Essstörungen - die Jungs & Männer holen auf
Anorexia nervosa, Bulimie, Binge-eating, Latente Esssucht, Adoniskomplex können nicht mehr nur mit dem weiblichen Geschlecht in Verbindung gebracht werden, sondern das Auftreten dieser Störungen bei Jungen und jungen Männern nimmt kontinuierlich zu!
Die Abgrenzung von normalem und pathologischem Essverhalten ist schwierig und oft fließend,aber bei allen Essstörungen steht die Gewichtsreduktion im Vordergrund, mit dem Ziel einen,dem gängigen Schönheitsideal entsprechenden Körper zu bekommen! Hunger und Sättigung - die normalen Regulatoren der Nahrungsaufnahme - werden außer Kraft gesetzt.Nur so ist es möglich beim Binge-Eating riesige Nahrungsmengen unkontrolliert zu verschlingen, die man dann durch Erbrechen, Einnahme von Abführmittel und exzessiven Training wieder neutralisieren will.
Männer können genauso an allen Essstörungen erkranken, die man auch bei Frauen finden kann! Essstörungen bei Männern sind aber oft schwerer aufzudecken. Es scheint, dass männliche Essgestörte sich schämen, sich in Behandlung zu begeben, weil z.B. die Bulimie von ihnen als eine "weibliche Störung"und damit als "Tabuthema" angesehen wird. Männer erkennen in der Regel wesentlich später, dass ihr Essverhalten krankhaft ist und suchen viel seltener das Gespräch mit Freunden, Ärzten oder Beziehungspartner.Eine Erkrankung die häufiger bei Männern zu beobachten ist, nennt man den Adoniskomplex, oder auch Biggerexie, Muskeldysmorphie oder Muskelsucht. Beim Adoniskomplex wollen Männer mit exzessivem Sport, strenger Diät und der Einnahme von Nahrungsergänzungs- oder gar Dopingmitteln ihren Körper möglichst perfekt formen.
Das Alter, in dem die Krankheit auftritt, ist normalerweise höher als bei Frauen; es liegt zwischen 18 und 26 Jahren, während es bei Frauen zwischen 15 bis 18 Jahren am häufigsten auftritt. Frauen mit Eßstörungen setzen meist auf diätetische Einschränkungen, um ihr Gewicht unter Kontrolle zu halten, während essgestörte Männer mehr auf exzessiven Sport bauen, um ihr Gewicht zu kontrollieren.Aus dem sich daraus ergebenden Verzicht auf einige Lebensmittel erwächst oft eine Gier, der irgendwann nachgegeben wird. Die Männer schämen sich für diese Essanfälle, treiben noch mehr Sport und versuchen, die Diät zunächst noch strikter einzuhalten.
Rund jeder zwölfte Mann ist heute bereits essgestört! Aber die Dunkelziffer bei den essgestörten Männern ist enorm hoch, sogar höher als bei den Frauen. Bei kritischer Selbstbetrachtung, sollten die Alarmglocken läuten, wenn das Erreichen körperlicher Ideale vor allen anderen Lebensinhalten steht: Wenn sich soziale Kontakte wegen der Essensaufname verändern, beziehungsweise zu Essenszeiten vermieden werden. Auch wenn man nicht mehr zielgerichtet nach dem Erreichen eines Diätziels aufhören kann zu fasten, sondern einfach weitermacht. Wenn sich eine Diskrepanz der Selbstwahrnehmung des eigenen Körpers und der Rückmeldung von anderen ergibt.
Anders als bei gesunden Menschen haben Männer mit Körperbildstörungen keine Vorstellung darüber wie sie wirklich aussehen, denn sie sind darauf fixiert, Dinge an ihrem Körper zu ändern, die andere nicht einmal wahrnehmen. Bereits Jungen im Alter von 6-8 berichten über solche Körperbildstörungen, die ihr Selbstbewußtsein stören, zu Depressionen und zu abnormem, aggresivem Verhalten führen können.
Egal ob Mann oder Frau unter einer der bekannten Essstörungen leiden,alle Betroffenen haben das gleiche Problem: Ihre Sorge um das eigene Aussehen, die Figur und das Gewicht ist krankhaft übersteigert und wird meistens streng vor anderen geheim gehalten.
Im Vergleich zur weltweit zunehmenden Adipositas( Fettsucht)sind Essstörungen vergleichsweise selten.Aber sie treten häufig bei familiären und sozialen Konfliktsituationen auf, und besonders Jugendliche mit einem gestörten Selbstwertgefühl und geringer Körperakzeptanz sind dafür anfällig!
Quelle : www0.pafnet.de/
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