnuss...

Magersucht, mein Freund, mein Partner

Er kam zu mir, als ich mich alleine und wertlos fühlte.
Stärke gab er mir und Schutz.
Ich schloss ihn in mein Herz und begann ihn zu lieben.
Nie mehr wollte ich ihn verlieren.
Er baute mich auf, machte mich stark und selbstbewusst.
Er sah aber nicht so toll aus.
Deshalb sagte ich meinen Freunden und Verwandten nichts von ihm.
Doch ich verliebte mich immer mehr in ihn
und ich war immer mehr mit ihm zusammen.
Ich tat einfach alles für ihn und er für mich.
Er war jetzt mein Partner, er wurde das wichtigste in meinem Leben.

Ich stellte ihn der Familie vor. Sie mochten ihn nicht.
Die Freunde meinten, der mache mich kaputt, der meine es nicht ernst.
Doch ich dachte, sie belügen mich, weil sie neidisch sind.
Ich blieb bei ihm und mir war klar, dass ich ihn niemals loslassen würde.
Wir isolierten uns vom Rest der Welt und waren nur noch für uns da.
Freunde brauchten wir nicht mehr, denn wir waren ja zusammen.
Alle meine Freunde meinten, ich habe mich total verändert.
In meinem Kopf sei ja nur noch er, er mache mich kaputt.
Doch ich hörte auf niemanden und wollte nur noch allein mit ihm zusammen sein.

Mit der Zeit bemerkte ich aber, dass ich abhängig von ihm wurde
und nur noch nach seiner Pfeife tanzte.
Das wollte ich nicht, er begann mich zu quälen.
Alle wollten, dass ich Schluss mache mit ihm und wieder glücklich werde.
Ich verstand sie auf eine Art, aber ich liebte ihn zusehr.

Ich konnte ihn nicht einfach so fallenlassen, auch wenn er mich oft quälte.
Ich brauchte ihn doch. Da versuchte er, mich umzubringen. Das machte mir Angst.
Sofort wollte ich ihn nicht mehr beachten, ihm nie mehr zuhören,
ihn fallenlassen, ihn einsperren lassen.
Das ist kein Freund. Er ist ein Teufel!
Doch ohne ihn bin ich doch so alleine, so wertlos, so unerfüllt, so leer...
Warum liebe ich ihn noch so sehr?
kokosnuss ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.01.2007, 14:02   #2 (Permalink)
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Gib dich nie auf

Du lachst und Du weinst,
manchmal
weißt Du nicht einmal
warum.
Es gibt Momente im Leben,
da haßt man sich,
man möchte
alles hinschmeißen.
Aber
Du darfst nicht aufgeben.
Daran mußt Du
immer denken.
Das Leben kann hart
und ungerecht sein,
aber auch schön.
Das ganze Leben
ist nur ein Spiel.
Verloren aber haben
nur diejenigen,
die aufgegeben haben.
Gib Dich nie auf,
denn DU WIRST GEWINNEN !
kokosnuss ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.01.2007, 14:04   #3 (Permalink)
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Wenn es zu spät ist....

Schwere Steine und Geschütze.
Die ihr einst noch aufgefahren.
Seht jetzt womit ich mich beschütze?
nur davon seid ihr angetan!

Doch entfernt ihr jetzt die Steine,
bringt Licht in meine Dunkelheit –
seht ihr noch lang nicht was ich meine,
und fühlt nicht meine Traurigkeit.

NEIN, Ihr verwirrt mich! Gebt mir Räume,
die ich jetzt nicht mehr füllen kann.
Schon lang verwesen meine Träume,
auch ich vermiß sie dann und wann.

Und wenn das Leben besser sei,
und wenn mein Glück mich dann befreit.
So sind die Zeiten doch vorbei,
in denen ihr die Kräfte seid.

Gestalten dunkelster Natur,
die mich beschützen und zerstören.
sind immun und bleiben stur
und ich kann sie nicht mehr hören.

Sie stärken meine Traurigkeit,
und sie herrschen nun für sich.
erkennt ihr nun die Einsamkeit?
Denn auch sie verwirren mich.

Ich schrieb, „die Zeit heilt keine Wunden,
wenn sie zum heilen nicht bereit“.
Ihr habt zwar Lösungen gefunden,
doch sterben sie im Lauf der Zeit.

Falls es zu spät ist, tut’s mir leid.
Falls ihrs versteht, vergeßt es dann!
Und lernt (vielleicht auch mit der Zeit),
daß Euer Licht nicht leuchten kann.
kokosnuss ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.01.2007, 14:05   #4 (Permalink)
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Und ich lebe trotzdem

Du hörtest mich schreien
und doch sagtest du nichts.
Du sahst mich fallen
und doch tatest du nichts.
Du hörtest mich fragen
und doch antwortetest du nicht.
Du sahst mich kriechen
und doch halfest du mir nicht.
Du hörtest mich klopfen
und doch öffnetest du mir nicht.
Du sahst mich fliehen
und doch bemerktest du meinen Aufruf nicht.
Du hörtest mich kreischen
und doch beschütztest du mich nicht.
Du sahst mich warten
und doch kamest du nicht.
Du hörtest mein Blut fließen
und doch stopptest du es nicht.
*
Aber ich will, dass du weißt,
dass ich geschrieen habe,
dass ich gefallen bin,
dass ich gefragt habe,
dass ich gekrochen bin,
dass ich geklopft habe,
dass ich geflohen bin,
dass ich gekreischt habe,
dass mein Blut geflossen ist und
dass ich gewartet habe.
*
Doch ich hörte auf zu schreien,
begann nach Oben zu klettern,
holte mir die Antwort auf meine Fragen,
stand erneut auf,
unterließ das Klopfen,
stellte mich dem Leben,
stoppte das Fließen
und ging ohne dich.
*
Und weißt du was?
Mir geht es gut!
kokosnuss ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.01.2007, 14:09   #5 (Permalink)
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Sei wie der Himmel

Sei wie der Himmel so offen und weit
Versuch nicht, die ziehenden Wolken zu halten
Sei wie die Sonne, die Farben verleiht
Wärme und lass dich stets neu gestalten

Stemm dich nicht gegen die Flut, wenn sie kommt
Keiner vermag sich ihr zu entziehen
Schau auf die Blumen, sie kennen die Stunde
Wo sie in voller Schönheit erblühen

Lass los, lass los
Es hat schon seinen Sinn
Gib frei, gib frei
Denn das ist der Gewinn

Jedes Glück zerbricht, wenn man es zerteilt
Was nicht wächst, vergeht. Was sehr wehtut, heilt

Gib dich dem Fluss, lass dich ganz mit ihm ein
Wer ihn bekämpft, wird versinken
Mal schmeckt er bitter und manchmal wie Wein
Lass uns vertrauensvoll trinken

Verzweifle nicht, wenn etwas in dir zerbricht
Tränen befreien die Seele
Aus deinen Klagen entsteht ein Gedicht
Finde die innere Quelle

Jedes Glück zerbricht, wenn man es zerteilt
Was nicht wächst, vergeht. Was sehr wehtut, heilt
kokosnuss ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.01.2007, 14:11   #6 (Permalink)
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Manche Menschen - Paul Celan

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Manche Menschen wissen nicht,
wie wichtig es ist, dass sie einfach da sind.

Manche Menschen wissen nicht,
wie gut es tut, sie nur zu sehen.

Manche Menschen wissen nicht,
wie tröstlich ihr gütiges Lächeln wirkt.

Manche Menschen wissen nicht,
wie wohltuend ihre Nähe ist.

Manche Menschen wissen nicht,
wieviel ärmer wir ohne sie wären.

Manche Menschen wissen nicht,
dass sie Geschenkt des Himmels sind.

Sie wüssten es,
würden wir es ihnen sagen.

- Paul Celan
kokosnuss ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.01.2007, 14:12   #7 (Permalink)
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Ort: Zofingen
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wunderschön die gedichte. ein riesenkompliment an dich.
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Karin | ModeratorIn
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aida ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.01.2007, 14:13   #8 (Permalink)
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danke aida.... ferut mich!!

die letzten zwei sind aber von paul celan... aber ich fand sie so schön, dass ich die jetzt auch mal hier reingestellt hab...
kokosnuss ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.01.2007, 21:32   #9 (Permalink)
S.C
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Ich finde deine Gedichte auch sehr schön !!!
Aber ich finde , daß "Und ich lebe trotzdem" etwas traurig ist, denn es bringt deine ehemalige Einsamkeit zum Ausdruck und ich finde es schade, daß du damit wohl anscheindend ganz allein gewesen bist.
Aber es strahlt auch eine Menge Optimismus aus, daß du es auch allein geschafft hast und es gut geht.. Darf ich fragen, ob das Gedicht an eine bestimmte Person gerichtet ist??

lg S.C
S.C ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.01.2007, 11:41   #10 (Permalink)
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hauptsächlich an meine eltern... und vielleicht auch ein bisschen an meine damals beste freundin....
kokosnuss ist offline   Mit Zitat antworten
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