Politikerinnen laufen Sturm gegen H&M-Kampagne
Schluss mit Mager-Models!
Bin ich schön? Kaum eine andere Frage beschäftigt junge Menschen in der Selbstfindungsphase der Pubertät. Teenager suchen nach Halt, Anerkennung, Identität. Besonders junge Frauen meinen ihre vor allem äußerlich, in der Mode, zu finden. Viele definieren sich nur über ihren Körper. Häufige Folge: Magersucht.
Das schwedische Modehaus H&M sorgt für Empörung. In einer neuen Kampagne präsentiert H&M seine neue Kollektion an klapperdürren Hunger-Models!
Fahle Gesichter, knochige Ärmchen, dünne Beinchen, spitzte Näschen – von diesen Haut-und-Knochen-Frauen lässt H&M seine neue Winterkollektion präsentieren. Und signalisiert jungen Menschen: Wer (so) „schön“ sein will, muss hungern!
Besorgte Eltern sind entsetzt. Jetzt schalten sich auch Politikerinnen ein.
Eva Bulling-Schröder (Linke) empört sich in der B.Z.: „Durch so einen Schlankheitswahn werden normale Menschen regelrecht ausgegrenzt.“
Ihre Forderung: Richtlinien für ein Mindestgewicht.
In Spanien und Italien gibt es inzwischen eine freiwillige Selbstverpflichtung der Modebranche. Folge: Models mit einem BMI von unter 18 (das entspricht 56 Kilo bei 1,75 Meter) werden in der Regel nicht mehr gebucht.
„So etwas bräuchten wir auch bei uns“, so Bulling-Schröder.
Bestürzung auch bei der CDU-Bundestagsabgeordneten Rita Pawelski: „Die Bilder haben nichts mit der Realität zu tun.“
Nach der Sommerpause soll der Magerwahn im Bundestag zur Sprache gebracht werden. In der B.Z. kündigt Grünen-Politikerin Irmingard Schewe-Gerigk: „Ich fordere eine Selbstverpflichtung der Modefirmen, solche Models nicht mehr zu buchen.“
Und was sagt H&M zu seinen neuen Klapper-Models?
Eine Sprecherin sagte der Zeitung: „Der Trend geht einfach zur schlanken Figur. Aber natürlich haben wir in unseren Shops auch Mode in allen anderen Größen.“
Trotzdem werden sich Mädchen weiter geißeln, sich das Essen verkneifen. Sie wollen so „schön“ zu sein, wie es die Mode vorgibt.
Quelle:
www.bild.t-online.de