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Jedes 3. Mädchen isst nicht normal
ZÜRICH – Der Teller Pasta macht keine Freude: Jedes dritte Teenager-Girl hat Essstörungen! Wissenschaftler brüten nun, wie sie den Magermädchen am besten helfen können. Aus der Pfanne wabert der leckere Duft von Spaghetti Carbonara, die Schüssel mit knackfrischem Sommersalat steht schon auf dem Tisch: Schöne Aussichten für die meisten Menschen. Aber eine Horrorvorstellung für Magersüchtige. Jede Gabel Essen ist ihnen eine Qual. Die Fettpölsterchen an ihrem dürren Körper, die sie nachher im Spiegel entdecken, kann sonst niemand sehen. Die Zahlen sind krass: Jedes dritte deutsche Mädchen zwischen 11 und 17 Jahren leidet an irgendeiner Form von Essstörungen, wie Forscher der Uni Tübingen rausgefunden haben. Auch für viele Schweizer Teenager ist das Essen mehr Last als Lust: Die einen wollen nichts mehr essen, andere stopfen übermässig Fast Food in sich hinein oder stecken sich regelmässig den Finger in den Rachen. Drei bis fünf Prozent der Mädchen entwickeln eine kritische Ess-Brechsucht (Bulimie), schätzt eine Zürcher Expertin. Doch die Dunkelziffer sei wohl noch einiges höher. Unter den Essstörungen gilt die Magersucht als gefährlichste Form. Die Therapeuten tun sich schwer damit: Nur 30 bis 50 Prozent ihrer Patientinnen schaffen eine vollständige Heilung. 20 Prozent entwickeln dagegen eine chronische Form, teilweise mit schwersten körperlichen und psychischen Komplikationen. Bei Frauen bleibt wegen der Fehlernährung die Menstruation aus, die Haut wird trocken, die Haare fallen aus, es kommt zu Veränderungen im Hormonhaushalt, Herzrhythmus-Störungen, einem Absinken des Blutdrucks sowie Nieren- und Magen-Darm-Problemen. Bis zu 20 Prozent hungern sich gar zu Tode! Im Vergleich zu anderen Essstörungen tritt die Magersucht wenigstens ziemlich selten auf: Experten schätzen, dass 0,7 Prozent der Mädchen und 0,1 Prozent der Jungen daran leiden. Als gefährdet gilt, wer einen Body-Mass-Index (BMI) von weniger als 17,5 hat. Magersüchtige senken ihr Gewicht nicht nur dadurch, dass sie kaum essen: Bei ihnen steht auch übermässig viel Sport auf dem Programm, manche erbrechen absichtlich oder greifen zu Appetitzüglern, Entwässerungs- und Abführmittel. Mit einer gross angelegten Studie mit 237 Patienten wollen die Forscher aus Tübingen nun rausfinden, mit welchem Therapieansatz sie den Kranken am besten helfen können. Zu den «Favoriten» gehört die so genannte kognitive Verhaltenstherapie. Dabei sollen die Patientinnen nicht nur zu einem normalen Essverhalten zurückfinden, sondern auch die Begleitumstände ihrer Erkrankung in den Griff kriegen – mangelnde soziale Kompetenz oder geringe Fähigkeiten, mit Problemen umzugehen. In zehn Monaten werden die Psychologen ihr Fazit ziehen. Unbestechliche Schiedsrichterin für den Erfolg der verschiedenen Therapien wird dann die Waage sein. Quelle: www.blick.ch
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