In der Stadt Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach waren zu Beginn des Schuljahrs 2005/2006 genau 8,6 Prozent der ABC-Schützen
übergewichtig und 3,6 Prozent
adipös, das heißt
fettleibig. Mit diesen Werten liegt die Region im bayerischen Durchschnitt, berichtet Dr. Roland Brey, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamts. Ein Vergleich mit den Daten Ende der 90-er Jahre zeigt, dass sich der Anteil
übergewichtiger und
adipöser Kinder in etwa stabilisiert hat, während er von den 80-er Jahren bis in die zweite Hälfte der 90-er Jahre deutlich angestiegen war. In den letzten Jahren ist eine leicht rückläufige Tendenz erkennbar.
Die Situation in Amberg und dem Landkreis kann nach Breys Auffassung jedoch kein Anlass zu Entwarnung sein, da sich das Problem des
Übergewichtes bei den Schulkindern deutlich verschärft; so haben nach einer bundesweiten Studie bereits 17 Prozent der 14- bis 17-Jährigen
Übergewicht, 8,5 Prozent sind
adipös.
Zu viele Kinder und Jugendliche sind also zu dick und haben laut Dr. Brey vermehrt orthopädische Beschwerden, weisen motorische Defizite auf und leiden oft auch seelisch unter ihrem Äußeren und den Hänseleien anderer Kinder. Zudem zieht kindliches
Übergewicht zwar nicht zwangsläufig, aber doch mit erhöhter Wahrscheinlichkeit
Übergewicht im Erwachsenenalter nach sich.
Herkunft und sozioökonomischer Status spielen offenbar eine wesentliche Rolle: Kinder nicht deutschsprachiger Eltern haben zweimal so häufig
Übergewicht. Zudem sind 18 Prozent der Kinder aus Haushalten mit geringer Bildung und niedrigem Einkommen
übergewichtig, während es in den besser gestellten Haushalten „nur“ 10 Prozent sind, so Dr. Brey.
Übergewicht und
Adipositas sind heute in den entwickelten Industrienationen zu einer regelrechten Epidemie geworden: Allein in Deutschland sind 58 Prozent der Männer und 42 Prozent der Frauen
übergewichtig. Auch in Bayern ist der Anteil
übergewichtiger Erwachsener in den letzten 12 Jahren auf fast 50 Prozent gestiegen.
Adipositas bei Erwachsenen gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren für
Diabetes, Gicht,
Herz-Kreislauferkrankungen und für eine Reihe von
orthopädischen Erkrankungen, vor allem der Gelenke.
Quelle:
www.mittelbayerische.de