Studie zu neuem Therapiekonzept bei Magersucht
Die Behandlung von Magersüchtigen soll verbessert werden. Das ist das Ziel einer bundesweiten Studie unter Federführung des Universitätsklinikums Tübingen. Die Untersuchung wird vom Bundesforschungsministerium mit mehr als einer Million Euro gefördert.
Am Beispiel von mehr als 220
Patienten will die Abteilung für
Psychosomatische Medizin und
Psychotherapie am Universitätsklinikum Tübingen (UKT) nachweisen, dass ein spezielles ambulantes
Therapie-Angebot für
Magersüchtige die Chancen auf eine
Heilung steigert. Bei der
ambulanten Behandlung durch niedergelassene
Therapeuten gebe es jedoch einige Probleme, sagte Stephan Zipfel, Ärztlicher Direktor der UKT-Abteilung, in Tübingen. So gebe es zum Teil
lange Wartezeiten und fehlendes
Fachwissen bei den
Therapeuten.
Die
Magersucht (Anorexia nervosa) sei wegen der vergleichsweise hohen
Todesrate die
gefährlichste psychische Erkrankung, so Zipfel weiter. Einige Studien hätten gezeigt, dass bis zu 20 Prozent der
Magersüchtigen an den Folgen ihrer
Erkrankung sterben. Die Krankheit, die vor allem bei Mädchen auftrete, sei aber relativ selten, so der Professor.
Untersuchungen zufolge seien 0,7 Prozent der jugendlichen Mädchen betroffen. Jedes dritte Mädchen zwischen 11 und 17 Jahren zeige aber Hinweise auf eine
Essstörung.
"Wir möchten nachweisen, dass
spezifische ambulante Angebote Erfolg versprechend sind", sagte die Tübinger
Psychologin Gaby Groß. Bisher behandle das UKT nur Magersüchtige, die wegen ihres
körperlichen Zustands stationär aufgenommen werden müssten.
An der Studie sind insgesamt neun Kliniken in Deutschland beteiligt, darunter die Universitätskliniken in Heidelberg, Freiburg und Ulm.
Quelle :
www.swr.de