Kampagne gegen Magersucht
Völlern bis der Kühlschrank leer ist,
hungern bis zur
Magensonde; Erbrechen bis die Speiseröhre verätzt ist.
Essstörungen sind vielfältig. Schätzungen zufolge sind 200.000 Österreicher, vor allem Österreicherinnen, zumindest einmal im Leben betroffen.
Verlust sozialer Kontakte und Lebensfreude
Vor allem der
Magersucht und der
Ess-Brech-Sucht widmet sich die neue Kampagne mit Plakaten und Zeitungsannoncen und dem Slogan: "
Wer zu viel abnimmt, verliert mehr als ein paar Kilogramm". Der verliert nämlich soziale Kontakte und seine
Gesundheit, sagt Initiator Bernhard Wappis vom Wiener So-What-Beratungsinstitut für Menschen mit
Essstörungen. "Man verliert mit der Zeit immer mehr an Lebensfreude, an
Gesundheit und bei 15 bis 20 Prozent der
Magersüchtigen endet die
Krankheit mit dem Tod", sagt Wappis.
Seele und Körper hungern
Wappis hat übrigens selbst 10 Jahre lang
Magersucht und
Bulimie durchgemacht. Eine
Essstörung sei keine Marotte von Teenagern oder
Models, sondern treffe Frauen und Männer unterschiedlichen Alters, mit ganz individuellen Ursachen und Verläufen.
Seele und
Körper hungern, sagt die Psychologin und Wiener
Frauen-Gesundheitsbeauftragte Beate Wimmer-Puchinger. "Die Folgen sind massive
Magen-Darmprobleme,
hormonelle Störungen, also dass die Regel ausbleibt und schon ab 30 können wir bei Frauen mit
Essstörungen Osteoporose feststellen", sagt Wimmer-Puchinger.
Kostenlose Telefon-Hotline
Die Kampagne wird vom
Gesundheitsministerium mitgetragen. Ministerin Andrea Kdolsky (ÖVP) rät, rechtzeitig professionelle Hilfe zu suchen, "um auch
körperliche Schäden hintanzuhalten und um die Gründe dieser
Essstörung durch entsprechende
psychotherapeutische und
therapeutische Intervention in den Begriff zu bekommen", sagt sie. Dazu wurden im Zuge der Kampagne eine kostenlose Telefon-Hotline - 0800/20 11 20 - und eine Homepage eingerichtet. Damit nicht mit jedem
Kilo Körpergewicht auch ein Kilo Lebensfreude und
Gesundheit verloren geht.
Mehr zum Thema
Magersucht in oe1.ORF.at
Quelle :
www.orf.at