Schlankheitswahn - auch Männer sind nicht gefeit
Ein schlanker, definierter Körper – das ist das Schönheitsideal, dem immer mehr junge Menschen nacheifern. Bisher waren es vor allem Frauen, die sich bis zur Magersucht abgehungert haben. Mittlerweile übertreiben es auch immer mehr Männer. Vor allem Jugendliche bringen sich durch zu ehrgeiziges Hungern in ernste gesundheitliche Gefahr.
Der Gang ins Fitnessstudio ist für viele Menschen ein fester Bestandteil ihres Alltags geworden. Die meisten wollen dabei einfach nur ihren
Körper ein wenig in Form bringen. Während die Damen vor allem dünn sein wollen, schreiben die
Idealbilder aus Fernsehen und Zeitschriften den Männern
schlanke und zugleich definierte
Körper vor. Wer diesem Ideal zu verbissen nacheifert, der ist schnell versucht, sich im
Schönheitswahn unter zu ernähren.
Dabei braucht der
Körper eine gewisse Mindestmenge an Energie, um zu funktionieren. Eine Unterversorgung würde auf Dauer zu einer Schädigung aller
Organe führen, so der Kinderarzt und Sportmediziner Dr. Med. Franz Thanner.
Stephan Jagenteufel bemerkt bei unterernährten Sportlern vor allem
Sehnen- und Bänderschäden. Laut Leiter des Fitnessstudios Oasis in Passau setze im fortgeschrittenen Stadion dann der
Notenergie-Stoffwechsel ein. Dabei verbrenne der
Körper zur Energiegewinnung die eigenen
Muskeln. Der
Körper wirke dadurch sogar weniger definiert,
Haut und
Gewebe erschlafften.
Ein Teufelskreis entsteht, der bis in die
Magersucht führen kann. Denn anstrengendes Training und
Nulldiät führen nicht zum erhofften Erfolg, sondern rauben dem
Körper lediglich die Energie. Zumal eine
Nulldiät nicht nur
ungesund, sondern darüber hinaus noch nicht einmal sonderlich effektiv ist. Erstes Ziel beim
Abnehmen solle ein Ankurbeln des eingeschlafenen
Stoffwechsels sein, so Stephan Jagenteufel. Und das funktioniere keinesfalls mit einer
Nulldiät, sondern lediglich mit Sport in Kombination mit bewusster
Ernährung.
Erfahrene Bodybuilder aus dem Hochleistungsbereich wissen sehr wohl, dass sie ihrem
Körper die nötigen
Energieträger zuführen müssen und nutzen dazu auch Nahrungsergänzungsmittel. Bei Hobbysportlern können sie das Training unterstützen. Solange man nicht versucht, falsche oder zu wenig
Nahrung mit immer neuen Wundermitteln auszugleichen. Dr. Med. Franz Thanner warnt vor allem vor Präparaten, die unter der Ladentheke gehandelt werden. Hier seien - bewußt oder unbewusst - oftmals Mittel mit Wirkungen auf den
Hormonhaushalt enthalten, die den
Körper zusätzlich schaden.
Und kein
Schönheitsideal dieser Welt ist es wert, seine
Gesundheit zu gefährden oder mutwillig zu zerstören. Gestern sollte man
dürr sein, heute
muskulös, morgen vielleicht schon wieder gemütlich mollig. Und warum sollte man sich mit jeder neuen Modeerscheinung vorschreiben lassen, wie man seinen
Körper modellieren soll. Denn das
Schöne ist weniger, was man sieht, als das, was man träumt.
Quelle:
www.trp1.de