Unilever verzichtet auf superdünne Models
Mit Dove haben sie es vorgemacht, jetzt ziehen sie mit anderen Marken nach: Der Konsumgüterhersteller Unilever will in Zukunft alle dürren
Models aus seinen Werbekampagnen verbannen. Ab sofort gilt für alle ein
BMI von mindestens
18,5.
Amsterdam - Damit wolle man die weltweit wachsenden Bemühungen unterstützen,
Essstörungen wie zum Beispiel
Magersucht zu bekämpfen. "Unilever hat sich einer neuen, internationalen Richtlinie verpflichtet, dass für künftige Werbemaßnahmen keine
Models oder Darsteller genommen werden, die entweder extrem
dünn sind oder
ungesunde Körpermaße propagieren", sagte Ralph Kugler, Chef des Kosmetikbereichs von Unilever. Man wollen zwar keine strikten Vorgaben für
Models und Darsteller, aber den Marketingverantwortlichen und Werbeagenturen werde nahegelegt,
Models mit einem
Body Mass Index (BMI) von 18,5 bis 25 auszusuchen.
Die
Weltgesundheitsorganisation spricht bei einem
BMI, der als Gradmesser für
gesundes Körpergewicht gilt, von unter 18,5 von
Untergewicht. Ein
BMI von unter 17,5 gilt als Kriterium für
Magersucht, bei unter 15 spricht man von
Verhungern.
Designer,
Modelagenturen und die Medien waren in den letzten Monaten unter Druck geraten, weil sie immer häufiger extrem
dürre Models gezeigt hatten. Kritiker halten das für mitverantwortlich für verstärkt auftretende
Essstörungen bei jungen Mädchen. Vor allem die so genannten "
Size zero" oder "
skinny models" wurden heftig diskutiert, nachdem im letzten Jahr zwei lateinamerikanische
Models an
Magersucht gestorben waren. Bei den Modeschauen in Madrid waren vor kurzem erstmals
Models mit einem
BMI von unter 18 von den
Modeschauen ausgeschlossen worden.
Unilever Chart zeigen gehört mit Marken wie Lipton Tea und Skippy Erdnussbutter hinter Nestlé Chart zeigen und Kraft zu den weltgrößten Lebensmittelkonzernen. Im vergangenen Jahr hat Unilever mehr als fünf Milliarden Euro für Werbung ausgegeben. Schon seit einigen Jahren verfolgt Unilever außerdem mit seiner Körperpflegemarke Dove eine alternative Marketingstrategie, dort werden "normale" Frauen gezeigt, unter anderem ältere, kleine und dicke Frauen. Die Kampagne gilt als äußerst erfolgreich.
Quelle :
www.spiegel.de