San Diego –
Fettleibige Kinder haben einen höheren
Blutdruck, wenn sie regelmäßig fernsehen. Das haben Forscher der University of California, San Diego, dem Rady Children’s Hospital in San Diego, der University of California, San Francisco, und der University of South Alabama ermittelt. Sie publizieren ihre Ergebnisse in der Dezemberausgabe des American Journal of Preventive Medicine.
Fettleibigkeit bei Kindern ist eine der größten Gesundheitssorgen in den USA. 2004 kam der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) zu dem Ergebnis, dass 17 Prozent der Kinder und Erwachsenen in den USA
fettleibig sind.
Fettleibigkeit geht mit kardiovaskulären Risiken einher. Vergangene Studien haben gezeigt, dass kardiovaskuläre Risikofaktoren im Kindheitsalter signifikante Prädiktoren für eine präklinische Atherosklerose im Erwachsenenalter darstellen.
Die kalifornischen Forscher erhoben Daten von 546 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 4 und 17 Jahren, die von pädiatrischen Einrichtungen zwischen 2003 und 2005 als
fettleibig eingestuft wurden. Die jeweiligen Eltern beantworteten einen Fragebogen, der sie unter anderem den täglichen TV-Konsum einschätzen ließ. In Untersuchungen an den Testpersonen ermittelten die Forscher zudem den
Body-Mass-Index (BMI) und zeichneten den
Blutdruck auf.
Die Analyse ergab, dass die vor dem Fernsehen verbrachte Zeit (TV-Zeit) positiv mit der Schwere der
Fettleibigkeit korrelierte. Zudem zeigte sich, dass sowohl
Fettleibigkeit als auch TV-Zeit unabhängige Prädiktoren für das Vorliegen einer Hypertension waren. Kinder, die zwei bis vier Stunden TV schauten, hatte eine um zweieinhalb Mal höhere Wahrscheinlichkeit, hypertensiv zu sein, als Kinder mit null bis zwei Stunden TV-Zeit. Bei mehr als 4 Stunden TV-Zeit lag dieser Faktor bei 3,3.
„Diese Studie zeigt, dass Eltern die Fernsehzeit ihrer Kinder reduzieren und besser kontrollieren müssen“, betonte Jeffrey Schwimmer von der University of California. „Die American Academy of Pediatrics empfiehlt, dass Kinder nicht mehr als zwei Stunden pro Tag fernsehen sollen. Leider geben nur etwa 51 Prozent der Pädiater ihren
Patienten beziehungsweise den Eltern diesen Rat.
Dabei ist die vor dem Fernseher verbrachte Zeit ein sehr attraktives Ziel zur Intervention, gerade bei
fettleibigen Kindern. Diverse Studien haben demonstriert, dass allein die Veränderung der täglichen Fernsehzeit zu
Gewichtsabnahmen führt, ganz ohne Steigerung
körperlicher Aktivität.
Quelle:
www.aerzteblatt.de