Gesundheit & Service Essgestörte Männer leiden an Störung des Körperbildes
Münster (AP)
Essgestörte Männer leiden ebenso wie Frauen an einer
Störung des
Körperbildes: Die negative bis ablehnende Bewertung des eigenen
Körpers ist nach Angaben der Psychologin Silvia Uhle von der
Christoph-Dornier-Klinik für Psychotherapie in Münster ein zentraler Bestandteil von
Essstörungen. Ein schlanker,
muskulöser Körper symbolisiere Kompetenz, Disziplin, Kontrolle und sexuelle Attraktivität.
Je größer die Diskrepanz zwischen
Eigenwahrnehmung und Idealvorstellung, desto ausgeprägter sei die Unzufriedenheit, betont Uhle. Trotz guter Behandlungsmöglichkeiten würden
essgestörte Jungen und Männer oft zu spät oder gar nicht behandelt.
Da der
Körper für die
Betroffenen in überhöhtem Maße Spiegel ihres
Selbstwertes sei, stehe die Körperbildtherapie im Zentrum der Behandlung. Die
essgestörten Patienten sollten lernen, sich in ihrer Unperfektheit zu akzeptieren und ein vom
Körper unabhängiges
Selbstwertgefühl aufzubauen, erklärt die Psychologin. Zugleich müssten die individuellen seelischen Konflikte aufgearbeitet werden, die der
Erkrankung zu Grunde lägen.
Laut einer Kinder- und Jugendstudie des Robert-Koch-Instituts ist fast jeder zehnte
Essgestörte männlich, etwa 15 Prozent der 11- bis 17-jährigen Jungen sind auffällig.
Quelle:
www.de.news.yahoo.com