![]() |
|
|||||||
![]() | Startseite | Registrieren | Hilfe | Donate | Kalender | Suchen | Heutige Beiträge | Alle Foren als gelesen markieren | ![]() |
![]() |
|
|
LinkBack | Themen-Optionen | Ansicht |
|
|
#1 (Permalink) |
|
Administrator
Registriert seit: 18.11.2006
Ort: Wien
Beiträge: 381
|
Schüler gegen Modelwahn
Vor etwa zwei Jahren hatte Schulpsychologin Simone Franke den ersten Fall: Einer Sportlehrerin an der Realschule Maisach (Kreis Fürstenfeldbruck) war eine Achtklässlerin aufgefallen, die aus Schwäche selbst die einfachsten Übungen nicht zustandebrachte - Magersucht! Maisach - Sendungen wie „Germany’s next Topmodel” sieht die 15-jährige Daniela nicht mit der für viele in ihrer Altersgruppe typischen Begeisterung. „Es ist zwar unterhaltsam, aber man sollte dem nicht nacheifern”, sagt sie mahnend. Zwar hat sich vergangene Woche mit der Studentin Barbara aus Amberg letztlich keine Superschlanke durchgesetzt, doch das angepriesene Ideal - eine Frau muss dünn, wenn nicht gar superdünn sein - ist zumindest kritisch zu sehen, findet Daniela. Die Neuntklässlerin kennt sich aus mit Bulimie und Magersucht, zeittypischen Krankheiten unter Mädchen. Sie besucht die von Lehrerin Simone Franke gegründete Schüler-Gruppe „Strong against Addiction” (Stark gegen Sucht). Seitdem weiß sie, dass die sogenannte Bulimie nervosa diagnostiziert wird, wenn ein Mädchen mindestens zwei Heißhunger-Attacken mit anschließenden Kompensationsmaßnahmen pro Woche über einen Zeitraum von drei Monaten unterliegt. Der Begriff „Kompensation” wird der dahinter stehenden Dramatik vielleicht nicht ganz gerecht - gemeint ist Erbrechen oder das Schlucken von Abführmitteln. Bis zum Verätzen der Speiseröhre kann das ständige Übergeben führen. Dramatische Fotos haben die Schüler in eine Power Point-Präsentation gestellt, mit der sie nun durch einzelne Klassen ziehen. Lehrerin Franke verfolgt das Ziel, die Schüler als Multiplikatoren einzusetzen. „Wenn Schüler berichten, wird das eher ernst genommen, als wenn sich wieder ein Lehrer vorne hinstellt”, weiß sie. Dass die Schüler echte Problemfälle erkennen, ist nicht das vorrangige Ziel. Aber man wisse ja nie. Die Dunkelziffer ist hoch. Schon bei den über 900 Realschülern in Maisach sind Fälle wahrscheinlich. Schüler mit Bulimie sind Lehrerin Simone Franke derzeit indes nicht bekannt, diese Symptomatik „kann lange verborgen werden”. Wohl aber kennt sie derzeit ein Mädchen an der Schule, das an einer Ess-Störung leidet. Ihr erster „Fall”, die im Sportunterricht aufgefallene Achtklässlerin, hat die Schule mittlerweile abgeschlossen. Als ganz geheilt galt sie zuletzt nicht. Bei Klassenfahrten wachten ihre Mitschüler mit Argusaugen, ob sie genug isst. „Da gibt es viele Strategien”, weiß Carina (15). Vor allem die Nahrungsaufnahme gestaltet sich quälend langsam. „Manche schälen eine Weintraube, vierteln sie, entfernen die Kerne... - da wird ein ewiger Prozess draus”, weiß sie. Vor allem Sechst- und Siebtklässler sollen frühzeitig von der Problematik erfahren - auf durchaus dramatische Weise: Bis auf die Knochen abgemagerte Models sind in der PowerPoint-Präsentation zu sehen, Fotos beim Erbrechen - als Daniela dies in einer Klasse zeigte, „waren vor allem die Mädchen sehr geschockt”, berichtet sie. Jungs lachten auch mal, aber wohl eher aus Unsicherheit. Kein Schüler in ihrer Gruppe, betont die Lehrerin, leidet übrigens selbst an einer Essstörung oder gar Bulimie. Manchmal beschleicht sie trotzdem die Sorge, durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema könne sie die Jugendlichen erst auf falsche Gedanken bringen. Vorsorglich hat sie sich deshalb das schriftliche Einverständnis der Eltern zur Teilnahme ihrer Kinder besorgt. Schülerin Carina indes beruhigt sie: „Wir sind alle sehr standhaft.” Quelle : www.merkur-online.de
__________________
Christoph | Administrator _______________________ http://www.essprobleme.com Impressum / Pflichtangaben |
|
|
![]() |
| Lesezeichen |
| Themen-Optionen | |
| Ansicht | |
|
|
Tipps: Arzneimittel | Burnout | Depressionen | Gesundheitsurlaub |