Alarmierende Studie: Jedes fünfte Kind ist zu dick
WIEN. Jeder fünfte Bub und jedes sechste Mädchen in Österreich sind zu dick. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Österreichischen Grünen Kreuzes.
Im Schuljahr 2005/06 wurden bei der Studie 114.148 Buben und Mädchen von sechs bis 14 Jahren befragt. "Die Ergebnisse sind dramatisch. Besonders die Anzahl der
fettleibigen Kinder ist um einiges höher als angenommen", sagte Karl Zwiauer, Leiter der Abteilung für
Kinder- und Jugendheilkunde des LKH St. Pölten. "Fast die Hälfte der
übergewichtigen Kinder haben nicht nur ein, zwei, sondern gleich 20 bis 30
Kilo zu viel." Die Zehn- bis Zwölfjährigen seien vom Übergewicht am meisten betroffen, insgesamt bringen 20,2 Prozent der Buben und 17,7 Prozent der Mädchen zu viele
Kilos auf die
Waage.
Im Bundesländervergleich gibt es in Österreich ein Ost-West-Gefälle: Die meisten
übergewichtigen Kinder leben im Burgenland, Niederösterreich und Wien. Eindeutig
dünner sind die Schüler in Tirol, Vorarlberg und Salzburg. "Die Studie zeigt ebenfalls, dass sozial schlechter gestellte Personen viel häufiger an
Adipositas leiden. Die meisten sehr
dicken Kinder gibt es in den Hauptschulen", sagt Zwiauer.
Kritik an Gesundheitspolitik
Obwohl Österreich im europaweiten Vergleich prinzipiell im Mittelfeld liege - die höchste Rate findet sich in Malta, Spanien und Portugal - kritisierte Zwiauer die österreichische Gesundheitspolitik: "Die Daten sind derart dramatisch, dass dringend Maßnahmen notwendig werden. Bereits vor einigen Jahren wurden von der EU Maßnahmen gefordert, bei Prävention und
Therapie ist Österreich aber eindeutig Schlusslicht." Bei einer 20-prozentigen
Übergewichtsrate ist nicht mehr von "individuellen Problemen" zu sprechen, "es handelt sich um ein Gesellschaftsproblem".
Quelle:
www.nachrichten.at