Beginn einer Essstörung - Diäten im Jugendalter
Essen Jugendliche auf einmal weniger und beschäftigen sich sehr stark mit ihrem
Körpergewicht, kann das auf eine beginnende
Essstörung hindeuten.
Das teilt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJPP) in Berlin mit. "Mehrmals tägliches
Wiegen, Auslassen von
Mahlzeiten, Beschränkung auf
kalorienreduzierte Nahrung,
exzessive körperliche Aktivität sowie ein sehr langsames und auffälliges Essverhalten können Warnzeichen für die Entwicklung einer
Magersucht sein", sagt Prof. Beate Herpertz-Dahlmann von der DGKJPP.
"Oftmals gehen diese
Symptome mit einem sozialen Rückzug und depressiver Verstimmung einher." Das Gefühl, auch bei normalem oder geringem
Körpergewicht zu
dick zu sein, kann bei Jugendlichen einen Teufelskreis des
Gewichtsverlustes auslösen, der schon nach kurzer Zeit aus eigener Kraft nicht mehr aufzuhalten ist. Die
Magersucht ist die
psychische Erkrankung mit der höchsten
Todesrate. Wechseln sich hingegen Episoden mit
eingeschränkter Nahrungszufuhr ab mit
Heißhungeranfällen und gibt es Anzeichen von häufigem
Erbrechen, deute dies auf eine
Ess-Brech-Störung (Bulimie) hin.
Essstörungen können sehr vielfältige
Ursachen haben, erläutert die Leiterin der
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des Universitätsklinikums an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Dazu gehörten genetische Faktoren und Persönlichkeitsmerkmale, aber auch ein extrem
schlankes Schönheitsideal. "
Essstörungen können durch eine Psychotherapie wirksam behandelt werden. Eine Einbeziehung der Familie kann die psychotherapeutische Behandlung unterstützen."
Schätzungen zufolge seien etwa ein Prozent der Mädchen und jungen Frauen an
Magersucht erkrankt und zwei Prozent an
Bulimie. Mädchen
erkranken dabei zwölf Mal so häufig wie Jungen. Sehr oft tritt
Magersucht mit etwa 14 Jahren auf,
Bulimie setze etwas später ein.
Quelle:
www.n-tv.de