Kommission geht gegen Mager-Models vor
Traurig aber wahr: Fast die Hälfte aller Models leidet an Essstörungen. Eine britische Kommission empfiehlt jetzt strengere Regeln für die Frauen auf dem Laufsteg. Und der Modeindustrie wurden auch noch eine andere Art von Tests empfohlen.
Eine Expertenkommission der britischen
Modeindustrie will Jugendliche erst ab 16 Jahren auf den
Laufsteg lassen und die
Models vorher auf
Essstörungen hin untersuchen lassen. Der von den Veranstaltern der Londoner
Modenschau Fashion Week vorgestellte Bericht geht jedoch nicht soweit, den Ausschluss von Frauen mit
Essstörungen vorzuschlagen.
Modenschauen in Madrid und Mailand haben zu dünne Models im vergangenen Jahr von den
Laufstegen verbannt, da ihnen vorgeworfen wurde, ungesunde
Schönheitsideale zu fördern.
Der Bericht des British Fashion Councils wurde von Modedesignern und Spezialisten für
Essstörungen erarbeitet, hat allerdings bislang nur Empfehlungscharakter. Die Agenturen sollen ihre Models künftig von akkreditierten Ärzten auf
Essstörungen hin untersuchen lassen müssen. Zusätzlich sollen hinter den Laufstegen öfter überraschende
Drogentests durchgeführt werden. Bis zu 40 Prozent der
Models litten an
Essstörungen, in der Gesamtbevölkerung seien es nur etwa drei Prozent, heißt es in dem Bericht.
Unterdessen sorgt die Wahl einer zwölf Jahre alten Schülerin als Aushängeschild einer
Modeschau in Australien für Empörung. „Wir müssen die Unschuld in unserer Gesellschaft schützen“, sagte Premierminister John Howard. „Eine Zwölfjährige in so eine Welt zu stoßen ist empörend.“ Auch in den Fernseh- und Radio- Talkshows war das Echo überwiegend ablehnend.
Die hoch gewachsene Achtklässlerin Maddison Gabriel hatte Mitte der Woche ein
Model-Casting gewonnen. Als Preis tritt sie als Hauptfigur der Gold Coast Modewoche auf und erhielt einen Modeling- Vertrag. Ihre Mutter verstand die Aufregung nicht. Maddison habe ihr Leben lang davon geträumt, Model zu werden. „Sie ist sehr reif für ihr Alter“, sagte Michelle Gabriel der Zeitung „Gold Coast Bulletin“. Das meinte auch die Leiterin der
Model-Agentur, die die Zwölfjährige unter Vertrag genommen hat. Sie sei beim Interview redegewandter gewesen als viele der
älteren Modells, meinte Simone Hyde.
Quelle:
www.welt.de