Hungern bis in den Tod
29.04.2007
Mehr als 100 000 Menschen - vor allem Frauen - in Deutschland leiden an Magersucht
Der Schlankheitswahn bei jungen Mädchen nimmt drastisch zu. Bulimie und Magersucht treten immer häufiger auf. Schlank ist der neue Modetrend. Vorbilder dafür sind berühmte Supermodels und Stars. Während Magersüchtige versuchen, ihre Krankheit zu verstecken, reden junge Mädchen im Internet oder mit Freunden über ihre Probleme und Diäten, geben damit an und sind stolz darauf.
Junge Mädchen versuchen mit allen Mitteln, ihre Kilo loszuwerden und ihre Traumfigur zu erhungern. Jugendliche, die dem lebensgefährlichen Schlankheitswahn zum Opfer gefallen sind, sind sich der Gefahr nicht bewusst. Sie leben nach dem Motto: Magersucht ist ein Lebensstil, keine Krankheit.
Ein häufiger Grund dafür ist das Verlangen nach Aufmerksamkeit. Andere lehnen ihren Körper jedoch einfach ab und fühlen sich wertlos und unbedeutend. Eine Umfrage bei 13- 15-Jährigen ergab, dass mehr Mädchen als Jungen mit ihrem Körper nicht zufrieden sind. Jungen nehmen ihren Körper nicht so ernst wie Mädchen. Wir haben die Umfrage bei 53 Jungen und 63 Mädchen durchgeführt.
Jungen sind eher zufrieden
Von den Jungen sind 73 Prozent total zufrieden mit ihrem Körper. Also sind 27 Prozent nicht ganz zufrieden, wobei bei den Mädchen 46 Prozent zufrieden und 54 Prozent unzufrieden sind. Die Jungen finden ihren Körper völlig in Ordnung, aber die Mädchen fühlen sich oft zu dick oder bemängeln etwas anderes an ihrem Körper. Wo sich aber beide Geschlechter einig sind, ist, dass sie Aussehen wichtig finden. Sie meinen, dass man mit Aussehen mehr erreicht.
Magersucht bringt viele körperliche und seelische Schäden mit sich.
Nach der Behandlung der Krankheit sind die Schäden meist nie ganz verschwunden. Es kann zu lebenslangen Behinderungen kommen. Folgen sind unter anderem: Ausbleiben der Menstruation, Herz-Kreislauf-Störungen, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen, Muskelschwäche und Depressionen. Als Ausgleich rauchen, trinken oder nehmen Bulimiker Drogen. Essstörungen sind durch Therapie behandelbar.
Die Umwelt sollte für die Betroffenen Geduld und Verständnis aufbringen. Bulimiekranke können sich nur selbst helfen, brauchen jedoch viel Unterstützung. Es kann Jahre dauern, bis Essgestörte ein stabiles Gleichgewicht gefunden haben.
Quelle:
www.hna.de