Bereits Kinder hungern, um den Maßstäben eines bestimmten Schönheitsideals zu entsprechen. Etwa die Hälfte aller 10-jährigen Mädchen und ein Drittel der Jungen hat schon einmal eine Diät zur Gewichtsreduktion gemacht. Und 20 Prozent der Mädchen die untergewichtig sind, halten sich immer noch für zu dick.
30 Prozent der Jungen und Mädchen sorgen sich um ihr Körpergewicht oder sind unzufrieden damit, sagt Diplom Oecotrophologin Judith Bünker von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik. Besonders besorgniserregend ist dabei, dass der Schlankheitswahn seine Opfer immer häufiger unter Kindern und Jugendlichen findet, warnt die Gesellschaft. Ursache für die übertriebenen Gewichtssorgen ist häufig die Folge des Nacheifern eines Schlankheitsideals. Vorbild dafür sind die Models auf den Laufstegen, in der Fernsehreklame oder Popstars und Soap-Sternchen, die mit einem Body Mass Index von 16 bis 18 nicht nur an Untergewicht, sondern oft auch unter Essstörungen leiden.
Eine Studie des Therapie-Centrums für Essstörungen des Münchener Max-Planck-Instituts kam zu dem alarmierenden Ergebnis, dass etwa die Hälfte aller 10-jährigen Mädchen und ein Drittel der Jungen schon einmal eine Diät zur Gewichtsreduktion gemacht hat. Untersuchungen der Universität Bielefeld zeigten die erschreckenden Unterschiede in der Körperwahrnehmung und den tatsächlichen Körpermaßen: 20 Prozent der Mädchen die untergewichtig waren, hielten sich sogar für zu dick.
Der Schlankheitswahn kann dramatische körperliche und seelische Schäden verursachen. Folge einer zu geringen Energie- und Nährstoffaufnahme, ausgelöst durch Diäten zur Gewichtsreduktion, ist eine Unterversorgung, die zu einer verzögerten Pubertät, Wachstumshemmung, Konzentrationsstörungen, niedrigem Puls und Blutdruck, Schwindel, Ohnmacht, vorzeitiger Osteoporose, trockener Haut, Haarausfall sowie zu einem Ausbleiben der Regel führen kann.
Die Unzufriedenheit und die Sorgen um das Körpergewicht, das sich zu fett fühlen, die Angst vor Gewichtszunahmen und die Überbewertung des Schlankseins gelten als ein wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung von Essstörungen wie Magersucht, Bulimia nervosa und Binge Eating Disorder. Eltern sollten die Augen nicht verschließen und sofort handeln wenn sie merken, dass ihr Kind ein krankhaftes Essverhalten aufweist.
Ein rechtzeitiges Eingreifen kann die Entwicklung einer manifesten Essstörung verhindern. Die Therapie von Essstörungen ist ein langwieriger Prozess und erfordert eine intensive Zusammenarbeit von Ärzten, Psychologen und Ernährungsfachkräften. Die Chancen auf den Erfolg der Therapie sind um so besser, je früher die Erkrankung erkannt wird, mahnt Diplom Oecotrophologin Judith Bünker.
Quelle :
http://www.medizinauskunft.de